Zittau
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Wenn eine Kugelbombe das Auge wegsprengt

Illegale Böller und deren Import sind im Dreiländereck immer wieder Thema. Die Bundespolizei hat nun einen Präventionsfilm darüber gedreht, unter anderem in Zittau.

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Diese nachgestellte Kontrolle ist Teil des Präventionsfilms.
Diese nachgestellte Kontrolle ist Teil des Präventionsfilms. © Bundespolizei Ebersbach

Der in der Oberlausitz lebende Martin B.* musste am eigenen Leib erfahren, wie gefährlich illegales Feuerwerk sein kann. Silvester 2012 hat er durch eine illegale Kugelbombe sein linkes Auge verloren. Zusammen mit Martin, der über seinen Unfall und die weitreichenden Folgen erzählt, dreht die Bundespolizei Ebersbach nun einen Aufklärungsfilm über dieses Thema. Federführend dabei sind Präventionsbeauftragte Jessica Große und der Pressesprecher der Ebersbacher Inspektion, Alfred Klaner.

Sie wollen über die tragischen Folgen von Unfällen mit Feuerwerk, die zahlreichen Beschlagnahmen nach dem Verbringen über die Grenze und das Vernichten durch den Entschärferdienst der Bundespolizei berichten. Außerdem zeigen sie die möglichen Folgen durch Gespräche mit der Familie von Martin, einem Facharzt, einem Staatsanwalt und einem Rechtsanwalt auf, teilt Klaner in einer Pressemeldung mit.

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Nicht nur im Grenzgebiet zu Tschechien und Polen sind illegale Böller und der unsachgemäße Umgang mit ungeprüftem Feuerwerk ein Thema. Insbesondere zu Silvester kommt es laut Klaner immer wieder zu tragischen Unfällen mit schweren Verletzungen. Und Pyrotechnik bei Sportgroßevents gefährde dort immer wieder unbeteiligtes Publikum. "Außerdem decken sich viele mit verbotenen Feuerwerksartikeln auch während des Jahres ein, die es auf den benachbarten Grenzmärkten recht einfach zu kaufen gibt, und riskieren ein Strafverfahren wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz", weiß Klaner.

Bundespolizei-Sprecher Alfred Klaner interviewt Präventionsbeauftragte Jessica Große.
Bundespolizei-Sprecher Alfred Klaner interviewt Präventionsbeauftragte Jessica Große. © Bundespolizei Ebersbach

Jedes Jahr starten Große und ihre Kollegen im November eine Aufklärungskampagne im Kampf gegen illegales Feuerwerk. Die Bundespolizistin ist dann in zahlreichen Schulen der Oberlausitz unterwegs und klärt Sieben- sowie Achtklässler über die Gefahren von nicht zertifiziertem Feuerwerk auf. „Es ist erschreckend, wie unbesonnen und selbstverständlich einige Jugendliche mit La Bomba und Co. hantieren. Sie kennen meist gar nicht die hochexplosiven Inhaltsstoffe und deren Wirkung“, sagt Große über ihre Arbeit in den Klassenzimmern.

"Frischer und frecher Stil" soll Jugend erreichen

Während ihre Kollegen Plakate mit Warnhinweisen an den grenznahen Zufahrtsstraßen in der Oberlausitz aufhängen und Flyer an Bürger verteilen, erklärt sie den Jugendlichen die Unterschiede von legalem sowie illegalem Feuerwerk und zeigt ihnen Fotos sowie Videos von Bölleropfern und ihren Verletzungen. Nun kommt noch der Präventionsfilm hinzu.

Einen ersten Drehtermin hat es am polnischen Grenzübergang in der Zittauer Friedensstraße vor Kurzem gegeben. Bundespolizisten stoppten einen eingereisten Kollegen, der den Kofferraum seines Autos voll mit illegalem Feuerwerk hatte. Natürlich alles nur leere Kartons! Und der Kollege? Ein „Laienschauspieler“ der Ebersbacher Pressestelle. Alfred Klaner, der sonst in seiner Freizeit Hochzeitsfilme dreht, meint: "Es ist eine völlig neue Herausforderung, der wir mit viel persönlichem Engagement begegnen." Mit diesem Aufklärungsfilm wolle man den Präventionsbeauftragten ein Handwerkszeug mit an die Hand geben, mit der sie aufgrund des "frischen, schnellen und teils frechen Stils im Film" die Jugend besser erreichen und sie über dieses ernsthafte Thema aufklären können.

*Name von der Bundespolizei Ebersbach geändert

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