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Corona: Zahlen in Polen wieder wie im November

In den sächsischen Beratungen waren Lockerungen im kleinen Grenzverkehr noch kein Thema. Nach Tschechien steigen nun auch in Polen die Zahlen wieder.

Mitte Februar öffneten in Polen zum Beispiel die Skigebiete, zum Beispiel in Bialka Tatrzanska. Mancherorts, etwa in Karpacz, kam es aber zu regelrechten Anstürmen.
Mitte Februar öffneten in Polen zum Beispiel die Skigebiete, zum Beispiel in Bialka Tatrzanska. Mancherorts, etwa in Karpacz, kam es aber zu regelrechten Anstürmen. © PAP/DPA

Häufig hat die Polizei in den vergangenen Tagen Kontrollen zu den Corona-Schutzmaßnahmen vermeldet. Darunter auch Kontrollen an den Grenzen zu Tschechien und zu Polen. Einzelne Verstöße stellten die Beamten zwar fest, aber sowohl Dienstag, Mittwoch wie Donnerstag teilte die Polizei mit: "Alle Kontrollierten führten die erforderlichen Dokumente sowie aktuellen Corona-Negativ-Tests mit sich."

Wer sich in Polen und damit in einem ausländischen Risikogebiet aufgehalten hat und nach Sachsen einreist, unterliegt einer Quarantäne- und einer Testpflicht. Berufspendler müssen einmal wöchentlich einen Corona-Test vorlegen können. Es gibt weitere Ausnahmen von der Quarantänepflicht, etwa, wenn soziale oder medizinische Gründe vorliegen.

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Dass die Regelungen gelockert werden, scheint derzeit nicht absehbar, war auch in der sächsischen Kabinettssitzung am Freitag zur neuen Corona-Schutzverordnung nur kurz Thema. Wirtschaftsminister Martin Dulig verwies auf die immer dramatischere Lage in Tschechien. "Deshalb haben wir die Quarantänepflicht, so wie sie jetzt ist, verlängert." Sie soll am 17. März angepasst werden, "dafür müssen sich die Infektionszahlen aber auch so entwickelt haben, dass wir es verantworten können", so Dulig. Ende voriger Woche hatte Sachsen beschlossen, gemeinsam mit anderen Bundesländern tschechische Intensivpatienten aufzunehmen und Impfstoff und Schnelltests in besonders betroffene Grenzregionen zu liefern.

Auch Polen meldet erneut einen hohen Anstieg der Infektionszahlen, die etwa auf Novemberniveau liegen: Am Mittwoch, Donnerstag und Freitag lagen die gemeldeten Neuinfektionen jeweils bei über 15.000, am Freitag bei über 15.800 laut Angaben der WHO. Am Sonntag wurden knapp 13.600 Neuinfektionen vermeldet. Allerdings verläuft die Pandemie in Polen regional sehr verschieden, vor allem rund um Warschau gibt es besonders viele Neuinfektionen. Der Kreis Zgorzelec vermeldete am Sonntag lediglich neun neue Fälle, in der an den Landkreis Görlitz grenzende Wojedwodschaft Niederschlesien ist der Corona-Schwerpunkt rund um die Stadt Kamienna Gora (Landeshut), die am östlichen Rand des Riesengebirges liegt.

Auch die Zahl der Todesfälle scheint, etwa im Vergleich zu vor drei Wochen, wieder zu steigen. Am Mittwoch waren es 352, am Donnerstag 289, am Freitag 263. Insgesamt sind im Nachbarland bislang über 44.900 Menschen in Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner.

Die Werte, so Vize-Gesundheitsminister Waldemar Kraska, in der vorigen Woche würden zeigen, "dass die dritte Welle nicht nur Fakt ist, sondern auch Tempo aufnimmt.“ Rund 15.000 Coronapatienten würden in Krankenhäusern behandelt. Mitte Februar, als das noch anders aussah, gab es Lockerungen, so konnten etwa Skigebiete, Hotels, Museen, Theater, Kinos mit begrenzter Gästezahl wieder öffnen. Nachdem die Zahlen nun wieder stiegen, gab es Debatten, die Lockerungen zurückzunehmen - das betraf aber bislang nur eine Wojwodschaft im Norden Polens. Landesweit wurde eine Pflicht zur medizinischen Maske eingeführt. Die aktuellen Coronamaßnahmen gelten in Polen bis 14. März.

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