merken
PLUS Görlitz

Wie kann der Reichenbacher Marktplatz belebt werden?

Seit Jahren ist das Gesprächsthema angesichts des Leerstandes. Ab Oktober zeigt Stephanie Brade, wie es gehen kann – mit Duftkaffee und Muffins.

Stephanie Brade hatte schon lange die Idee, ein Mini-Café am Markt zu eröffnen. Im Oktober soll das spezielle Kaffee-Angebot starten.
Stephanie Brade hatte schon lange die Idee, ein Mini-Café am Markt zu eröffnen. Im Oktober soll das spezielle Kaffee-Angebot starten. © Constanze Junghanß

Ein 40.000 Euro teures und zu 90 Prozent gefördertes Strategiepapier wurde kürzlich von der Stadt auf den Weg gebracht, bei dem auch der Markt eine Rolle spielen wird. Bürger sollen zu Wort kommen – per Internetumfrage und bei einem ersten Bürgerforum am 22. September. Doch welche Ideen sind umsetzbar? Fast alle Häuser rund um den Marktplatz befinden sich in privater Hand, einige Geschäfte stehen seit Ewigkeiten leer – manche Häuser auch.

Ganz ohne solch ein kommunales Strategiepapier eröffnete Stephanie Brade vor zwei Jahren ihr Geschäft am Markt, wo sie sich einmietete. Ihr Büro hat sie da eingerichtet und eben auch ihren Laden. Die 36-Jährige Innenarchitektin aus der Schweiz zog ins Nachbardorf Sohland, wo sie mit ihrem Mann einen Vierseiten-Bauernhof saniert. Der Laden heißt „Cake Interiors“, es riecht nach handgemachten Seifen und ätherischen Ölen.

Anzeige
Europas größte Pferdshow ist wieder da
Europas größte Pferdshow ist wieder da

Europas beliebteste Pferdeshow kehrt auf die Bühne zurück. Am 23. und 24. Oktober gibt es in der SACHSENarena das Beste aus den vergangenen Jahren zu erleben.

Wer nach besonderen Geschenken und Dekoration für Haus und Grundstück sucht, wird bei Stephanie Brade fündig. Bald soll es auch nach Kaffee duften. Denn ein Café, so sagt sie, wünschten die Reichenbacher an ihrem Markt. Oft sei sie darauf angesprochen worden, dass ein solcher Verweilort fehle. Das deckt sich mit der Internetumfrage zum Strategiepapier. Zwar ist die Resonanz auf dieser Plattform im Moment eher überschaubar und anonym gehalten. Allerdings taucht auch da der Wunsch nach einem Café mehrfach auf. Stephanie Brade verfolgt ihre Café-Idee schon länger und nicht erst seit dem geplanten Strategiepapier. Dann kam Corona dazwischen – sie musste das Projekt verschieben. Und mit dem Aufstellen von einigen Tischchen und Stühlen war es nicht getan, weiß sie. Genehmigungen mussten eingeholt werden, das Gesundheitsamt „grünes Licht“ geben.

Ärger über zusätzliche Kosten

Das ist nun erledigt. Die junge Frau will kein Riesencafé eröffnen – denn dafür fehlt schlicht und einfach der Platz. Fünf oder sechs Stühle, die bei schönem Wetter nicht im, sondern vor dem Laden aufgestellt werden, dazu kleine Tischchen mit Marmorplatte. Darauf serviert: Bio- sowie Duftkaffee in den Noten Zimt, Vanille und Schoko aus Spanien. „Muffins nach dem Rezept meiner Großmutter möchte ich backen und Cookies“, sagt sie. Im Oktober will Stephanie Brade starten – und freut sich darauf. Von Marktplatzbelebung sei viel gesprochen worden – nun packt sie das nach ihren Möglichkeiten an. Allerdings muss sie für das sporadische Aufstellen der sechs Stühle zusätzlich ins Portemonnaie greifen, wenngleich die Jahrespacht gering sei, erzählt Frau Brade. Trotzdem findet sie das ärgerlich. „Alle reden vom Machen, aber wenn man macht, geht es gleich ins Geld“, hat sie erfahren.

Dass nun ein Bürgerdialog mit Ideensammlung und Beratung stattfinden soll, begrüßt die Unternehmerin. Das Motto hat die Stadt auf Facebook veröffentlicht. „Marktplatz – Aushängeschild der Stadt“, heißt es da. Und ebenso: „Tatkräftige Unterstützung seitens der Bürger ist bei der Stadtentwicklung gefragt und erwünscht!“

Info: Bürgerveranstaltung zum Thema „Marktplatz – Aushängeschild der Stadt“, 22. September 2021, 17 Uhr, in der Bibliothek Nieskyer Straße.

Mehr zum Thema Görlitz