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Neues Hotel bereitet Eröffnung nach Lockdown vor

Die Kreuzbergbaude in Jauernick bei Görlitz wird derzeit saniert. Es gibt auch eine neue Hotelchefin. Sie ist in der Branche gut bekannt.

Gerlinde Storm ist die Geschäftsführerin im Hotel "Kreuzbergbaude" in Jauernick-Buschbach bei Görlitz
Gerlinde Storm ist die Geschäftsführerin im Hotel "Kreuzbergbaude" in Jauernick-Buschbach bei Görlitz ©  Foto: Gabriela Lachnit

Die blühende Amaryllis im Foyer des künftigen Hotels „Kreuzbergbaude“ in Jauernick-Buschbach bei Görlitz passt zur Umgebung: Sie blüht weiß – so sind auch die Möbel im Foyer abgedeckt, mit weißen Tüchern.

Denn Bauleute haben jetzt in dem Gebäude das Sagen. Michael Knibbiche, der die Kreuzbergbaude kaufte, lässt modernisieren.

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Bis Ende 2020 war die Kreuzbergbaude noch evangelische Tagungsstätte. Nun wird sie ein Hotel.
Bis Ende 2020 war die Kreuzbergbaude noch evangelische Tagungsstätte. Nun wird sie ein Hotel. © Nikolai Schmidt

Fliesen vom Fachmann, Tapeten vom Glööckler

Alle 14 Zimmer in dem zu Beginn der 1990er-Jahre errichteten Neubau werden saniert. Die alten Bäder kamen heraus, neue Leitungen für Wasser, Abwasser und Strom wurden verlegt. Alle Bäder bekommen ein modernes und dennoch zeitloses Aussehen mit Fliesen und Sanitärkeramik vom Fachmann. In den Zimmern sorgt ein Fußboden in Holzoptik für wohnliches Ambiente. Den Wänden geben Tapeten vom Modedesigner Harald Glööckler eine Struktur.

Michael Knibbiche, der Immobilienkaufmann, ist wohl einer der wenigen, dem der Corona bedingte Lockdown zugutekommt. „Eigentlich wären wir im Januar zumindest an den Wochenenden ausgebucht“, erzählt er. Bis Ende 2020 gehörte das Gebäude der evangelischen Kirche. Und die hatte für den ursprünglich avisierten Käufer bereits Buchungen von Reisegruppen eingetragen. Knibbiche wollte den Gästen nicht absagen, aber wegen des Lockdowns reist nun niemand an. Knibbiche nutzt diese Zeit zum Umbau, ohne bislang zu wissen, wann er das Hotel „Kreuzbergbaude“ überhaupt eröffnen kann. Bis spätestens Ende März sollen die umgestalteten Zimmer fertig sein.

Blick von der Kreuzbergbaude aus über die katholische Kirche hin zum Schwarzberg.
Blick von der Kreuzbergbaude aus über die katholische Kirche hin zum Schwarzberg. © Archiv SZ/Steffen Gerhardt

Geschäftsführerin mit Erfahrung für Bauphasen

Die organisatorischen Fäden im künftigen Hotel hält Gerlinde Storm in der Hand. Michael Knibbiche stellte sie als Geschäftsführerin für das Hotel „Kreuzbergbaude“ ein. Die 55-jährige Görlitzerin bringt viel Erfahrung mit, denn sechs Jahre lang war sie Chefin im Görlitzer Hotel „Emmerich“. Das Görlitzer Haus am Untermarkt ist jetzt von der Zeitung "Handelsblatt" zu einem der 101 besten Hotels Deutschlands gekürt worden. Im "Emmerich" war sie ebenfalls schon vor der Eröffnung in der Bauphase tätig.

Obwohl noch gebaut wird, beschäftigen sich Gerlinde Storm und Michael Knibbiche bereits mit der Ausstattung der Zimmer. Nicht alles, was vorher drin war, wird entsorgt. „Was uns gefällt, bleibt da und findet sicher einen schönen Platz, an dem es gut zur Geltung kommt oder nützlich ist“, erklärt der Bauherr und nennt als Beispiel die Lampen. Die Bestuhlung lässt er teilweise neu beziehen. Wenn ihm das dann gefällt, bekommen alle Stühle einen neuen Bezug. Erhalten bleibt der Speisesaal neben der Küche, die bereits perfekt eingerichtet ist. Künftig soll auch die anliegende Terrasse im Sommer genutzt werden. Vor allem die blauen Stühle im Speiseraum haben es dem Bauherrn angetan. Ansonsten wird aber auch dieser Raum so gestaltet, dass sich die Gäste wohlfühlen.

Gäste sollen sich wohlfühlen

Das hat bei ihm oberste Priorität. „Wer zu uns kommt, soll sich rundum wohlfühlen, die Ruhe und die frische Luft auf dem Kreuzberg genießen.“ Dieses Fleckchen Erde biete mit Wanderwegen rund um Kreuz- und Schwarzberg, dem nahen Berzdorfer See und der Stadt Görlitz eine Vielfalt, in der sich ein abwechslungsreicher oder auch ruhiger Urlaub genießen lasse – mit draußen sitzen, grillen, wandern, Stadtbummel, Kultur und mehr. Auch an die Spaziergänger, die vor allem an den Wochenenden im Bergdorf unterwegs sind, wird gedacht: Es wird ein kleines Café auf dem Kreuzberg geben.

Der Bauherr hat weitere Pläne: Er baut eine Sauna und einen Wellnessbereich ein, wo sich jetzt die Galerie befindet. Ob er die Sauna möglicherweise auch der Öffentlichkeit zugänglich macht, oder ob sie Hotelgästen vorbehalten bleibt, weiß Michael Knibbiche noch nicht. Obwohl er den Gästen Ruhe und Abschalten gönnt, können sie dennoch in jedem Zimmer WLan und einen Fernseher nutzen. Die Anschlüsse dafür sind bereits gelegt.

Roswitha Schuster war schon in der Tagungsstätte angestellt. Jetzt arbeitet sie im künftigen Hotel. Der Eigentümer nennt sie "die gute Seele" des Hauses, auch wegen ihrer großen Einsatzbereitschaft und der Ideen, die sie mitbringt.
Roswitha Schuster war schon in der Tagungsstätte angestellt. Jetzt arbeitet sie im künftigen Hotel. Der Eigentümer nennt sie "die gute Seele" des Hauses, auch wegen ihrer großen Einsatzbereitschaft und der Ideen, die sie mitbringt. © Nikolai Schmidt

Marketing direkt und auf Reiseplattformen

Wie angekündigt, legen Gerlinde Storm und Michael Knibbiche viel Wert auf ein gutes Marketing. Ein Görlitzer Web-Designer entwirft eine Homepage für das Hotel „Kreuzbergbaude“, über die Direktbuchungen möglich sind. Aber auch auf dem Internet-Portal booking.com wird das Hotel präsent sein. Wichtig zu betonen ist ihnen, dass auch künftig Reisegruppen, die im Hotel eine Rüstzeit verbringen oder eine Tagung durchführen möchten, willkommen sind. Die Tagungsräume bleiben erhalten.

Dauert der Lockdown länger an, will der Bauherr auch die Zimmer im Altbau auf einen Schlag modernisieren, sodass dann alle 26 Zimmer, darunter drei Einzelzimmer, und eine Ferienwohnung, den Gästen frisch modernisiert zur Verfügung stehen. Ansonsten werden die Zimmer im Altbau nach und nach modernisiert und zum Teil neu eingerichtet – auch mit Topfpflanzen. Die Amaryllis im Foyer hat dann aber ihre Blütezeit schon hinter sich.

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