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Viele Wunderbäume auf dem Görlitzer Postplatz

Die Sommerbepflanzung auf Görlitzer Schmuckplätzen erntet viel Lob. Aber auch Kritik, weil giftige Pflanzen darunter zu finden sind.

Rizinuspflanze in der Blumenrabatte auf dem Postplatz in Görlitz. Die orangefarbenen Blüten sind jedoch Dahlien.
Rizinuspflanze in der Blumenrabatte auf dem Postplatz in Görlitz. Die orangefarbenen Blüten sind jedoch Dahlien. © Paul Glaser/glaserfotografie.de

Der Görlitzer Postplatz ist eine Augenweide: Die Bepflanzung mit Blumen könnte durchaus als Vorbild für so manche Gestalter von Gartenschauen dienen. Doch in diesem Jahr gab es auch Kritik.

Einzelne Bürger aus Görlitz merken an, dass auf dem Görlitzer Postplatz giftige Pflanzen wachsen. Auch bei Facebook wurde darüber kurz diskutiert.

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Rizinus als Zierpflanze hat Tradition in Görlitz

Denn in den Blumenrabatten auf dem Postplatz wachsen Rizinusstauden. Christian Freudrich aus dem Sachgebiet Stadtgrün im Görlitzer Rathaus erklärt: "Die Verwendung von Rizinus als Zierpflanze im Sommerblumenbeet hat in Görlitz Tradition. Diese in unseren Breitengraden einjährig kultivierte Pflanze bildet eine imposante Solitärstaude. Sie beeindruckt durch ihre Schnellwüchsigkeit, Größe, Blattform und Blattfarbe." In diesem Jahr ergänzt der Rizinus der Sorte „Zanzibarensis“ das tropische Millefleurs auf dem Postplatz.

Für den deutschen Namen des Rizinus - Wunderbaum - gibt es eine biblische Erklärung: Danach sei die Pflanze zum Schutz des Propheten Jona in Ninive in einer Nacht zum Baum aufgeschossen, also sehr schnell gewachsen, was einem Wunder glich.

Jetzt, Ende August, überragt der Rizinus die anderen Pflanzen im Blumenbeet. Dahlien (rechts) bilden einen farblichen Kontrast. Blüten und Samenstände vom Rizinus werden von den Stadtgärtnern entfernt.
Jetzt, Ende August, überragt der Rizinus die anderen Pflanzen im Blumenbeet. Dahlien (rechts) bilden einen farblichen Kontrast. Blüten und Samenstände vom Rizinus werden von den Stadtgärtnern entfernt. © Paul Glaser/glaserfotografie.de

Blüten und Samenstände werden entfernt

In Görlitz wird der Rizinus (Ricinus communis) nicht jedes Jahr von den Stadtgärtnern verwendet, aber er kommt regelmäßig im Wechselflorbeet vor. "Die starke Giftigkeit der Samen ist uns selbstverständlich bekannt", betont Christian Freudrich. "Daher werden die Blüten- und Samenstände durch die Gärtner rechtzeitig entfernt, was die Gefährdung einer Vergiftung durch die Einnahme von Samen ausschließt."

Allgemein verbindliche Verbote für die Verwendung von giftigen Pflanzen in öffentlichen Parkanlagen sind im Görlitzer Rathaus nicht bekannt. Auf öffentlichen Spielplätzen dürfen hingegen einige Gehölze nicht vorhanden sein beziehungsweise nicht gepflanzt werden, erklärt Freudrich. Zu diesen nicht erlaubten Pflanzen gehören das Pfaffenhütchen (Euonymus europaea), der Seidelbast (Daphne mezereum), die Stechpalme (Ilex aquifolium) und der Goldregen (Laburnum anagyroides).

Dies trifft in Görlitz auf alle 43 öffentliche Spielplätze zu. Für Kindertagesstätten gibt es darüber hinaus durch die Unfallkasse noch detailliertere Restriktionen, was die Verwendung weiterer giftiger Pflanzen betrifft.

Dennoch sind die für die Spielplätze verbotenen Gehölze wichtige Bestandteile der öffentlichen Parkanlagen, erklärt Christian Freudrich und verweist auf die Verantwortung von Eltern und Erziehern: Auch deren Aufgabe ist es, den Kindern Wissen über die Giftigkeit verschiedener Pflanzen zu vermitteln. "Es ist praktisch nicht möglich und auch nicht wünschenswert, unseren Siedlungsraum und die angrenzende Natur und Landschaft frei von jeglichen giftigen Pflanzen zu halten", erklärt der Fachmann weiter. Neben der gartenarchitektonischen Wirkung von Blüten, Laubfarben und Gewächsanordnungen sind die Pflanzen auch wichtige Nahrungsgrundlage für wild lebende Tierarten wie Insekten und Vögel.

Anfang Juli dieses Jahres war der Rizinus noch viel kleiner als jetzt.
Anfang Juli dieses Jahres war der Rizinus noch viel kleiner als jetzt. © Paul Glaser/glaserfotografie.de

Hinweise zum Riesen-Bärenklau, aber nicht zum Rizinus

Beschwerden und Hinweise zum Thema Giftpflanzen im öffentlichen Raum gibt es im Görlitzer Rathaus hin und wieder. In der Vergangenheit vor allem in Bezug auf den Riesen-Bärenklau, der im Loenschen Park und im Stadtpark gefunden wurde. "Zur Verwendung von Rizinus ist uns dies aber nicht bekannt", erklärt Christian Freudrich.

Das Vorkommen von Giftpflanzen wird immer wieder in der Öffentlichkeit diskutiert. Meist stehe das im Zusammenhang mit dem Vorkommen gebietsfremder Pflanzen, sogenannter Neophyten, erklärt Friedrich und nennt als Beispiele Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum) und Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia).

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