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Bekommt Görlitz einen Bären?

Es geht nicht um den Zoo. Der Film "Fabian" kommt dieses Jahr in die Kinos. Und tritt zur Berlinale an. Görlitz ist gleich mehrfach vertreten.

Tom Schilling und Saskia Rosendahl in einer Szene in Görlitz.
Tom Schilling und Saskia Rosendahl in einer Szene in Görlitz. © Archiv: Matthias Wehnert

Mit der Berliner Straße geht es los. Eine Straßenbahnfahrt in Richtung Postplatz. Der erste Trailer des Films "Fabian" zeigt noch mehr von Görlitz, der komplette Film sowieso: "Fabian oder Der Gang vor die Hunde" nach dem Roman von Erich Kästner wurde zu großen Teilen in Görlitz gedreht. Fabians Wohnung zum Beispiel war in der Jakobstraße. Am 1. Juli soll der Film in die Kinos kommen. Und er tritt zur Berlinale an.

Dreharbeiten am Kaufhaus im Sommer 2019. Damals war die Stadt voller Oldtimer. "Fabian oder Der Gang vor die Hunde" spielt 1931.
Dreharbeiten am Kaufhaus im Sommer 2019. Damals war die Stadt voller Oldtimer. "Fabian oder Der Gang vor die Hunde" spielt 1931. © Nikolai Schmidt

Die Hauptdarsteller sind Tom Schilling als Fabian, Saskia Rosendahl als seine Freundin Cornelia, Albrecht Schuch als Fabians bester Freund Stephan Labude. Schuch hatte jetzt in der Zeit von seiner Rolle in "Fabian" erzählt. Gedreht wurde im Sommer 2019 in Görlitz und Berlin. Görlitz spielte dabei selbst mehrere Rollen, hatte Produzent Felix von Böhm vor knapp zwei Jahren der SZ erzählt: "Wir erzählen Görlitz als Berlin und Dresden". Am Viadukt beispielsweise wurde eine Szene gedreht, die eigentlich in Kästners Heimatstadt Dresden spielt. Von Boehm leite die Berliner Produktionsfirma Lupa-Film.

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Meret Becker und Tom Schilling am Set in der Augustastraße. Kann man schon mal darauf anstoßen, "Fabian" ist im Rennen um die Bären.
Meret Becker und Tom Schilling am Set in der Augustastraße. Kann man schon mal darauf anstoßen, "Fabian" ist im Rennen um die Bären. © Archiv: Matthias Wehnert

Regie führte Dominik Graf. Er war vor einigen Jahren etwa schon mit "Die geliebten Schwestern" im Berlinale-Wettbewerb vertreten. Nun kam wieder eine Einladung aus Berlin: "Fabian" ist dieses Jahr im Rennen.

"Aufgrund der andauernden Covid-Pandemie finden die 71. Internationalen Filmfestspiele Berlin in zwei Stufen statt", teilen die Organisatoren mit. Es wird ein reduziertes Programm geben. Vom 1. bis zum 5. März stehen die Filme dem Fachpublikum und Pressevertretern online zur Verfügung. Umrahmt wird das Filmprogramm von Online-Veranstaltungen wie Diskussionen und Workshops.

Dabei soll auch das neue Filmbüro Görlitz eine Rolle spielen. Das Filmbüro, das Anfang des Monats seine Arbeit aufgenommen hat, zielt darauf, Filmproduktionen in Görlitz während der Corona-Pandemie zu unterstützen. Die Hygienestandards und andere Maßnahmen betreffen nahezu jeden Bereich einer Filmproduktion - von der Drehortsuche, über Komparsen bis zum Drehablauf und Catering. Wie das Görlitzer Filmbüro Filmschaffende in dieser Situation unterstützt, wird unter anderem Henrik Greisner, der zusammen mit Kerstin Gosewisch das Filmbüro führt, am 2. März erzählen.

Henrik Greisner und Kerstin Gosewisch vom Görlitzer Filmbüro. Das werden sie zur Berlinale vorstellen.
Henrik Greisner und Kerstin Gosewisch vom Görlitzer Filmbüro. Das werden sie zur Berlinale vorstellen. © Paul Glaser

„Wir präsentieren bei diesem internationalen Branchentreff unser Angebot und wollen mit wichtigen Entscheidern ins Gespräch kommen“, so Henrik Greisner, der seit vielen Jahren als Location-Manager tätig ist - und seit 1. Februar in Görlitz. „Das Potenzial von Görlitz ist enorm und meiner Meinung noch längst nicht ausgeschöpft.“ Ein Vorteil, so Kerstin Gosewisch, seien, "ganz klar die kurzen Wege und flachen Hierarchien vor Ort". Das helfe auch, pandemiebedingten Anforderungen gerecht zu werden.

In dem Online-Gespräch sind außerdem Produzent Stefan Arndt, der die Idee einer Filmakademie nach Görlitz brachte, Produzent Felix von Boehm, der Görlitz durch "Fabian" gut kennt und Location-Manager Markus Bensch vom Studio Babelsberg dabei, der auch an Görlitzer Produktionen wie "Der Vorleser" und "In 80 Tagen um die Welt" schon mitgewirkt hat, ebenso an den Planungsgesprächen für die Filmakademie in Görlitz.

Vom 9. bis 20. Juni findet der zweite Teil der Berlinale statt, das "Summer Special", bei dem die meisten Filme - zusammen mit den Filmschaffenden - in den Berliner Kinos zu sehen sind. "Die Eröffnung des Summer Special wird am 9. Juni mit einer festlichen Veranstaltung gefeiert", teilen die Organisatoren mit.

Dieses Jahr besteht die Jury aus sechs Regisseuren von sechs Goldenen-Bären-Gewinnerfilmen: Ihre Entscheidung über die Preisvergaben werden am 5. März verkündet. "Fabian" hat im Wettbewerb um den goldenen und die silbernen Bären Konkurrenz von 14 anderen internationalen Filmen - von Korea und Japan über Mexiko, bis zu iranischen, französischen und ungarischen Produktionen. Daniel Brühl ist zum Beispiel mit seinem Regiedebüt "Nebenan" dabei.

Görliwood war schon mehrfach auf der Berlinale vertreten. „Der junge Karl Marx“ mit August Diehl gedreht unter der Regie von Raoul Peck feierte 2017 auf der Berlinale Premiere. Und 2014 eröffnete "The Grand Budapest Hotel" den Wettbewerb.

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