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Reichenbacher ärgert sich über Baustelle

Die Arbeiten an der Fabrikstraße in Reichenbach sollten bereits im September beendet sein. Doch sie dauern länger als geplant.

Frank Meuer ist mit der Situation unzufrieden. Er hofft, dass die Bauarbeiten bald beendet sind.
Frank Meuer ist mit der Situation unzufrieden. Er hofft, dass die Bauarbeiten bald beendet sind. © Constanze Junghanß

Frank Meuer dauert das alles zu lange. Der Reichenbacher ist unzufrieden. „Seit Monaten ist hier vor meinem Haus eine Baustelle“, sagt der Anwohner der Fabrikstraße verärgert. Bauherr ist die Stadt Reichenbach. Gegenüber der Häuserreihe soll einmal eine Einfamilienhaussiedlung entstehen. Vor der Wende gehörte das Terrain zu den Lausitzer Glaswerken.

Auf Fenster- und Türrahmen von Meuers Haus klebt eine Schicht Ziegelstaub. Das rötliche Ziegelmehl füllt einen Teil des Bodens auf der Baustelle. Bei trockenem Wetter wehe der Wind den Staub gegen die Häuser. Man müsse ständig putzen, trotzdem sei der Dreck schnell wieder da, zeigt der Reichenbacher auf die Schlieren an seiner Haustür. Warum da zum Verfüllen nicht ausschließlich Mutterboden verwendet wurde, kann sich der Reichenbacher nicht erklären. Mit seinem Ärger stünde er nicht alleine da. Auch die anderen Grundstückseigentümer würden die Situation nicht gutheißen. Der Bürgersteig zum Einkaufsmarkt ist aufgrund der Baustelle gesperrt. Auch das bemängelt der Anwohner und hofft, dass der Weg bald saniert und wieder freigegeben wird.

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Trinkwasserleitung wird neu verlegt

Doch noch stehen da die Baumaschinen zwischen einem Hügel Sand und einem Hügel Asphaltbruch. Das Gelände wird seitens der Stadt für die Erschließung vorbereitet. Erst im vergangenen Jahr konnte die Kommune das Areal aus einer Insolvenz erwerben. Die Eigentumsverhältnisse der Brachfläche waren lange Zeit unklar. Anwohner ärgerten sich die Jahre zuvor über den Schandfleck mit den ruinösen Gebäuden, der zusammengefallenen Baracke und dem Wildwuchs. Dieser Zustand ist Geschichte. Die Gebäude wurden im Frühjahr abgerissen, die Bäume gerodet. Auch eine Trinkwasserleitung wird neu verlegt.

Ziegelstaub klebt an der Haustür.
Ziegelstaub klebt an der Haustür. © Constanze Junghanß
Der Gehweg an der Löbauer Straße, den die Fabrikstraßen-Anwohner nutzen, ist gesperrt.
Der Gehweg an der Löbauer Straße, den die Fabrikstraßen-Anwohner nutzen, ist gesperrt. © Constanze Junghanß
Auf dieser Brachfläche sollen Einfamilienhäuser entstehen.
Auf dieser Brachfläche sollen Einfamilienhäuser entstehen. © Constanze Junghanß

Die Nachfrage nach Bauland an dieser Stelle sei groß, sagte Bürgermeisterin Carina Dittrich jüngst im Stadtrat. Es gebe bereits viele Interessenten – vor allem junge Familien. Wie viele Baugrundstücke entstehen, dazu gibt es noch keine genauen Angaben.

Stadt gibt dem Wetter die Schuld

Auf dem Bauschild an der Straße ist zu lesen, dass der Europäische Fonds für regionale Entwicklung die Maßnahme fördert. Als Bauzeit angegeben ist auf dem Schild die Zeit von März bis September. „Jetzt haben wir schon Anfang November und noch immer ist hier nichts fertig“, schimpft Frank Meuer.

Vonseiten der Stadtverwaltung heißt es, dass die Abbrucharbeiten etwas umfangreicher waren, als ursprünglich geplant. Unter anderem wurde ein Brunnen entdeckt, der wegmusste. Auch die teils starken Niederschläge hätten die Bauarbeiten verzögert. Bei den Abbrucharbeiten läge die Stadt jedoch im Zeitplan. Fertiggestellt werden soll das Areal nun bis zum Jahresende. Wann die ersten Häuslebauer loslegen können, steht noch nicht fest.

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