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Verbraucherschutz warnt vor neuer SMS-Betrugsmasche

Verbraucher werden durch angebliche Anrufbeantworter-Nachrichten in die Falle gelockt, dahinter stecken jedoch Handy-Viren. Wie man darauf reagieren sollte.

Eine Frau hält ein Smartphone in ihrer Hand, auf dessen Display eine Betrugs-SMS zu lesen ist.
Eine Frau hält ein Smartphone in ihrer Hand, auf dessen Display eine Betrugs-SMS zu lesen ist. © Wolf von Dewitz/dpa

Die Verbraucherzentrale Sachsen warnt vor einer neuen Betrugsmasche, bei der die Täter per SMS dazu auffordern, auf einen Link zu klicken, mit dem sich angeblich eine Anrufbeantworter-Nachricht befinden soll. Tatsächlich wird so aber Schadsoftware auf das Handy heruntergeladen.

Die Taktik ähnelt der bereits bekannten Masche mit Nachrichten, bei denen Verbraucher angebliche Sendungsverfolgungen per SMS erhalten haben, teilt Steffi Meißner, Leiterin der Beratungsstelle Görlitz, mit.

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So erhielt eine Verbraucherin im Raum Görlitz eine SMS unbekannter Herkunft, sie habe eine neue Voicemail erhalten. Die Nachricht abhören könne sie, wenn sie auf einen kryptischen Link klicke. "Weitsichtig folgte sie nicht den Anweisungen der Nachricht und bat die Verbraucherzentrale in Görlitz um Hilfe. Die Verbraucherschützerinnen bestärkten sie und rieten ihr, den Absender zu blockieren", so Meißner. Recherchen der Verbraucherzentrale ergaben, dass es sich hierbei um einen Betrugsversuch handle, welcher eine Schadsoftware auf das Endgerät lädt, wenn auf den Link geklickt wird.

Diese Taktik nennt sich Smishing, und leitet sich aus dem englischen Wort „fishing“ ab, welches für Fischen steht. Hintergrund ist, dass über derartige Aktionen „im Trüben gefischt wird“, indem einer großen Anzahl an Nutzern diese tückischen Nachrichten geschickt werden. Die Betrüger hoffen darauf, dass so viele wie möglich auf diesen Trick hereinfallen. Erfolgt dies über E-Mails nennt es sich Phishing, über SMS Smishing.

Es ist laut Meißner durchaus üblich, dass Telefonanbieter über SMS benachrichtigen, wenn auf der Mailbox eine Nachricht ist. Allerdings würde der Anbieter nicht dazu auffordern eine Software herunterzuladen. Ebenso erhalten Verbraucher seriöse Nachrichten ihrer Mailbox in der Regel von der gleichen bekannten Nummer.

Rechtschreib- oder Grammatikfehler sind Warnsignal

„Sollte eine Nachricht einen unbekannten Hintergrund und Absender haben, ist Vorsicht geboten. Auch Rechtschreib- oder Grammatikfehler sind ein Warnsignal. Neben Schadsoftware können sich auch Datenfallen und weitere Viren hinter derartigen Praktiken verstecken“, informiert Meißner.

Wer in eine solche Falle getappt ist, sollte Ruhe bewahren und die Verbindung zum Internet trennen - am besten über den Flugmodus, dann über ein Backup die Daten sichern und anschließend die Gerätesoftware auf Werkseinstellung zurücksetzen, raten die Verbraucherschützer. Wer dabei unsicher ist, könne sich bei Spezialisten wie Elektro-Geschäften helfen lassen. (SZ)

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Unterstützung bei Fragen rund um das Thema erhalten Betroffene bei den erfahrenen Verbraucherschützern in Görlitz im persönlichen Beratungsgespräch. Telefonisch können Termine unter 0341 696 2929 oder online unter www.verbraucherzentrale-sachsen.de/terminvereinbarung gebucht werden.

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