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Polizist rettet Schwan vom Berzdorfer See

Dafür musste der Beamte sogar in das eiskalte Wasser. Auch in der Stadt Görlitz und in Großschönau konnten Tiere auf die Hilfe von Polizei und Feuerwehr zählen.

© Polizeidirektion Görlitz / Collage: SZ

Ein entlaufener Hund, ein vereister Schwan und ein entlaufenes Reh - gleich drei tierische Rettungsaktionen haben Polizei und Feuerwehr im Landkreis Görlitz in den vergangenen Tagen beschäftigt.

So gingen die Beamten am Montagmittag gegen 12.20 Uhr in Großschönau auf eine grenzüberschreitende Rettungsaktion. Eine tschechische Hundehalterin bat die Beamten per Telefon um Hilfe, weil ihr Vierbeiner Edy ihr davongelaufen war. Wie Polizeisprecherin Anja Leuschner mitteilt, hatte das Tier ein GPS-Halsband, mit dem die Halterin ihn orten konnte. Demnach befand er sich jedoch auf deutschem Gebiet im Bereich Waltersdorf.

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Die Frau durfte ihn aufgrund der Corona-Beschränkungen nicht selbst holen und so gab sie den Polizisten die Position des Ausreißers durch. Tatsächlich entdeckten die Uniformierten Edy auf der Hauptstraße. Sie öffneten die Tür des Streifenwagens und riefen nach ihm. Er blieb sofort stehen, rannte zu seinen Rettern und sprang ins Auto hinein. An der Rübezahlbaude konnten dann Hund und Besitzerin wieder vereint werden. "Das Tier lief über die Grenze zu seinem erleichterten Frauchen", berichtet Leuschner.

Hose hochgekrempelt und Schwan befreit

Ein paar Stunden später, am Montagnachmittag gegen 14 Uhr, wurden dann Polizisten zum Berzdorfer See in Görlitz gerufen. Spaziergänger hatten sich dort Sorgen um einen Schwan auf dem Wasser gemacht. Das Tier war laut Leuschner festgefroren und konnte sich nicht mehr bewegen. Einige Passanten versuchten offenbar bereits das Eis mit Steinen zu zerstören. Laut der Hinweisgeberin rätselten die Anwesenden noch, ob die Beamten wohl eine Leiter oder Gummistiefel dabei hätten.

Der Polizeikommissar, in seiner Freizeit selbst Eisbader, überlegte jedoch nicht lange, zog Schuhe und Socken aus und watete ins Wasser. Er zertrat das Eis um den verängstigten Schwan herum und befreite ihn so aus seiner misslichen Lage. "Der Vogel schwankte zunächst ein wenig, flog dann aber scheinbar unverletzt davon", so die Polizeisprecherin.

Das Reh steckte bereits am Sonntag im Nostromo-Tor fest.
Das Reh steckte bereits am Sonntag im Nostromo-Tor fest. © SZ-Archiv / Pawel Sosnowski

"Erstaunlich, wie viel Wild ins Stadtgebiet kommt"

Bereits am Sonntagabend hatte sich ein Reh auf das Gelände des alten Schlachthofs auf der Cottbuser Straße in Görlitz verirrt und war dort im Eingangstor des "Nostromo"-Clubs steckengeblieben. Ein Security-Mitarbeiter der benachbarten Bombardier-Werke bemerkte das und rief die Retter. Polizei und ein Fahrzeug der Berufsfeuerwehr Görlitz rückten an, um das Tier aus dem Metalltor zu befreien. Die vier Kameraden nutzten einen hydraulischen Spreizer, um die Torstreben zu weiten und das Reh unverletzt in die Freiheit zu entlassen.

Es sei ohnehin "erstaunlich, wie viel Wild in diesen Tagen ins Stadtgebiet kommt", sagt ein Sprecher der Görlitzer Feuerwehr der SZ. Das liege wohl auch daran, dass derzeit aufgrund des Lockdowns und des Winterwetters nicht so viele Leute und Fahrzeuge draußen unterwegs seien. Das und möglicherweise die Futtersuche sorgten wohl dafür, dass es das Waldtier in Richtung der Wiesenflächen zog, die im Bereich des alten Schlachthofs und des Bombardier-Geländes zu finden sind. (SZ/mrc)

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