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Diese kalten Blöcke kamen bis aus Ludwigsdorf

Wie unsere Vorfahren den frostigen Winter zu nutzen wussten, stand vor 150 Jahren in der Zeitung.

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In Kellern an der Neiße stapelte sich 1867 Eis für Brauereien.
In Kellern an der Neiße stapelte sich 1867 Eis für Brauereien. © Repro: Sammlung Hans Schulz

Im Januar des Jahres 1867 hatten unsere Vorfahren mit einem grimmigen Winter zu tun. „Noch nie wurde so viel Eis in die Lagerkeller eingebracht“, schrieb der „Görlitzer Anzeiger“ am 23. Januar vor 150 Jahren: „Besonders die Brauereibesitzer haben keine Kosten gescheut, um große Massen an Eis einzulagern, weil ja die Befürchtung umgeht, dass es später milder werden soll. Als das Eis auf der Neiße noch nicht stark genug war, zogen deshalb die Fuhrwerke aus zu den Wiesen-Lachen nach Ludwigsdorf und zu den Teichen bei Leopoldshain. Dort sind die Schichten stärker, und deshalb wurden schon hunderte Fuder entnommen“, stand in der Zeitung.

Kein Wunder, dass die Besitzer der Flächen damals mitrechneten – in Ludwigsdorf verlangte man 15 Groschen je Fuder, das hatte es bisher noch nie gegeben. Zudem war das Eiseinbringen eine willkommene Beschäftigung für jene Görlitzer, die Ende 1866 von Entlassungen in den Tuchfabriken betroffen waren. (hs/rs)