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Das ist 2020 besser geworden

Jede Medaille hat zwei Seiten. So lassen sich in der Rückschau viele Momente zwischen Görlitz und Niesky entdecken, die schön waren, trotz Pandemie.

Der Schlesische Tippelmarkt war das einzige größere Görlitzer Fest 2020. Trotz der Bedingungen, fühlten viele Besucher hier ein Stück "Normalität" zwischen den Lockdowns.
Der Schlesische Tippelmarkt war das einzige größere Görlitzer Fest 2020. Trotz der Bedingungen, fühlten viele Besucher hier ein Stück "Normalität" zwischen den Lockdowns. © Nikolai Schmidt

Man braucht nicht lange zu überlegen, um Dinge zu finden, die in diesem Jahr 2020 nicht gut liefen. Die Corona-Pandemie prägte das Jahr – und hatte Auswirkungen auf jeden Menschen. Tausende Einwohner im Kreis waren selbst betroffen von dem neuartigen Virus, viele ohne oder mit geringen Symptomen, andere mit schweren Erkrankungen. Für manche war es ein Jahr der Trauer, weil sie Angehörige verloren haben. Wieder anderen machte die Krise beruflich große Sorgen, Beschäftigte im medizinischen Bereich kamen an ihre Grenzen. Trotz allem aber gab es auch gute Momente. Viele Menschen zeigten eine riesige Solidarität, Selbstlosigkeit, Hilfs- und Spendenbereitschaft. Manche reagierten mit ganz neuen Ideen auf die schwierige Lage und machten damit anderen eine Freude. An einigen Stellen lösten sich Probleme, wurden wichtige Baustellen fertig, wagten Händler oder Gastronomen Neueröffnungen. Und manche Unternehmen hatten durch die neuen Anforderungen, die Corona mit sich brachte, sogar Vorteile. (sod)

Ideen in der Sehnsucht nach Fest und Musik

Das Autokino Görlitz war das passende Veranstaltungsformat, als alle Kinos geschlossen waren.
Das Autokino Görlitz war das passende Veranstaltungsformat, als alle Kinos geschlossen waren. © PR
Weniger Menschen, mehr Platz, kein Kulturprogramm – dennoch war der Schlesische Tippelmarkt ein wahrer Höhepunkt im Görlitzer Kulturleben 2020.
Weniger Menschen, mehr Platz, kein Kulturprogramm – dennoch war der Schlesische Tippelmarkt ein wahrer Höhepunkt im Görlitzer Kulturleben 2020. © Nikolai Schmidt/Archiv
Das Theater Görlitz hatte sogar den Saal umgebaut und das Orchester in den Rang gesetzt, um wenigstens einigen Zuschauern Kulturgenuss zu ermöglichen.
Das Theater Görlitz hatte sogar den Saal umgebaut und das Orchester in den Rang gesetzt, um wenigstens einigen Zuschauern Kulturgenuss zu ermöglichen. © André Schulze/Archiv

Kaum ein Theater, Konzert oder Fest besuchen zu können, hat in diesem Jahr Vielen ein Stück Freude genommen. Einiges aber wirkte gegen die Tristesse: Mit dem Tippelmarkt im Juli gehörte der Kulturservice Görlitz zu den ersten, die wieder ein Fest wagten. Zwar mit Beschränkungen und ohne Kulturprogramm, aber die Freude der Besucher war spürbar. Und für die Töpfer war es in Zeiten abgesagter Märkte ein wichtiges Zeichen. Zahlreiche Kulturschaffende wurden noch kreativer als sonst: Viele Musiker drehten Videos und gaben Onlinekonzerte. Das Städtische Museum präsentierte sein Barockhaus in einem wunderbaren virtuellen Rundgang. Für das Autokino bot sich eine Nische. Und das Theater, das mit dem Umbau des Saals wenigstens einige Kulturerlebnisse ermöglichte, ging schließlich mit seinem beliebten Weihnachtskonzert online. (ie)

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Mutige Händler

Die Innenarchitektin Jutta Kießler bietet seit dem Frühling Beratungen zu ätherischen Ölen in ihrem Duftladen "Aromastar" im Obersteinweg an.
Die Innenarchitektin Jutta Kießler bietet seit dem Frühling Beratungen zu ätherischen Ölen in ihrem Duftladen "Aromastar" im Obersteinweg an. © Nikolai Schmidt
Nicole Gzrybek ist glücklich, in der Seidenberger Straße in Altweinhübel ihren eigenen kleinen Blumenladen zu haben.
Nicole Gzrybek ist glücklich, in der Seidenberger Straße in Altweinhübel ihren eigenen kleinen Blumenladen zu haben. © Paul Glaser
Viele Jahre hatten Kim Nguyen und ihr Mann einen Stand auf dem Görlitzer Wochenmarkt. Nun eröffneten sie gegenüber im ehemaligen Erotikshop ein eigenes Geschäft.
Viele Jahre hatten Kim Nguyen und ihr Mann einen Stand auf dem Görlitzer Wochenmarkt. Nun eröffneten sie gegenüber im ehemaligen Erotikshop ein eigenes Geschäft. © André Schulze
Normalerweise reisen Gregor und Tasmara Kowalski viel und stellen Großhändlern die neuesten Wohnaccesoires und Kleininterieur der Produzenten vor. Im Herbst eröffneten sie in der Straßburg-Passage ihr eigenes Geschäft.
Normalerweise reisen Gregor und Tasmara Kowalski viel und stellen Großhändlern die neuesten Wohnaccesoires und Kleininterieur der Produzenten vor. Im Herbst eröffneten sie in der Straßburg-Passage ihr eigenes Geschäft. © Nikolai Schmidt
Mohammed Ahmad hat in den früheren Räumen der Parfümerie Thiemann in der Berliner Straße - eines der letzten historischen Ladengeschäfte - ein Geschäft für Böhmisches Kristall eröffnet.
Mohammed Ahmad hat in den früheren Räumen der Parfümerie Thiemann in der Berliner Straße - eines der letzten historischen Ladengeschäfte - ein Geschäft für Böhmisches Kristall eröffnet. © André Schulze

So mancher bangt dieses Jahr verständlicherweise um die Zukunft seines Geschäftes. Einige wagten sich dennoch an neue Konzepte. Manche gar an eine Neueröffnung. Manchmal auch, um aus der Not eine Tugend zu machen. So wie Tamara und Gregor Kowalski, die sonst als Handelsvertreter viel unterwegs sind. Im Herbst hat das Paar mit seinem ersten eigenen Geschäft eine der leeren Flächen in der Straßburg-Passage gefüllt. Auf der Berliner Straße hat das historische Geschäft in Nummer 13 wieder einen Mieter. Dort funkelt jetzt Kristall. Um Düfte geht es seit einigen Wochen am Obersteinweg. Und Kim Nguyen, die viele vom Görlitzer Wochenmarkt kennen, eröffnete mit ihren Waren ein Geschäft an der Elisabethstraße. Nicole Grzybek, Floristin in Görlitz, startete mit ihrem Geschäft, in dem sie auf Plastik verzichtet, vor einem Monat in Altweinhübel. (sod)

Solidarität in der Krise

Als die deutsch-polnische Grenze geschlossen war und sich ein riesiger Stau bildete, versorgten Viele die Menschen in den Fahrzeugen mit Essen und Trinken.
Als die deutsch-polnische Grenze geschlossen war und sich ein riesiger Stau bildete, versorgten Viele die Menschen in den Fahrzeugen mit Essen und Trinken. © Nikolai Schmidt/Archiv
Caro Renner und Jana Krauß gründeten zu Beginn der Coronapandemie eine Hilfsinitiative, die zum Beispiel anbot, für Menschen der Risikogruppe einzukaufen oder wichtige Gänge zu erledigen.
Caro Renner und Jana Krauß gründeten zu Beginn der Coronapandemie eine Hilfsinitiative, die zum Beispiel anbot, für Menschen der Risikogruppe einzukaufen oder wichtige Gänge zu erledigen. © Nikolai Schmidt
Für den an Leukämie erkrankten Vincent J. aus dem Görlitzer Umland initiieren seine Freunde vom Holtendorfer Sportverein eine Stammzellspendersuche.
Für den an Leukämie erkrankten Vincent J. aus dem Görlitzer Umland initiieren seine Freunde vom Holtendorfer Sportverein eine Stammzellspendersuche. © Holtendorfer SV

Die Bilder sind unvergesslich: Unzählige Lkw reihen sich auf der A4, zig Autos stehen in Görlitz wegen der aufwendigen Kontrollen nach der Grenzschließung durch Polen im Stau. Aber etwas Gutes hatten diese teils dramatischen Situationen: Sie zeigten, wie solidarisch die Oberlausitzer sein können. Vor allem im Frühjahr war das merklich. In kürzester Zeit entstanden Netzwerke wie die Corona-Hilfe Görlitz oder auch das Nachbarhelfen vom Sozialen Netzwerk Lausitz, das etwa auch in Niesky wirkte. Es wurden Flyer gedruckt für Menschen, die Unterstützung brauchten. Eine Frage war immer, ob Hilfeanbieter und -suchende so zueinander finden. Aber die Möglichkeit war geschaffen. Auch jenseits der Pandemie halfen viele, bei Weitem nicht nur Görlitzer, und gingen zur Typisierung, als für einen Spieler des SV Holtendorf ein Stammzellenspender gesucht wurde. Es wurde ein möglicher Spender gefunden. (sod)

Touristenansturm mit gemischten Gefühlen

Kaum Gruppen, dafür viele Individualtouristen und Familien kamen diesen Sommer nach Görlitz. Jannett, Tim und Kay Schmidt (v. l.) aus Eilenburg hatten ursprünglich einen Norwegen-Urlaub geplant.
Kaum Gruppen, dafür viele Individualtouristen und Familien kamen diesen Sommer nach Görlitz. Jannett, Tim und Kay Schmidt (v. l.) aus Eilenburg hatten ursprünglich einen Norwegen-Urlaub geplant. © Nikolai Schmidt/Archiv
Für den Bootstouranbieter Neiße-Tours war 2020 das beste Jahr seit Langem. Hier Tour zwischen Deschka und Rothenburg.
Für den Bootstouranbieter Neiße-Tours war 2020 das beste Jahr seit Langem. Hier Tour zwischen Deschka und Rothenburg. © Rolf Ullmann/Archiv

Reiselust nach dem ersten Lockdown, Reisebeschränkungen und Furcht vor Ansteckung im Ausland sorgten für einen Tourismusboom innerhalb Deutschlands, von dem Görlitz enorm profitierte. Hoteliers und Gastwirte, die im Frühjahr um ihre Existenz gebangt hatten, erlebten im Sommer einen Ansturm wie nie zuvor. Familien machten mehrere Tage Urlaub in Görlitz und erkundeten dabei auch das Umland und dessen Freizeitangebote. So war 2020 zum Beispiel für den Rothenburger Bootstouranbieter Neiße-Tours eines seiner besten Jahre. Auch wochentags waren die 70 Boote fast immer belegt. Ähnlich ging es Boats & Friends mit seinen Görlitzer Schlauchboottouren. Der Trixipark und andere Bäder waren überlaufen. Der Boom hatte leider eine Kehrseite: Vermutlich war er ein Grund für die aktuell hohen Infektionszahlen im Landkreis. (ie)

Hier rollt es wieder

Sieht nicht so aus, aber als das Bild entstand, gingen die Bauarbeiten bei der Sanierung der Görlitzer Bahnhofstraße schon ihrem Ende zu. Mitte Dezember war es geschafft.
Sieht nicht so aus, aber als das Bild entstand, gingen die Bauarbeiten bei der Sanierung der Görlitzer Bahnhofstraße schon ihrem Ende zu. Mitte Dezember war es geschafft. © André Schulze
Die Bahnhofstraße bekommt ihre neue Decke.
Die Bahnhofstraße bekommt ihre neue Decke. © Foto: Stadt Görlitz
Ebenfalls im Dezember wurde die Sibylle-Kreuzung udn damit der Nieskyer zinzendorf komplett freigegeben. Für die Händler in unmittelbarer Umgebung keine leichte Zeit. Zuerst befürchteten sie Einbußen durch die Baustelle, kurz nach freigabe mussten sie ihre Geschäfte wegen des Lockdowns schließen.
Ebenfalls im Dezember wurde die Sibylle-Kreuzung udn damit der Nieskyer zinzendorf komplett freigegeben. Für die Händler in unmittelbarer Umgebung keine leichte Zeit. Zuerst befürchteten sie Einbußen durch die Baustelle, kurz nach freigabe mussten sie ihre Geschäfte wegen des Lockdowns schließen. © André Schulze
Der Schlossplatz in Rothenburg wurde saniert und zum Parkplatz umgebaut.
Der Schlossplatz in Rothenburg wurde saniert und zum Parkplatz umgebaut. © André Schulze

Auch wenn Manches zeitweise stillzustehen schien dieses Jahr - die Baumaschinen jedenfalls nicht. Bei wichtigen Sanierungen von Straßen und Plätzen heißt es jetzt: geschafft! Etwa bei der Neugestaltung des Schlossplatzes Rothenburg, der - anders als der Name vermuten lässt - lange kein gutes Bild abgab. Viel Kopfzerbrechen über Jahre - wegen der Gestaltung wie der Finanzierung - brachte er obendrein. Jetzt ist das Vorhaben abgeschlossen, der Schlossplatz auch Parkplatz. Freie Bahn auch in Niesky seit einigen Wochen. Am Zinzendorfplatz wurden zwei Kreuzungen erneuert. Eine nervenaufreibende Zeit, besonders für die Händler, die in einer ohnehin belastenden Zeit Bauverzögerungen fürchteten. Eine Umleitung weniger auch in Görlitz: Die Sanierung der Bahnhofstraße ist fertig - der Startschuss für größere Pläne am Brautwiesenbogen. (sod)

Neue Restaurants zwischen Höhen und Tiefen

Sebastian Hübscher eröffnete im April eine Eisdiele an der Görlitzer Büchtemannstraße.
Sebastian Hübscher eröffnete im April eine Eisdiele an der Görlitzer Büchtemannstraße. © Nikolai Schmidt/Archiv
Torsten Scholz, Olaf Wiedmer und Andreas Görnitz brauchen das "Nieder Seifersdorfer". Sie haben aus dem früheren Stadt Löbau in der Niederseiferdorf ein Brauhaus gemacht und planen dort eine Gastwirtschaft.
Torsten Scholz, Olaf Wiedmer und Andreas Görnitz brauchen das "Nieder Seifersdorfer". Sie haben aus dem früheren Stadt Löbau in der Niederseiferdorf ein Brauhaus gemacht und planen dort eine Gastwirtschaft. © André Schulze/Archiv
Johannes Witoschek wagte mit 73 Jahren einen gastronomischen Neustart in der Görlitzer Nikolaivorstadt. Und war damit nicht der Einzige.
Johannes Witoschek wagte mit 73 Jahren einen gastronomischen Neustart in der Görlitzer Nikolaivorstadt. Und war damit nicht der Einzige. © Nikolai Schmidt/Archiv
Das Abstandsgebot im Sommer sorgte für eine entspannte Atmosphäre auf dem Görlitzer Untermarkt. Die Gastwirte durften mehr Platz nutzen als sonst.
Das Abstandsgebot im Sommer sorgte für eine entspannte Atmosphäre auf dem Görlitzer Untermarkt. Die Gastwirte durften mehr Platz nutzen als sonst. © André Schulze/Archiv

Für die Gastronomie war 2020 ein Jahr voller Höhen und Tiefen. Dennoch gibt es einige neue Lokale. Im Januar öffnete am Untermarkt das "Horschel", das auf internationale Rezepte aus heimischen Zutaten setzt. Der bekannte Gastwirt Johannes Witoschek wagte im Mai mit dem Nikolaicafé am Görlitzer Nikolaiturm einen Neustart. Die neue Eisdiele im Büchtemannhäusl etablierte sich zu einem beliebten Ausflugsort, genau wie die neue Strandbar und der Sommerbiergarten am Berzdorfer See. Die Brauerei "Nieder Seifersdorfer" plant ihr Brauhaus um eine Gastwirtschaft zu erweitern. Die Genussmesse "Coolinaria" an der Görlitzer Frauenkirche war ein voller Erfolg. Und wer die neue Weinbar "Benigna" am Untermarkt besuchte, konnte zusehen, wie entspannt es im Sommer - dank Abstandsgebot - auf dem belebten Untermarkt zuging. (ie)

Schön ist die Jugend

Siegfried Deinege (li.) war das Werk 1 als soziokulturelles Zentrum ein Herzensprojekt. In seiner Amtszeit als Oberbürgermeister konnte es nicht abgeschlossen werden. Zu viele Überraschungen hielt das alte Furnierwerk bereit, auch mehrere Kostenerhöhungen. Zur Einweihung mit OB Octavian Ursu war er mit dabei.
Siegfried Deinege (li.) war das Werk 1 als soziokulturelles Zentrum ein Herzensprojekt. In seiner Amtszeit als Oberbürgermeister konnte es nicht abgeschlossen werden. Zu viele Überraschungen hielt das alte Furnierwerk bereit, auch mehrere Kostenerhöhungen. Zur Einweihung mit OB Octavian Ursu war er mit dabei. © Pawel Sosnowski/pawelsosnowski.c
Luca, Philipp, Heidi, Anna, Franz (vorn),
sowie Max und Marco (hinten) haben Leben in eien alte Bauernwirtschaft von Gemeinderatsmitglied Marco Friedlander gebracht: Der Jugendclub Groß Krauscha ist im Oktober fertig geworden.
Luca, Philipp, Heidi, Anna, Franz (vorn), sowie Max und Marco (hinten) haben Leben in eien alte Bauernwirtschaft von Gemeinderatsmitglied Marco Friedlander gebracht: Der Jugendclub Groß Krauscha ist im Oktober fertig geworden. © André Schulze

Ausgerechnet im Krisenjahr 2020 ist es geschafft: Nach neun Jahren, 4,4 Millionen Euro und mehreren Verschiebungen ist das Werk 1 fertig geworden. Ein neues soziokulturelles Zentrum auf dem ehemaligen Waggonbaugelände. Den Anstoß hatten einst Görlitzer Jugendliche gegeben. Aber nicht nur für sie ist das Werk 1 wichtig, auch für die Entwicklung der Innenstadt West. Jetzt kann es losgehen. Ebenso in Groß Krauscha, wo Jugendliche Leben in eine alte Bauernwirtschaft eines Gemeinderatsmitgliedes gebracht haben - mit ihrem Jugendklub. Knapp zwei Jahre lang haben sie mit der Gemeinde Fördermittelanträge verfasst und gewerkelt. Was Werk 1 und Jugendklub gemeinsam haben: Beim Interieur steht noch Arbeit an. (sod)

Lichtblicke in ungesunden Zeiten

Glücklich über die Eröffnung des lang ersehnten Mutter-Kind-Zentrums am Klinikum Görlitz: Anne-Katrin Winkelmann, Ärztin in der Kinderklinik (l.), und Stationsleiterin Yvonne Weber.
Glücklich über die Eröffnung des lang ersehnten Mutter-Kind-Zentrums am Klinikum Görlitz: Anne-Katrin Winkelmann, Ärztin in der Kinderklinik (l.), und Stationsleiterin Yvonne Weber. © Städtisches Klinikum Görlitz
Bald nach dem ersten Lockdown konnte Advita das Betreute Wohnen in der Alten Bahnpost Görlitz eröffnen. Im Team von Anne Krems (m.): Lucia Posselt (l.) und Mandy Zagorski.
Bald nach dem ersten Lockdown konnte Advita das Betreute Wohnen in der Alten Bahnpost Görlitz eröffnen. Im Team von Anne Krems (m.): Lucia Posselt (l.) und Mandy Zagorski. © André Schulze/Archiv
Nach Jahren in der Schwebe steht nun fest: Das Carolus-Krankenhaus bleibt bei den Maltesern.
Nach Jahren in der Schwebe steht nun fest: Das Carolus-Krankenhaus bleibt bei den Maltesern. © André Schulze/Archiv

Bei aller Belastung der Krankenhäuser und Pflegeheime: Das Jahr 2020 bot auch manch Gutes in Sachen Gesundheit und Pflege. So konnte im Mai das lang erwartete Mutter-Kind-Zentrum des Görlitzer Klinikums eröffnet werden: Endlich sind nun Kreißsaal, Frühchen-, Wochen- und Kinderstation sowie Arztzimmer und Kindernotaufnahme in einem Gebäude vereint. Ebenfalls im Frühsommer zogen die ersten Senioren in die Alte Görlitzer Bahnpost ein, die "Advita" zu einer Anlage für Betreutes Wohnen umgebaut hat. Im Herbst entschieden sich vier junge Ärzte aus Honduras, ihre Facharztausbildung in Zittau und weiteren Kliniken des Landkreises zu absolvieren – in Zeiten des Ärztemangels ein kleiner Lichtblick. Und schließlich konnte das Carolus-Krankenhaus, das zum Verkauf stand, verkünden, dass es doch bei den Maltesern bleibt. (ie)

Erfolgsgeschichten für eine gute Zukunft

Eines der großen Vorhaben für Görlitz, die Oberbürgermeister Octavian Ursu angehen möchte, wurde 2020 auf den Weg gebracht: Die Filmakademie mit den Filmproduzenten Stefan Arndt (X-Filme) und Peter Hartwig (Kineo).
Eines der großen Vorhaben für Görlitz, die Oberbürgermeister Octavian Ursu angehen möchte, wurde 2020 auf den Weg gebracht: Die Filmakademie mit den Filmproduzenten Stefan Arndt (X-Filme) und Peter Hartwig (Kineo). © Stadt Görlitz
Dass junge Menschen in ihre Heimat zurückkehren können, zeigt das Beispiel von Pia Hanfeld, die zu den jungen Forschern des Casus-Instituts auf dem Görlitzer Untermarkt gehört.
Dass junge Menschen in ihre Heimat zurückkehren können, zeigt das Beispiel von Pia Hanfeld, die zu den jungen Forschern des Casus-Instituts auf dem Görlitzer Untermarkt gehört. © André Schulze/Archiv
SKAN hat in Hagenwerder ein neues Gebäude eingeweiht und für ein weiteres mit OB Ursu und Ministerpräsident Michael Kretschmer (m.) den ersten Spatenstich gefeiert.
SKAN hat in Hagenwerder ein neues Gebäude eingeweiht und für ein weiteres mit OB Ursu und Ministerpräsident Michael Kretschmer (m.) den ersten Spatenstich gefeiert. © Nikolai Schmidt/Archiv

In schwierigen Zeiten gibt es Einige, die das Glück haben, gerade dann besonders gebraucht zu werden. Dazu gehört während der Corona-Pandemie die Firma SKAN mit Deutschlandsitz in Görlitz-Hagenwerder. Sie stellt Isolatoren her, die zum Beispiel in der Pharmaindustrie bei die Herstellung von Impfstoffen gebraucht werden. Bereits Mitte des Jahres weihte SKAN eine neues Gebäude ein, weitere Bürogebäude und zwei neue Fertigungshallen sind geplant. Zu den 185 Mitarbeitern sollen weitere 100 hinzukommen. Viel Personal hat auch das 2019 gegründete Forschungsinstitut Casus eingestellt. Inzwischen arbeiten am Untermarkt über 25 Wissenschaftler, in zwei Jahren sollen es doppelt so viele sein. Außerdem wurde die Görlitzer Filmakademie auf den Weg gebracht, in der Menschen für Berufe hinter der Kamera ausgebildet werden sollen. (ie)

Ein bisschen Spaß muss ein

Dieses Jahr keine Deko, weil alle Kürbisse in Quarantäne sind? Nein, das sah tatsächlich anders aus. Die Ludwigsdorfer zeigten ob der Krise Humor und ließen sich ihre Besonderheit nicht nehmen.
Dieses Jahr keine Deko, weil alle Kürbisse in Quarantäne sind? Nein, das sah tatsächlich anders aus. Die Ludwigsdorfer zeigten ob der Krise Humor und ließen sich ihre Besonderheit nicht nehmen. © Nikolai Schmidt/Archiv
Klaus und Hanka Bernhardt mit ihrem Wartezimmer im Vorgarten.
Klaus und Hanka Bernhardt mit ihrem Wartezimmer im Vorgarten. © Nikolai Schmidt/Archiv
Kürbisse in Ludwigsdorf
D, Sachsen, Ludwigsdorf, 16.09.2020
Foto: Nikolai Schmidt
Kürbisse in Ludwigsdorf D, Sachsen, Ludwigsdorf, 16.09.2020 Foto: Nikolai Schmidt © Nikolai Schmidt/Archiv
Klaus und Hanka Bernhardt sind von Beginn an dabei beim Kürbis-Schmücken von Ludwigsdorf. Jedes jahr werden neue Ideen gebraucht. Dieses Jahr fiel das Thema den beiden nicht schwer: Corona hat viele bewegt.
Klaus und Hanka Bernhardt sind von Beginn an dabei beim Kürbis-Schmücken von Ludwigsdorf. Jedes jahr werden neue Ideen gebraucht. Dieses Jahr fiel das Thema den beiden nicht schwer: Corona hat viele bewegt. © Nikolai Schmidt/Archiv
Das Kürbiswiegen fand diesmal einsam statt, mit Terminvergabe für die teilnehmer. Aber es fand statt. Der Kürbis (Mitte) von Andreas Baumert aus Ober-Neundorf wiegt 439,3 Kilogramm.
Das Kürbiswiegen fand diesmal einsam statt, mit Terminvergabe für die teilnehmer. Aber es fand statt. Der Kürbis (Mitte) von Andreas Baumert aus Ober-Neundorf wiegt 439,3 Kilogramm. © Foto: Heimatverein
Jedes Jahr denken sich zahlreiche Luwigsdorfer neue Figuren aus, die man aus Kürbis machen kann.
Jedes Jahr denken sich zahlreiche Luwigsdorfer neue Figuren aus, die man aus Kürbis machen kann. © Nikolai Schmidt/Archiv

Eigentlich war es nicht spaßig für die Ludwigsdorfer. So wie zahlreiche Feste fiel auch das ihre aus: Das Kürbiswiegen fand zwar statt, aber ohne Publikum und Programm. Auf Eines aber verzichteten sie nicht. Viele Ludwigsdorfer schmückten wieder - wie seit vielen Jahren - ihre Vorgärten mit Kürbisfiguren oder gleich ganzen Kürbis-Schaubildern. Diese zeigten teils, wie sehr die Corona-Pandemie sie beschäftigte. Viele griffen pandemie-bedingte Situationen auf. Aber sie zeigten auch, dass sie ihren Humor nicht verloren hatten. Damit machten die Ludwigsdorfer auch anderen eine Freude. So mancher Spaziergang oder Spazierfahrt im September führte durch Ludwigsdorf. (sod)

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