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Corona: Das gilt ab Dienstag im Kreis Görlitz

Die 7-Tage-Inzidenz liegt seit Donnerstag über 100. Der Kreis muss nun Lockerungen zurücknehmen. Das trifft alle.

Click & Meet ist ab Dienstag nicht mehr möglich. Es gilt auch wieder die Ausgangsbeschränkung.
Click & Meet ist ab Dienstag nicht mehr möglich. Es gilt auch wieder die Ausgangsbeschränkung. ©  Symbolbild: dpa

Am Sonntagmorgen lag die Sieben-Tage-Inzidenz des RKI für den Landkreis Görlitz bei 152. Aber bereits am Sonnabend – der dritte Tag in Folge über der 100er-Grenze – war absehbar: Ab Dienstag muss der Landkreis Görlitz Lockerungen vom Anfang des Monats zurücknehmen. Die SZ fasst zusammen, was ab Dienstag gilt:

Wer muss schließen?

Schließen müssen Einzel- und Großhandelsgeschäfte mit Kundenverkehr, deren Sortiment nicht zum täglichen Bedarf zählt. Erlaubt bleibt Click & Collect, also die Abholung von vorher bestellten Waren. Click & Meet, Shopping mit Termin, ist aber nicht mehr möglich. Zurückgenommen sind die Lockerungen bei Sport, sowohl für den Individualsport als auch bei Kindergruppen. Körpernahe Dienstleistungen, dazu zählen etwa Kosmetik- und Tattoo-Studios müssen zum Dienstag schließen. Ausnahmen gelten für medizinisch notwendige Behandlungen, etwa in der Physiotherapie. Auch Tierparks und die Museen wie das Schlesische Museum in Görlitz oder das Wachsmannhaus Niesky, die nach Anmeldung seit voriger Woche Besucher wieder einlassen durften, müssen schließen.

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Welche Einrichtungen bleiben offen?

In vier sächsischen Landkreisen müssen am Montag Kitas und Schulen schließen. Der Kreis Görlitz gehört nicht dazu. Hier sollen nach aktuellem Stand die Schulen bis zum Beginn der Osterferien offen bleiben. Ebenso die Kitas, sofern die Träger nicht doch früher die Reißleine ziehen, wie es ab Montag beispielsweise in Kodersdorf der Fall ist. Bei den körpernahen Dienstleistungen sind weiterhin Fußpflege und medizinisch notwendige Behandlungen möglich, die Friseure bleiben offen. Ebenso Geschäfte der Grundversorgung, zu denen seit 8. März etwa auch Buchhandlungen, Baumärkte, Floristen, Baumschulen zählen.

Welche Kontaktbeschränkungen gelten?

Zuletzt galt, dass sich maximal fünf Personen aus höchstens zwei Hausständen treffen konnten. Hier gelten nun wieder strengere Regeln. Die Angehörigen des eigenen Hausstandes können sich ab Dienstag mit einer Person eines weiteren Hausstandes treffen. Kinder unter 15 Jahren werden dabei nicht berücksichtigt. Außerdem gilt wieder die Ausgangsbeschränkung, das Verlassen der Wohnung ist ohne triftigen Grund untersagt, teilt der Kreis mit. Zu den triftigen Gründen zählen etwa die Ausübung beruflicher oder ehrenamtlicher Tätigkeit, der Schulbesuch, Ausbildung, Versorgungsgänge, der Weg zum Arzt oder anderen medizinischen Behandlungen, zum Tierarzt, um unterstützungsbedürftige oder minderjährige Personen zu begleiten, Sport im Freien. Außerdem gilt auf öffentlichen Plätzen wieder das Alkoholverbot.

Tierparks fordern Sonderregelung

Auch der Görlitzer und der Zittauer Tierpark müssen am Dienstag schließen. Bereits vorige Woche hatte die Görlitzer Zoo-Sprecherin Isa Plath auf andere Bundesländer verwiesen, in denen Zoos, als Einrichtungen größtenteils unter freiem Himmel, geöffnet bleiben können. Der Görlitzer Tierpark-Direktor Sven Hammer fordert nun eine solche Regelung auch für Sachsen. Er verweist auf eine gerichtliche Entscheidung in Niedersachsen. Demnach könne das Infektionsrisiko beim Aufenthalt im Freien durch mildere Maßnahmen als einer Schließung gut reduziert werden. Ähnlich sieht es auch der Zittauer Tierpark, der sich einer Forderung der Tierparkgesellschaft angeschlossen hat.

Polen ist Hochinzidenzgebiet

Seit Oktober galt Polen als Risikogebiet. Am vorigen Freitag wurde das Nachbarland vom Bund wegen der deutlich steigenden Infektionszahlen als Hochinzidenzgebiet eingestuft worden. Polen ist deshalb bereits vorigen Mittwoch erneut in den Lockdown gegangen. Die Einstufung als Hochinzidenzgebiet bedeutet nach der aktualisierten Quarantäneverordnung Sachsens unter anderem, dass Berufspendler jetzt zweimal statt bisher einmal pro Woche einen Corona-Test vorweisen müssen. Wie die Länderbahn mitteilte, ist seit Sonntag der grenzüberschreitende Verkehr zwischen Sachsen und Polen eingestellt. Das betrifft auch alle Trilex-Verbindungen zwischen Görlitz und Zgorzelec, teilt Länderbahn-Sprecher Jörg Puchmüller mit: „Die Trilex-Züge nach Dresden starten und enden in dieser Zeit auf deutscher Seite in Görlitz.“

So ist die Lage im Kreis Görlitz

99 Neuinfektionen registrierte das Gesundheitsamt des Kreises am Wochenende, 63 am Sonnabend, 36 am Sonntag. Darunter sind 89 Erwachsene und zehn Kinder. Unter den bekannten Infektionen wurden drei weitere Fälle der britischen Corona-Variante gemeldet. Deren Zahl ist damit auf 167 im gestiegen. Aktuell liegt die Sieben-Tage-Inzidenz des Kreises bei 166.

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Vor allem bei jungen Menschen zeigt sich die britische Variante als deutlich infektiöser, hatte der Görlitzer Epidemiologe Roger Hillert kürzlich erklärt. Das wird auch im Kreis deutlich. Inzwischen sind in 26 Schulen 39 positive Fälle, davon neun Mutationen zu verzeichnen, an 22 Kitas sind es 49 Fälle, davon 13 Mutationen. Nicht geändert dagegen hat sich die Zahl der Corona-Patienten, die ins Krankenhaus müssen. 68 Corona-Patienten werden derzeit in den Kliniken des Landkreises behandelt, 13 von ihnen benötigen eine intensivmedizinische Betreuung. Neun von ihnen müssen laut dem Intensivregister divi beatmet werden.

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