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So zitterte Görlitz im Mai

Was bei vielen für schlechte Stimmung sorgte, macht Waldbesitzern Freude: Der Mai in Görlitz war zu nass. Alle Wald-Gefahren sind damit aber nicht gebannt.

Der Regen im Mai sorgte nicht nur für triste Bilder. Anfang Mai gelang Robert Wirth am Görlitzer Theater dieses Foto mit einem Doppel-Regenbogen.
Der Regen im Mai sorgte nicht nur für triste Bilder. Anfang Mai gelang Robert Wirth am Görlitzer Theater dieses Foto mit einem Doppel-Regenbogen. © Robert Wirth

Sie machten sich diesmal zeitig auf den Weg. Am 1. Mai etwa erreichten die Eisheiligen Görlitz und blieben eine reichliche Woche. "Danach waren die Temperaturen etwas milder", erklärt Jens Oehmichen, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst in Leipzig. Dennoch, ein sehr kühler Mai blieb es.

Insgesamt war dieser Frühling in Sachsen der kälteste deutschlandweit, der Mai der kühlste seit 2010. So auch in Görlitz. Frost brachte der Mai nicht mehr in die Stadt, dafür immerhin zwei Sommertage: Über 25 Grad stieg das Thermometer am 10. und 11. Mai. Alle Werte zusammengerechnet lag das Monatsmittel bei 11,4 Grad, genauso wie 2010. Üblich nach dem langjährigen Mittel wären für einen Görlitzer Mai 12,6 Grad, erklärt Jens Oehmichen.

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Kühl, aber nicht rekord-kalt

Rekord-kalt war es aber nicht: "Der kälteste Mai seit Aufzeichnungsbeginn war 1991 mit 9,2 Grad", erzählt Oehmichen. "Interessanterweise waren die letzten Mai-Monate auch zu kalt." Auch 2020 und 2019 lagen die Durchschnittswerte in Görlitz etwas unter dem langjährigen Mittelwert. "Davor muss man bis 2010 zurückgehen, um wieder einen Mai zu finden, der zu kühl war." Das Gegenstück, ein rekord-warmer Mai war der 2018 mit einer Durchschnittstemperatur von 16,8 Grad.

Allerdings: Der Mai dieses Jahr war weit weg von zu trockenen Werten. 133 Prozent des Niederschlag-Solls kamen in Görlitz an: 66,1 Liter pro Quadratmeter sind üblich, 88,1 Liter gab es. "Das gleicht etwas den April aus, der etwas zu trocken war", sagt Oehmichen. Insgesamt hat Görlitz damit einen recht feuchten Frühling hinter sich, "es war nicht überbordend, aber auch nicht zu trocken."

Noch keine Entwarnung im Wald

Das freut die Waldbesitzer. Die Oberböden im Wald sind in den meisten Gebieten derzeit gut durchfeuchtet, sagt Landesforstpräsident Utz Hempfling vom Sachsenforst. Im April und Mai gab es durchschnittlich in Sachsen nur sechs Tage mit einer Mitteltemperatur von über 16,5 Grad - die Schwelle für den Schwärmflug der Borkenkäfer. Entwarnung gebe es aber noch keine.

So sei an den Fichten weiterhin teils eine sehr hohe Populationsdichte zu beobachten. "Durch den späten Beginn ist die Schwärmaktivität teils sehr konzentriert", erklärt der Sachsenforst. An 13 der insgesamt 83 Monitoring-Standorten wurden sogar höhere Fangzahlen im Vergleich zum Vorjahr registriert. Aktuelle Schwerpunkte dieser hohen Borkenkäfer-Aktivität an Fichten seien die gleichen wie voriges Jahr, darunter der Landkreis Görlitz.

Auch sei trotz des feuchten Maimonats das Niederschlagsdefizit aus den Vorjahren noch immer nicht ausgeglichen, tiefliegende Wasserreserven noch nicht wieder gefüllt.

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