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Bistum Görlitz ist auf West-Hilfsgelder angewiesen

Ein Drittel seiner Ausgaben bestreitet das kleinste Bistum Deutschlands mit den Zuweisungen aus den westlichen Diözesen. Doch dieses System gilt nur bis 2025.

Von Sebastian Beutler
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Das Bistum Görlitz ist nicht nur das kleinste in Deutschland, sondern zählt auch zu den ärmsten.
Das Bistum Görlitz ist nicht nur das kleinste in Deutschland, sondern zählt auch zu den ärmsten. © Martin Schneider

Das Bistum Görlitz stellt sich auf deutlich geringere Einnahmen ab 2026 ein. Nach einem Bericht der katholischen Wochenzeitung "Tag des Herrn" ergibt sich 2026 eine Finanzierungslücke von 4,72 Millionen, die sich bis 2030 auf 4,8 Millionen Euro erhöhen könnte. Grund sind wegfallende Strukturbeiträge, die gegenwärtig die westlichen Diözesen leisten - praktisch ein innerkirchlicher Finanzausgleich, wie er auf staatlicher Ebene zwischen armen und reichen Bundesländern in Deutschland auch existiert. Die Ausgaben des Bistums liegen zwischen 12 und 13 Millionen Euro pro Jahr.

In diesem Jahr erhält das Bistum 4,46 Millionen Euro aus den westlichen Diözesen. Das sind rund ein Drittel der Einnahmen des Bistums. Kirchensteuern tragen deutlich weniger zur Finanzierung der Arbeit des Bistums bei als in anderen Diözesen Deutschlands. Sie machen rund ein Drittel an den Einnahmen aus. Und dürften in den kommenden Jahren eher sinken. Grund sind dafür ein erwarteter Mitgliederrückgang und der Anteil der älteren Mitglieder, heißt es im Finanzbericht des Bistums für 2021.

Das Görlitzer Bistum ist nicht nur das kleinste in Deutschland, sondern gilt neben dem Magdeburger auch als das ärmste. Es zählt knapp 30.000 katholische Christen zwischen Görlitz im Süden und Eisenhüttenstadt im Norden. In den vergangenen Jahren waren bereits zahlreiche Gemeinden zusammengelegt und Pfarrstellen eingespart worden. Im Moment gibt es noch 16 Gemeinden. 2021 beschäftigte das Bistum 84 Mitarbeiter, davon rund 26 Geistliche.

So erklärte Bistums-Finanzchefin Regina Pätzold kürzlich bei einer Sitzung des Diözesanrates des Bistums, dass jetzt schon nur eine pastorale Grundversorgung im Görlitzer Bistum angeboten werde. Weitere Sparmöglichkeiten seien hier kaum gegeben. Die Finanzverwaltung des Bistums hat schon in der Vergangenheit sehr sparsam gearbeitet und damit auch rechtzeitig auf Veränderungen reagiert.

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Allerdings geht Regina Pätzold auch davon aus, dass es nach Auslaufen des derzeitigen Finanzausgleichssystems in der katholischen Kirche in Deutschland eine Anschlussregelung geben wird. So kündigte sie an, dass es nach 2026 sowohl für das Bistum Görlitz als auch Magdeburg "voraussichtlich eine Finanzhilfe" geben wird. Einzelheiten aber stehen noch nicht fest.

Das Bistum Dresden-Meißen rechnet ab 2026 mit einem jährlichen Fehlbetrag im Haushalt von 17,5 Millionen Euro. 2024 sollen konkrete Entscheidungen im Nachbarbistum getroffen werden, um die Finanzlücke zu verkleinern oder auszugleichen.