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Corona: Fallzahl sinkt, Unsicherheit steigt

Am Wochenende wurden im Kreis Görlitz die ersten Fälle der britischen Corona-Mutation gemeldet. Nun weiß der Kreis mehr.

Modelle eines Coronavirus.
Modelle eines Coronavirus. © dpa

Nach dem Wochenende sind die Coronazahlen im Kreis meistens niedriger. Eine Neuinfektion innerhalb der vergangenen 24 Stunden meldete das Gesundheitsamt an diesem Montag. Es handelt sich dabei um eine erwachsene Person in Görlitz.

Bereits seit anderthalb Wochen zeichnet sich im Kreis eine Entspannung der Lage ab. So wurden vor einer Woche vier Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet, die Sieben-Tage-Inzidenz fiel unter die 200er-Marke. Aktuell liegt die Inzidenz bei 140,9. Das RKI gab 138 an. Werte in dieser Höhe wies der Kreis Görlitz zuletzt Ende Oktober auf.

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Infektionsweg noch nicht klar

Die schlechte Nachricht kam allerdings am Sonnabend. Ein Spezial-Labor hatte bei zwei Proben aus dem Landkreis Görlitz die britische Corona-Mutation festgestellt. Betroffen ist eine Familie aus Bad Muskau, erklärt Martina Weber, Gesundheitsbeigeordnete des Kreises. Insgesamt wurden drei Personen der Familie, ein Mann, seine Frau und eine ältere Person, positiv auf das Corona-Virus getestet. Bei dem Mann wird noch untersucht, ob er sich ebenfalls mit der britischen Virusmutation infiziert hat, bei der Frau und der älteren Person stehe es fest.

Unklar ist noch, auf welchem Weg es zu den Infektionen kam. Die ältere Person ist im Ruhestand, die Frau im Moment ebenfalls nicht arbeiten, erklärt Martina Weber. Die Frage, ob sie sich womöglich bei der dritten Person, die in einem anderen Landkreis arbeitet, infiziert haben, lässt sich noch nicht abschließend beantworten - da noch nicht feststeht, ob es sich auch bei seiner Infektion um die mutierte Variante handelt.

Alle drei Betroffenen haben Symptome

Alle drei Personen weisen Krankheitssymptome auf, erklärt Martina Weber, "sie müssen aber nicht stationär behandelt werden". Die Kontaktermittlung für die im Kreis Görlitz ansässigen Betroffenen, sei abgeschlossen.

Was das nun für den Landkreis Görlitz bedeutet, Martina Weber versucht optimistisch zu bleiben. Eine Dunkelziffer bei der Verbreitung mutierter Corona-Varianten sei leider nie auszuschließen. Nach der südafrikanischen Variante wurde in Sachsen am Freitag auch die britische erstmals in Leipzig nachgewiesen, am Montag wurden mehrere Fälle im Vogtland gemeldet. Deshalb gilt derzeit, dass stichprobenartig, etwa fünf Prozent der Proben, speziell auf mutierte Varianten untersucht werden.

Der Kreis will außerdem auf die Hausärzte zugehen, sie bitten, besonders genau auf Hinweise von Patienten zu achten, die auf eine der Mutationsvarianten hindeuten können - etwa Besuche aus stärker betroffenen Gebieten.

Hauptaugenmerk: Belastung in den Kliniken

Das Hauptaugenmerk, geht es um die Gesamtlage im Kreis, liegt für Martina Weber weiterhin auf der Auslastung der Krankenhäuser. Von einem Normalzustand ist noch nicht zu sprechen, aber auch hier deutet sich Entspannung an. Über das Wochenende konnten einige Personen, die aufgrund einer Corona-Erkrankung stationär behandelt werden mussten, das Krankenhaus oder die Intensivstation verlassen: Aktuell werden in den Kliniken des Kreises 143 Menschen stationär behandelt, 15 von ihnen brauchen eine intensivmedizinische Betreuung.

Aktuell sind 436 Personen im Kreis mit Covid-19 infiziert, vor einer Woche waren es 685 Einwohner. Zu diesem Monat meldete der Kreis außerdem weitere 91 genesene Personen. Allerdings wurden auch weitere Todesfälle gemeldet. Es handelt sich dabei um Nachmeldungen aus dem Zeitraum vom 15. bis zum 25. Januar, erklärt das Gesundheitsamt. Es handelt sich um drei Frauen und vier Männer im Alter von 66 bis 97 Jahren, die in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben sind. Die Zahl der Todesfälle seit Beginn der Pandemie erhöht sich im Kreis Görlitz damit auf 782.

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