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So kommen Görlitzer an den digitalen Impfpass

Bei vielen Apotheken klappt es inzwischen, im Impfzentrum Löbau wollte die Technik am Montag noch nicht mitspielen.

Apotheker Carsten Stubbe erstellt aus dem Impfpass in Papierform die QR-Codes, mit denen man auf seinen digitalen Impfpass zugreifen kann. Ab dem späten Vormittag lief es.
Apotheker Carsten Stubbe erstellt aus dem Impfpass in Papierform die QR-Codes, mit denen man auf seinen digitalen Impfpass zugreifen kann. Ab dem späten Vormittag lief es. © Paul Glaser/glaserfotografie.de

Welche Apotheken in Görlitz beim digitalen Impfpass mitmachen - eine Frage in einer Görlitzer Facebook-Gruppe Ende voriger Woche. Aber am Freitag hatte der Fragende offenbar noch kein Glück. Die Apotheken, die er selbst aufgesucht oder angerufen habe, hätten ihm zumindest für einen baldigen Termin abgesagt. Am Montag: "Seit etwa einer Stunde klappt es bei uns", sagt der Görlitzer Apotheker Carsten Stubbe am Montagmittag, "es scheint jetzt stabil zu laufen."

Tatsächlich gab es am Freitag noch viele Fragezeichen bei den Apotheken. Sie wussten zwar ungefähr, wie das Ausstellen des Zertifikats für den digitalen Impfpass ablaufen soll, erklärte Stubbe, aber die IT war noch nicht bereitgestellt. Wie eine SZ-Umfrage in Dresden gezeigt hatte, befürchteten auch andere Apotheker, dass es ab Montag nicht so laufen könnte wie erhofft.

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Apotheken befürchteten Ansturm

Auf der anderen Seite ist das Interesse groß. Auch bei den Görlitzer Apotheken gingen seit Ende voriger Woche viele Anrufe ein, schildert beispielsweise eine Mitarbeiterin der Neuen Apotheke in Kodersdorf.

Mal mehr mal weniger hatten die Apotheken am Montagmorgen mit der Technik zu kämpfen. "Ich glaube gegen acht Uhr ist der Server zusammengebrochen", vermutet Carsten Stubbe, der in Görlitz die Linden- und die Robert-Koch-Apotheke führt. Die teilnehmenden Apotheken müssen sich bei einem Portal anmelden, das an das Robert-Koch-Institut angedockt ist. Offenbar wollten das am Montagmorgen viele. Am Vormittag dann lief es aber. In den beiden Apotheken von Carsten Stubbe werden jetzt kleine Terminals aufgebaut, an denen die Kunden ihr Zertifikat für den digitalen Impfpass ausgestellt bekommen. Ungefähr fünf, sechs Minuten dauert es, erzählt Stubbe.

Seit Montag gibt es im Kreis Görlitz viele Lockerungen. Weiterhin liegt die Sieben-Tage-Inzidenz laut RKI im einstelligen Bereich bei 7,1. Mit der Inzidenz unter 35 fällt zum Beispiel in vielen Bereichen, etwa Geschäften und Restaurants, die Testpflicht weg. In manchen Bereichen gibt es die Testpflicht noch, etwa bei Großveranstaltungen, in Diskotheken, der Sauna, häufig beim Reisen. Sie gilt laut sächsischer Corona-Schutz-Verordnung nicht für Genesene und Personen, die einen vollständigen Impfschutz nachweisen können. Der digitale Impfnachweis soll das in der Praxis vereinfachen. Statt immer den Impfpass mit sich zu führen, kann man einfach das Handy vorzeigen. Impfpass oder Impfbescheinigung in Papierform sind aber weiterhin genauso gültig.

Wie der Impfpass funktioniert

Macht sich gut, unkompliziert, lautet das erste Fazit aus der Neuen Apotheke Kodersdorf. Auch hier: In den ersten Stunden am Montag war das Portal nicht sehr stabil, erzählt eine Mitarbeiterin. "Ich denke aber, das wird sich in den kommenden Tagen stabilisieren." Als die SZ am Vormittag anrief, hatte die Neue Apotheke jedenfalls schon den ersten drei, vier Kunden ihr Impfzertifikat ausgestellt. Das Wichtigste ist dabei der gelbe Impfpass oder die Impfbescheinigung, die man vom Arzt oder dem Impfzentrum erhalten hat, erklärt die Mitarbeiterin.

Auch den Personalausweis sollte man zur Überprüfung dabei haben, erklärt Angela Tirschler, Inhaberin der Hirsch-Apotheke auf dem Görlitzer Postplatz. Die Daten der ersten und der zweiten Impfung aus dem Impfpass geben die Apotheker mithilfe einer speziellen Software ein, die einen QR-Code erstellt. "Den drucken wir aus", erklärt Angela Tirschler. Es gibt zwei QR-Codes - für beide Impfen einen. Diese kann man über die App CovPass oder die Corona-Warn-App einscannen und hat dann den Impfausweis auf dem Handy.

Von Ansturm würde die Apothekerin nicht sprechen, aber doch von hohem Interesse. Das hatte auch sie bereits durch viele Anrufe in den vergangenen Tagen festgestellt. "Wir hatten am Montag keine Warteschlangen vor der Apotheke", aber sehr viel zu tun. Bis zum Mittag hatte die Hirsch-Apotheke schon rund 40 Zertifikate ausgestellt. Sie hatte Glück und keine technischen Schwierigkeiten.

Verzögerung im Impfzentrum Löbau

Anders sah es im Impfzentrum Löbau aus. Die Apotheken sind vor allem die Anlaufstelle für diejenigen, die bereits ihre Impfung erhalten haben, und sich im Nachhinein ihren Impfpass digitalisieren lassen wollen. Wer künftig einen Termin etwa im Impfzentrum Löbau hat, soll dort den QR-Code erhalten können: "Im Laufe dieser Woche wird dieses Zertifikat in den sächsischen Impfzentren ausgestellt", teilt Kai Kranich vom DRK Sachsen mit, das die Impfzentren betreibt. "Dies gilt sowohl für Erst- wie auch Zweitimpfungen." Derzeit werden dafür die technischen Voraussetzungen geschaffen.

In Löbau sei die Technik grundsätzlich installiert, sagt Löbaus DRK-Chefin Silke Seeliger auf SZ-Anfrage, "aber sie funktioniert noch nicht." Sie schätzt, dass es nun erst mit einer Woche Verzögerung mit dem digitalen Impfpass losgehen kann.

Welche Apotheken bereits teilnehmen, kann man auf der Internetseite mein-apothekenmanager.de einsehen. Aus Görlitz und Umgebung findet man dort unter anderem die Pluspunkt-Apotheke, die Easy-Apotheke, die Fortuna-Apotheke in Görlitz, die Stadt-Apotheke Rothenburg, die Adler-Apotheke in Reichenbach, Antonius-Apotheke Rietschen, die Linden-Apotheke und die Zinzendorf-Apotheke in Niesky.

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