SZ + Görlitz
Merken

Adler-Schließung: Selbst Kleiderpuppen schon verkauft

Der Modemarkt in Görlitz-Königshufen muss schließen. Plötzlich ist das Interesse riesig.

Von Susanne Sodan
 2 Min.
Teilen
Folgen
Die Adler-Filiale in Görlitz wird geschlossen. Sogar die Schaufensterpuppen standen zum Verkauf - und waren in kürzester Zeit weg.
Die Adler-Filiale in Görlitz wird geschlossen. Sogar die Schaufensterpuppen standen zum Verkauf - und waren in kürzester Zeit weg. © André Schulze

Alle weg. Die letzten beiden Schaufensterpuppen wurden am Dienstag geholt. Auch diese wurden im Schlussverkauf des Görlitzer Adler-Marktes angeboten, "die Schaufensterpuppen waren eigentlich als Erstes weg", erzählt eine Mitarbeiterin. Keine mehr zu bekommen.

Adler muss bald schließen

Manche holten Puppen für ihr eigenes Geschäft, aber es seien auch Privatleute unter den Interessenten gewesen, die die Schaufensterpuppen wohl als gute Deko für die Wohnung erachten. So gut der Puppen-Verkauf gelaufen sein mag, sein Hintergrund ist weniger fröhlich: Am 20. November ist der letzte Verkaufstag bei Adler in Königshufen, danach schließt das Geschäft.

Hintergrund ist die Insolvenz von Adler-Mode Anfang des Jahres. Den Insolvenzantrag begründete das Unternehmen mit den starken Umsatzeinbußen während der Lockdowns. Wie etwa das Handelsblatt mit Verweis auf Branchenkenner schrieb, habe es auch hausgemachte Probleme gegeben. Im Juni wurde bekannt, dass das Berliner Logistik-Unternehmen Zeitfracht hundert Prozent der Anteile des Mode-Unternehmens übernehmen und das Geschäft weiterführen wird.

Vielen Mitarbeitern droht Arbeitslosigkeit

Inzwischen sind Insolvenzverfahren und Übernahme abgeschlossen - Adler damit gerettet. Heißt aber auch: Rund 500 Stellen deutschlandweit werden gestrichen. Laut Manager-Magazin hat sich das Unternehmen auch von Adler-Chef Thomas Freude getrennt. Über 30 Filialen werden schließen, darunter die in Görlitz, einer der Adler-Märkte in Dresden, in Jena, Altenburg. Der Ausbau des Online-Geschäftes soll helfen, das Unternehmen nun zu sanieren. Außerdem soll sich das Sortiment ändern, mehr Waren aus dem Nicht-Textilbereich dazukommen.

Was nun aus den rund 20 Mitarbeitern in Görlitz wird? Laut SZ-Informationen haben einige inzwischen einen neuen Job gefunden - andere aber noch nicht. Bis zum 20. November bleibt ihnen nun noch viel Arbeit. So wie der Schlussverkauf aktuell läuft, gehen die Mitarbeiter davon aus, dass bis dahin ein vollständiger Abverkauf der Kleidung möglich ist. Auch anderes darf verkauft werden: Hoch im Kurs steht auch Ständermaterial, also die verschiedenen Kleiderständer oder -ablagen, Büromöbel, Büromaterial.