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Unwetter: Görlitzer Feuerwehr beobachtet Neiße

Drei Einsätze wegen des Regens hatte die Feuerwehr. Dennoch kam Görlitz mit einem blauen Auge davon. Nun blickt die Wehr mit Anspannung auf die Neiße.

Symbolfoto
Symbolfoto © Paul Glaser/glaserfotografie.de

Bislang ist Görlitz mit einem blauen Auge davongekommen, zieht Andreas Fürll eine erste Bilanz nach einem Tag voller Regen in Görlitz. Er war am heutigen Sonnabend diensthabender Wachabteilungsleiter bei der Berufsfeuerwehr in Görlitz. Einige Einsätze hatte diese aber.

Zum einen war ein Keller eines Hauses auf der Diesterwegstraße in Rauschwalde vollgelaufen. Außerdem war die Feuerwehr in der Südstadt im Einsatz. Dort war die Kreuzung zwischen Biesnitzer Straße und Fichtestraße überschwemmt, erzählt Fürll. Ein Gulli war offenbar zugesetzt, um das Wasser von oben zu fassen. Er wurde gereinigt, das Wasser konnte ablaufen.

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Kreiswesten und Bautzen stärker betroffen

Der dritte Einsatz spielte sich an der Lunitz ab. Durch eine bautechnische Maßnahme, erklärt Andreas Fürll, konnte das Wasser nicht richtig ablaufen, sondern eine Baugrube lief voll. An der Lunitz wird an einem Caravanstellplatz gebaut. Das Wasser bewegte sich später in Richtung mehrerer Häuser an der Lunitz, drang in zwei auch ein, erzählt Fürll. Dort habe sich die Lage zum Glück schnell wieder entspannt. Die Stadtwerke, zuständig für die Baumaßnahme, haben zur Sicherheit einen Damm geschüttet.

"Wenn wir Richtung Westen des Landkreises und Richtung Bautzen schauen, sind wir in Görlitz zum Glück glimpflich davongekommen", sagt der Hauptbrandmeister. Laut Rettungsleitstelle gab es bis zum späten Nachmittag 40 Einsätze im Landkreis Görlitz und 76 im Landkreis Bautzen. "Wir schauen jetzt, wie sich die Situation der Neiße entwickelt."

Neiße: Alarmstufe 1 wird erwartet

Bislang ist bei der Neiße alles im grünen Bereich. Am Sonnabend lag an der Görlitzer Messstelle ihr Höchststand bei 250 Zentimetern, gegen 16 Uhr. Ein weiterer Anhaltspunkt ist der Durchfluss, also die Kubikmeter Wasser, die pro Sekunde die Neiße hinabfließen. Gegen 14 Uhr lag der höchste Wert bei 59 Litern, das ist ein mittlerer Wert. Allerdings warnt der Deutsche Wetterdienst vor weiteren Unwettern. Görlitz soll davon, der aktuellen Unwetterwarnung nach, nicht betroffen sein, eher der Kreissüden. Laut Berechnungen des Landeshochwasserzentrums könnte am morgigen Sonntag gegen 7 Uhr die Warnstufe 1 überschritten werden.

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An der Görlitzer Messstelle ist diese ab einem Wasserstand von 320 Zentimetern erreicht. Eine Überschwemmungsgefahr besteht damit noch an keiner Stelle der Neiße. Die Warnstufe 1 wird zum Beispiel ausgerufen, damit Hausbesitzer am Fluss die Schotten vorsorglich dichtmachen können. Das Landeshochwasserzentrum rechnet damit, dass die Neiße spätestens Montagvormittag wieder im grünen Bereich ist. Bei der Messstelle in Podrosche im Landkreisnorden sagt das Landeshochwasserzentrum keine Warnstufe voraus. In Zittau dagegen war bereits am Sonnabendabend Alarmstufe 1 überschritten, dort sollen Pegel auf Warnstufe 2 noch steigen.

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