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Der Arzt vom Plakat

Marjan Stojanoski ist der neue Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin im Carolus-Krankenhaus - und in Görlitz trotzdem schon ein bekanntes Gesicht.

Marjan Stojanoski, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Palliativmedizin des Malteser Krankenhauses St. Carolus in Görlitz.
Marjan Stojanoski, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Palliativmedizin des Malteser Krankenhauses St. Carolus in Görlitz. © Martin Schneider

Arzt werden, das war gar nicht der Plan gewesen. Nach seinem Abitur in der Heimat Mazedonien hatte Marjan Stojanoski eher mit Ökonomie als Studienfach geliebäugelt. Heute sagt er: „Ich bereue nicht, dass ich auf meinen Vater gehört und Medizin studiert habe.“ Nur dass weder er noch sein Vater gedacht hätten, wo Marjan Stojanoski einige Jahre später sein würde: in Deutschland. Denn er ist der neue Chefarzt für die Innere Medizin im Görlitzer St. Carolus-Krankenhaus. Die Malteser holten ihn vor drei Monaten hierher.

Und doch führte der Weg nicht direkt von Mazedonien nach Görlitz. Zunächst studierte Marjan Stojanoski in Bulgarien, 500 Kilometer von zu Hause entfernt. Direkt nach dem Studium bekam er durch eine Vermittlungsagentur das Angebot, seine Facharzt-Ausbildung für Innere Medizin in Deutschland zu machen. Er ging nach Hoyerswerda, ließ sich gut ausbilden - auch in der Gastroenterologie, also jenem Zweig der Inneren Medizin, das sich mit dem Verdauungsapparat befasst.

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Erfahrung, Wissen und ein super Team. Bis zum heutigen Erfolg war es eine lange, lehrreiche Reise, die sich nun in verschiedenen Abteilungen widerspiegelt und seinen Kunden Einrichtungs- und Wohnträume verwirklicht.

In Hoyerswerda bereits Oberarzt, machte der 37-Jährige schließlich noch einen Abstecher nach Lauchhammer, wo er bereits ein halbes Jahr Chefarzt war, bevor es nach Görlitz ging. Warum Görlitz? Wenn er auch von der Stadt selbst bislang eher nur Gutes gehört hat und noch nicht viel Gelegenheit, sich selbst davon zu überzeugen, so hat es ihm das St. Carolus doch gleich angetan. „Ich bin von der netten und angenehmen Atmosphäre von Anfang an beeindruckt gewesen“, sagt er. Auch, dass er hier doch ein wenig mehr Zeit für den Patienten hat, gefällt ihm sehr. „Vielleicht liegt es an den katholischen Strukturen.“

Neue Eingriffe am Carolus

Trotzdem ist so ein Chefarztposten natürlich eine Herausforderung, vor allem, wenn hohe Erwartungen daran geknüpft sind - von der Klinikleitung. Denn Marjan Stojanoski hat mit seiner Ausbildung und Erfahrung als Gastroenterologe ein komplettes Gebiet im St. Carolus neu etablieren können. Auf diesem Gebiet bietet die Klinik für Innere- und Palliativmedizin nun zusätzlich die gesamte Bandbreite gastroenterologischer Eingriffe an. Dazu zählen sogenannte ERCP - eine endoskopische Methode, mit der therapeutische Eingriffe am Gallengang und Pankreassystem durchgeführt werden können - außerdem endosonografische Untersuchungen des oberen und unteren Gastrointestinal-Traktes, Kontrastmittelsonografie oder die sonografisch gestützte Punktion der Leber. Weiterhin werden gängige Untersuchungen, wie Magen- und Darmspiegelungen durchgeführt.

Damit er das auch kann, habe er sich bevor er zusagte, von den Bedingungen überzeugt. „Die Grundvoraussetzungen sind da, eine gute Basis für Erweiterungen“, sagt der mazedonische Arzt, der vielleicht manchen Görlitzern schon bekannt vorkommen wird, auch wenn sie in letzter Zeit keine Patienten im Carolus waren. Denn Marjan Stojanoski ist eines der Gesichter, die aktuell von vielen Plakaten im Stadtgebiet und der ganzen Lausitz schauen und sagen: „Komm in mein Team!“

Marjan Stojanoski auf einem der Malteser-Plakate. Insgesamt gibt es sechs verschiedene Motive, jeweils drei für Görlitz und drei für Kamenz, wo die Malteser ebenfalls ein Krankenhaus betreiben.
Marjan Stojanoski auf einem der Malteser-Plakate. Insgesamt gibt es sechs verschiedene Motive, jeweils drei für Görlitz und drei für Kamenz, wo die Malteser ebenfalls ein Krankenhaus betreiben. © Malteser/Stephanie Haensch

Es ist eine neue Kampagne, mit der die Malteser Sachsen-Brandenburg um Fachkräfte werben. Aktuell schreiben sie in ihren Krankenhäusern in Görlitz und Kamenz 23 offene Stellen aus, darunter sind sieben Arztstellen, neun Jobs in der Pflege und Ausbildungsstellen. Auch Freiwilligendienstleistende werden immer gesucht. Neun Ärzte und Pfleger aus beiden Malteser Krankenhäusern haben mitgemacht, um für die Jobs zu werben.

Auch Marjan Stojanoski, der auch für sein eigenes Team noch neue Kollegen sucht. Und wie ist es so, die halbe Stadt von Plakaten herunter anzulächeln? „Den meisten Patienten fällt es nicht so auf, da ich ja immer die Maske trage“, sagt er. Von den Kollegen kommt hingegen schon ab und an ein kleiner Spruch in der Richtung: „Wir fühlen uns nach Feierabend beobachtet.“ Doch die „Komm in mein Team“-Kampagne scheint zu wirken, er habe schon Bewerbungen auf dem Tisch liegen, sagt der Chefarzt, der täglich pendelt.

Denn sein Zuhause in Hoyerswerda hat er vorerst behalten. Mit seiner Frau, einer Englischlehrerin, und den vier und acht Jahre alten Kindern lebt er dort in einem Haus. Dass seine Frau ihn so unterstützt und ihm den Rücken freihält, darüber ist er sehr froh und dankbar. „Als Arzt ist man eben selten zu Hause, das muss jedem klar sein, der diesen Beruf wählt“, sagt er. Dafür habe man einen tollen Beruf mit einem guten Image, für das aber auch viel geleistet werden müsse.

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