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Diakonie-Stiftung trennt sich von ihren Chefs

Der frühere DRK-Chef André Maywald übernimmt die Geschäfte der Görlitzer Stiftung Libera ab sofort. Seine Vorgängerinnen gehen - ohne ein öffentliches Wort des Dankes.

André Maywald kommt (links), Christina Lumper geht.
André Maywald kommt (links), Christina Lumper geht. © Fotos: Nikolai Schmidt, Pawel Sosnowski

Paukenschlag bei der Diakonie-Stiftung Libera, die in Görlitz das Kinderheim betreibt.

Ab sofort ist André Maywald Vorstandsmitglied der Stiftung. Er löst die bisherigen Vorstandsmitglieder Christina Lumper und Silke Schlegel ab. Die Entscheidung fiel einstimmig im Stiftungsrat.

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In der Pressemitteilung der Stiftung von Freitagnachmittag heißt es, dass ab sofort die Zusammenarbeit mit den bisherigen Vorständinnen beendet wird. Üblich sind sonst Worte des Dankes und der öffentlichen Würdigung. Doch jetzt wird der Wechsel sang- und klanglos mitgeteilt. Das ist sonst immer nur bei Unstimmigkeiten der Fall.

Das ist besonders auffällig, weil Christina Lumper seit 1999 und damit über 20 Jahre bei der Stiftung tätig war. Sie stand für die Stiftung. Zunächst arbeitete die studierte Heil- und Behindertenpädagogin als Referentin, später als Assistentin, studierte berufsbegleitend noch Betriebswirtschaftslehre, um seit 2011 die Stiftung selbst zu leiten. Damals war es noch die Stiftung Diakonie-Sozialwerk Lausitz.

Zum 20-jährigen Jubiläum 2019 nannte sich die Stiftung in die nicht sehr geläufige Bezeichnung "Stiftung Diakonie Libera" um. Libera kommt aus dem Lateinischen und bedeutet frei und selbstbestimmt.

Seit Juli 2019 arbeitete auch Silke Schlegel im Vorstand der Stiftung. Die Bautzenerin war vorher Marketingleiterin und Abteilungsleiterin für digitales Marketing sowie strategische Beraterin bei marktführenden Industrie- und IT-Unternehmen. Bei der Stiftung Diakonie-Sozialwerk Lausitz arbeitete sie seit 2017.

André Maywald war zuletzt Geschäftsführer des Octamed-Ärztezentrums in Görlitz-Rauschwalde. Bekanntheit erlangte der Reichenbacher aber zuvor als langjähriger Geschäftsführer des DRK-Verbandes Görlitz. Eine Zeitlang war er auch als Nachfolger des Reichenbacher Bürgermeisters Andreas Böer gehandelt worden.

Der Stiftungsrat der Diakonie Libera freut sich, heißt es in der Pressemitteilung, mit André Maywald einen erfahrenen Vorstand zu gewinnen, der die Stiftung in der Zukunft mit Unterstützung aller Leiter der Einrichtungen und der Mitarbeiter führt. „Die tägliche engagierte Arbeit aller Mitarbeiter, Freunde und Unterstützer unserer Diakoniestiftung ist besonders in dieser schwierigen gesellschaftlichen Zeit ein unverzichtbares und wertvolles Gut", werden der Vorsitzende des Stiftungsrates, der Görlitzer Volksbank-Chef Sven Fiedler, und André Maywald in der Erklärung zitiert, "um das Wohlergehen der uns anvertrauten Kinder, Jugendlichen, Menschen mit Behinderung und älteren Menschen zu sichern. Das ist täglich gemeinsam neu zu erarbeiten. Darauf freuen und konzentrieren wir uns.“

Bereits seit 1999 ist die Stiftung Diakonie-Sozialwerk Lausitz, die ihren Sitz in Görlitz auf dem Mühlweg hat, in der Alten-, Behinderten- sowie Kinder- und Jugendhilfe tätig. 1996 als Diakonieverein gegründet, unter dessen Dach die Evangelische Kirche der schlesischen Kirche 1992/93 zahlreiche Einrichtungen bündelte, die sie von Kommunen übernommen hatte, ging das Werk 1999 in seine heutige Rechtsform als Stiftung über. Die Stiftung ist Arbeitgeber für mehr als 500 Beschäftigte.

Als die Diakonie-Stiftung Görlitz-Hoyerswerda mit der Stiftung des Martinshofes in Rothenburg zur Diakonie-Stiftung St. Martin zusammengingen, blieb Libera selbstständig.

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