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Ausgeborgt zur Paarung

Ein Kamel-Hengst aus Görlitz soll in Hoyerswerda für Nachwuchs sorgen. Jetzt begann das Experiment, das ein paar Wochen dauert.

Kamel-Hengst Rashid aus Görlitz auf den letzten Metern.
Kamel-Hengst Rashid aus Görlitz auf den letzten Metern. © Uwe Schulz

Neuankömmlinge im Zoo genießen volle Aufmerksamkeit. Vor allem ab einer gewissen Größe. Das Mitarbeiter-Team des Hoyerswerdaer Zoos ist jedenfalls revierübergreifend da, als der Kombi mit dem Pferdeanhänger am Freitagvormittag durchs Tor aufs Gelände einbiegt. Und im Esel-Gehege nebenan ist das Interesse ebenfalls groß.

Die letzten Meter „zu Fuß“

Zoochef Eugène Bruins will das Fahrzeug-Gespann eigentlich über die Wege lotsen, doch sein Görlitzer Amtskollege Sven Hammer am Steuer winkt angesichts der Schneehaufen ab: „Wir können ihn auch hier ausladen und das Stück laufen“. Also wird die Hängerklappe geöffnet und Rashid an die Leine genommen. Der sechs Jahre alte Kamel-Hengst gehört Catrin und Sven Hammer privat. Der Leiter des Naturschutz-Tierparks Görlitz hält Kamele bei sich zu Hause auf seinem Grundstück und züchtet auch. Rashid wird jetzt nach Hoyerswerda ausgeborgt. Er soll hier in den nächsten Wochen für Nachwuchs sorgen. Auf der Kamelanlage in Hoyerswerda leben Gerda und Jeanine, genannt Jeanny. Erstere wurde 2015 geboren und kam 2016 aus Gelsenkirchen in die Lausitz. Mittlerweile ist sie gut gewachsen und geschlechtsreif.

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Jeanny ist elf Jahre älter und zog bereits 2013 aus Straubing nach Hoyerswerda. Sie hatten noch nie Nachwuchs. Doch jetzt könnten sie welchen bekommen. Eugène Bruins ist überzeugt davon, dass die Geburt und die Jungtieraufzucht für die beiden Kamel-Stuten eine wichtige Erfahrung ist. Gleichzeitig könne das Zoo-Team eine Menge dabei lernen. Die Tragezeit bei den Kamelen wird mit 13 Monaten angegeben. Nach der Geburt bleiben die Jungtiere gut eineinhalb Jahre bei den Müttern. Wenn es mit der Nachzucht klappt, gehen die Jungtiere nach der Aufzuchtphase an Sven Hammer. So ist es laut Eugène Bruins geregelt, der weiß, dass es für Kamel-Nachwuchs nur schwer Abnehmer gibt. Auf diese Weise dürfte es wohl für alle Beteiligten einen Nutzen haben.

Bald fünf Kamele im Tierpark?

Der Zoo Hoyerswerda nimmt in diesem Jahr nun selbst ein junges weibliches Tier aus Nuenen in den Niederlanden auf, das nicht nur als Gast, sondern dauerhaft hier leben wird. Es ist also gut möglich, dass im Sommer 2022 dann fünf Kamele auf der Anlage im Zoo unterwegs sein werden.

Seit Freitag sind es nun drei. Tigerin Irina im Nachbargehege war sichtlich interessiert am Neuzugang, wird ihm aber freilich keinen Schritt näher kommen. Die Kamel-Stuten Gerda und Jeanny indes blieben im dichten Schneetreiben erst einmal zurückhaltend, zeigten sich aber auch nicht sonderlich abweisend.

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