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Wer klaut wertvollen Baum von Görlitzer Förderschule?

Ausgerechnet vor einer Schule buddelten Unbekannte einen kostbaren Fächerahorn aus. Doch Nachbarn hatten Mitleid und brachten Ersatz.

Lara, Sophie und Konstantin aus der Klasse 5a halfen beim Einpflanzen der Ersatzbäumchen, die die Nachbarn spontan vorbeibrachten.
Lara, Sophie und Konstantin aus der Klasse 5a halfen beim Einpflanzen der Ersatzbäumchen, die die Nachbarn spontan vorbeibrachten. © FSZ Mira Lobe

Das war wirklich keine schöne Entdeckung. Eines Morgens war der japanische Zwergahorn verschwunden. Er wuchs und gedieh seit vergangenem Jahr in einem Hochbeet vor dem Förderschulzentrum Mira Lobe in Görlitz-Königshufen.

Die Arbeitsgruppe Schulhaus-/Schulhofgestaltung hatte sich um die Beete gekümmert. Jegliche Bepflanzung wurde nur durch Spenden der Baumärkte Hornbach und toom möglich. Der Kauf des wertvollen Ahorns durch das Sponsoring des Fördervereins, berichtet Lehrerin Anja Eifler. Stolze 80 Zentimeter hoch war der Ahorn bereits und „dementsprechend auch schon ein bisschen was wert“, wie Frau Eifler sagt. Bis man feststellen musste, dass das Bäumchen fehlt. Die Schule geht davon aus, dass der Baum bewusst ausgewählt wurde und es kein Spontan-Klau war. Dafür spricht auch, dass der Ahorn offenbar fein säuberlich ausgegraben wurde - und nicht herausgerissen oder abgesägt. „Ein riesige Frechheit, wie wir finden“, so Anja Eifler. Der Diebstahl wurde natürlich bei der Polizei angezeigt.

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Diesen Ahorn hat ein Senior aus einer sogenannten Ahorn-Nase gezüchtet. Weil der Mann verstorben ist, schenkte seine Familie das Bäumchen dem Förderschulzentrum in Königshufen. Hier war zuvor ein Ahornbäumchen aus einem Hochbeet gestohlen worden.
Diesen Ahorn hat ein Senior aus einer sogenannten Ahorn-Nase gezüchtet. Weil der Mann verstorben ist, schenkte seine Familie das Bäumchen dem Förderschulzentrum in Königshufen. Hier war zuvor ein Ahornbäumchen aus einem Hochbeet gestohlen worden. © FSZ Mira Lobe

Doch Lehrer und Kinder können trotz der Enttäuschung und Wut auch schon wieder lachen. Denn Nachbarn haben von dem Diebstahl erfahren und wollten helfen. So brachten sie Schulleiterin Konstanze Marschler zwei Wochen später zwei neue kleine Bäume, darunter auch wieder ein Ahorn. „Eine unglaublich liebe Geste nach so einem dreisten Baum-Klau“, finden Frau Eifler und das Kollegium.

Das Ahornbäumchen stammt aus dem Garten ihres Opas, der im Februar verstorben ist. „Er hatte den Ahorn tatsächlich aus einem kleinen Nasenstieper herangezogen und nun steht das Bäumchen in unserem Hochbeet an der Schule“, sagt Anja Eifler. „Und die Nachbarn freuen sich sehr, dem Förderzentrum damit eine Freude gemacht und geholfen zu haben. Außerdem können sie so weiterhin beobachten, wie der Ahorn des Opas wächst und gedeiht.“

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