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Görlitzer Bürgerrat beklagt Vandalismus

Nachdem ein Insektenhotel im Kidrontal beschädigt wurde, fordert der Bürgerrat des Görlitzer Nordens mehr Respekt. Auch die Stadtverwaltung kommt nicht gut weg.

Der Bürgerrat Königshufen engagierte sich dafür, ein zweites Bienenhotel in Königshufen aufstellen zu lassen. Anfang Mai wurde es beschädigt.
Der Bürgerrat Königshufen engagierte sich dafür, ein zweites Bienenhotel in Königshufen aufstellen zu lassen. Anfang Mai wurde es beschädigt. © Stadtverwaltung Görlitz

Zum Anfang Mai beschädigten Insektenhotel im Kidrontal meldet sich jetzt der Bürgerrat Königshufen noch einmal zu Wort. Er hatte sich vor einem Jahr dafür stark gemacht, nach einem ersten an der Straßenbahnhaltestelle Alexander-Bolze-Hof noch ein zweites Bienenhotel aufzustellen, und sich vorgestellt, über Form und Standort mitbestimmen zu können. "Aber die Stadt hat uns vor vollendete Tatsachen gestellt", schreibt der Bürgerrat in einem Brief an die SZ.

Erst aus der Zeitung habe er erfahren, dass dieser "Kaninchenstall" Ende März im Kidrontal aufgestellt wurde und damit mehrere Wochen an einer für "Vandalen" günstigen Stelle stand. "Wir sind fassungslos über den Vandalismus durch bestimmte Personenkreise." Diese sollten darüber nachdenken, dass man nicht einfach vorsätzlich und mutwillig Gegenstände zerstören könne, die aus Mitteln die Stadt für die Bürger bezahlt wurden.

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Besonders das Kidrontal ist häufig Opfer von Vandalismus. Hier auf einer Wiese stand auch das Insektenhotel.
Besonders das Kidrontal ist häufig Opfer von Vandalismus. Hier auf einer Wiese stand auch das Insektenhotel. © Stadtverwaltung Görlitz

Die SZ hatte vermutet, ein Grund für den zunehmenden Vandalismus sei der Frust im Lockdown, wie es auch in anderen Städten beobachtet wurde. Der Bürgerrat meint hingegen, dahinter stecke eine immer geringere Achtung bestimmter Personen vor dem Eigentum Fremder und der sozialen Gemeinschaft. "Ob es ihnen gefiele, wenn man mit ihrem Eigentum wie Handys oder Kfz so umgehen würde?"

Der Bürgerrat schreibt, er sei auch unzufrieden mit dem Fehlen des Büros für Bürgerbeteiligung bei der Stadtverwaltung. Die Gründung der Bürgerräte habe die Zusammenarbeit der Stadtteilvertreter mit der Stadtverwaltung stärken sollen, damit sich die Lebensbedingungen in den Wohngebieten verbessern. "Seit dem Weggang der bisher zuständigen Mitarbeiterin in der Stadtverwaltung ist diese Stelle aber noch nicht wieder besetzt. Wie lange noch?" Das Büro, dem es mit der Zeit gelungen sei, die Zusammenarbeit zu koordinieren, fehle jetzt.

Der Bürgerrat schreibt, er erwarte von der Stadtverwaltung, dass sie sich zukünftig zeitnah zu den Aktivitäten mit ihm abstimmt, für die er sich engagiert. "Sonst brauchen wir keinen Bürgerrat, der sich ehrenamtlich für die Bewohner der Stadtteile einsetzt." Auch von den Königshufenern erwarte der Bürgerrat mehr Interesse und Mitwirkung bei der Gestaltung des Wohnumfeldes. Außerdem hoffe er, dass zur Herstellung von mehr Bürgernähe noch in diesem Jahr ein fester Treffpunkt für den Bürgerrat geschaffen werde.

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