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Görlitz: Betrunkener läuft auf Bahngleisen nach Hause

Bahn und Bundespolizei sorgten dafür, dass der Biertrinker überlebt. Aber er muss nun mit Konsequenzen rechnen.

Von Carla Mattern
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Symbolfoto
Symbolfoto © Symbolfoto: Paul Glaser

Am vergangenen Sonnabend wurde die Dienststelle der Görlitzer Polizei darüber verständigt, dass ein Unbekannter zwischen den Bahngleisen vom Markersdorfer Ortsteil Gersdorf in Richtung Reichenbach läuft. Während eine Streife vor Ort eilte, ordnete die Notfallleitstelle der Deutschen Bahn AG zunächst die Langsamfahrt für den Streckenabschnitt an. Das teilt am Montag Michael Engler mit, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Ludwigsdorf. In der Nähe des Haltepunktes Gersdorf trafen die Beamten dann auf einen offensichtlich stark angetrunkenen Mann aus der näheren Umgebung. Der 43-Jährige teilte mit, dass er am Vorabend zwölf Bier getrunken habe und nun am Vormittag auf dem schnellsten Weg nach Hause will. Diese Abkürzung wird nun Konsequenzen für den Biertrinker haben. Schließlich handelt es sich beim unbefugten Aufenthalt im Gleisbereich um eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld geahndet werden kann.

Am Sonnabendvormittag nahm die Bundespolizei einen 42-jährigen Armenier vorläufig fest. Dem Mann wird vorgeworfen, fünf Staatsangehörige aus Sri Lanka in die Bundesrepublik eingeschleust zu haben. Der Mann war vor den Augen der Fahnder mit einem polnischen Mietfahrzeug über den Autobahngrenzübergang Ludwigsdorf nach Deutschland gelangt. Bei Kodersdorf klickten dann die Handfesseln. Die Quittung für diese Tathandlung hat er zwar noch nicht bekommen, dennoch kam er hinter Gitter. Verantwortlich für den gegenwärtigen Gefängnisaufenthalt sind zwei Beschlüsse aus Gütersloh. Das dortige Amtsgericht hatte im Oktober 2021 wegen Urkundenfälschung in Tateinheit mit vorsätzlichem Fahren ohne Fahrerlaubnis, anschließend im März 2022 nochmals wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis Ersatzfreiheitsstrafen - insgesamt 196 Tage Freiheitsentzug - gegen den Verurteilten angeordnet. Im Zusammenhang mit dem neuen Strafverfahren wegen des Verdachts des Einschleusens kassierten die Ermittler das Schleuserfahrzeug sowie die Mobiltelefone des Verdächtigten, so der Bundespolizeisprecher. Die Geschleusten im Alter von 25 und 45 Jahren wurden unterdessen zu einer Erstaufnahmeeinrichtung gebracht.

Bundespolizisten sind am Sonntagabend auf der A 4 bei Weißenberg auf einen polnischen Pkw aufmerksam geworden. Sie stoppten das Fahrzeug und schauten sich den Kofferraum an. Dabei fiel ihnen vor allem eine Husqvarna-Akkusäge sowie ein dazugehörendes Ladegerät auf. Zur Herkunft des Werkzeuges erklärte der Kraftfahrer, dass er dieses zu Hause in Polen gekauft habe. Dieser Kauf stand aber unter keinem guten Vorzeichen, denn einer Überprüfung zufolge handelt es sich um Diebesgut. Demnach war die Säge einschließlich Zubehör Anfang 2020 im Bremerhaven entwendet worden. Nach der Sicherstellung der Geräte wird nun geklärt, inwiefern sich der 61-jährige Pole möglicherweise wegen des Verdachts des Diebstahls oder des Verdachts der Hehlerei strafbar gemacht hat.