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Die meisten Krankschreibungen wegen Rückenschmerzen

Muskel-Skelett- und psychische Erkrankungen sind laut DAK die häufigsten Ausfallgründe. Auch Corona änderte einiges.

Von Daniela Pfeiffer
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Mit Rückenschmerzen plagen sich viele Arbeitnehmer herum. Homeoffice macht es nicht besser.
Mit Rückenschmerzen plagen sich viele Arbeitnehmer herum. Homeoffice macht es nicht besser. © Agentur

Kaum zu glauben in Pandemiezeiten: Die Atemwegserkrankungen sind im Landkreis Görlitz im ersten Halbjahr 2020 deutlich zurückgegangen. Das geht aus dem aktuellen DAK-Gesundheitsreport hervor, dem die Daten von 40.000 Versicherten in den Landkreisen Görlitz und Bautzen zugrunde liegen.

Obwohl Corona bei vielen Infizierten Atemwegsprobleme macht, sind andererseits durch Lockdown und strenge Corona-Maßnahmen fast alle anderen Atemwegserkrankungen wie Erkältungen oder Grippe ausgefallen. Das schlägt sich in den Krankentagen nieder. So wird sich das aber vermutlich in der Statistik des laufenden Jahres nicht wiederholen, glaubt Andreas Motzko, der Leiter des DAK-Servicezentrums in Bautzen. Denn wie sich aktuell schon widerspiegelt und wie Experten auch bestätigen, werden viele Infektionen, die es im Vorjahr nicht gegeben hatte, nun nachgeholt.

An der Spitze der Diagnosen steht nach wie vor Muskel-Skelett-System- und psychische Erkrankungen. Im vergangenen Jahr waren Muskel-Skelett-Erkrankungen, also Rückenschmerzen, Bandscheibenschaden oder Knieprobleme für ein Viertel aller Krankschreibungen verantwortlich. Dahinter folgt auf Platz zwei – trotz des coronabedingten Rückgangs – die Atemwegserkrankung mit 17 Prozent. Die dritthäufigste Krankheitsursache sind psychische Probleme.

Viele Fehltage im Landkreis Görlitz

Trotz vielfältiger Präventionsangebote ist das seit Jahren eher unverändert. Andreas Motzko nennt den hohen Altersschnitt der Bevölkerung, aber auch den Fachärztemangel in der Region, als Ursachen dafür.

Grundsätzlich rangiert der Landkreis Görlitz bei Fehltagen mit 4,9 Prozent im sachsenweiten Vergleich eher oben. Der Nachbarkreis Bautzen ist einer der wenigen, die noch mehr haben, nämlich 5,2 Prozent. Die meisten Fehltage gibt es im Landkreis Mittelsachsen (5,5 Prozent).

Boom durch Corona: Viele Beschäftigte können sich auch nach Corona zeitweises oder komplettes Arbeiten im Homeoffice vorstellen.
Boom durch Corona: Viele Beschäftigte können sich auch nach Corona zeitweises oder komplettes Arbeiten im Homeoffice vorstellen. © dpa-tmn

2020 – das erste Corona-Jahr – war aber auch durch völlig neue Erfahrungen geprägt, die sich auf die generelle Gesundheit der Menschen auswirkten. Vor allem, dass viele Beschäftigte ins Homeoffice gehen konnten oder mussten, hatte Auswirkungen. War es vor der Corona-Krise etwa jeder Zehnte, der regelmäßig von daheim aus arbeitete, stieg das im ersten Lockdown auf 40 Prozent an. Fast die Hälfte der Beschäftigten würden auch weiterhin mindestens einen Teil ihrer Arbeitszeit von zu Hause aus leisten.

Doch damit einhergeht weniger Bewegung. Das bestätigt knapp die Hälfte der durch die DAK bundesweit Befragten. Man gehe eben nicht mehr zu Fuß auf Arbeit oder nimmt das Rad, fahre weniger Einkaufen oder zu Bekannten. Die Folge: Viele Beschäftigte haben in der Corona-Krise an Körpergewicht zugelegt. Ein Drittel gibt an, dass es ungefähr drei Kilo mehr sind, sieben Prozent haben sogar deutlich zugenommen – also mehr als fünf Kilo.

Doppelbelastung im Homeoffice

Ebenfalls ein Drittel bestätigt, dass durch das Homeoffice mehr Rückenprobleme auftreten. Zudem kann Homeoffice sich auf die Psyche schlecht auswirken. Die hohe Doppelbelastung, Job und Familie fast gleichzeitig unter einen Hut bekommen zu müssen, Ablenkung durch Kinder, fehlender Kontakt zu den Kollegen, all das gibt fast die Hälfte der Befragten an. Und so fühlten sich 20 Prozent während ihrer Homeoffice-Zeit besonders gestresst und hatten auch mit Schlafproblemen zu kämpfen.

Die DAK bietet Firmen und Beschäftigten hier Hilfe an, um Homeoffice, aber auch hybrides Arbeiten – also im Büro, aber auch zu Hause – gesünder zu machen. Ziel sei es, „das beste aus zwei Welten ziehen und dabei die jeweiligen Risiken zu vermeiden“, heißt es im DAK-Report. Für Beschäftigte gibt es dafür auch spezielle Online-Kurse und digitale Informationen. Für Menschen mit psychischen Problemen hält die DAK das veovita plus-Programm bereit, wo es darum geht, bei Depressionen, Ängsten oder Burnout schnelle Hilfe zu bekommen.