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Görlitz plant Einkaufsaktionen für die Zeit nach Corona

Einkaufssonntage, Erlebnissonnabende, Werbung für Tourismus und Handel. Es gibt viele Ideen. Aber vorher muss die Perspektive klar sein.

Man glaubt gar nicht mehr, was im Sommer 2020 alles in der Görlitzer Altstadt möglich war. Hier ein Blick auf die gut gefüllten Außensitze auf dem Untermarkt.
Man glaubt gar nicht mehr, was im Sommer 2020 alles in der Görlitzer Altstadt möglich war. Hier ein Blick auf die gut gefüllten Außensitze auf dem Untermarkt. © Nikolai Schmidt

Görlitz erlebte einen zauberhaften Sommer mitten in der Corona-Pandemie. Dazu trug auch bei, dass die Stadt den Gastronomen, aber auch den Einzelhändlern erlaubte, weite Flächen der Plätze und Bürgersteige für Freisitze zu nutzen.

Wenn Görlitz im Frühjahr wieder aus der Pandemie erwacht, so ist der Wunsch von Katrin Bartsch vom Görlitzer Tourismusverein, dann könnte eine ähnliche Regelung wie im Vorjahr Gastronomen, Hoteliers und Händlern helfen. "Wir haben im vergangenen Jahr erlebt, wie innerhalb kürzester Zeit gerade diese Branchen ihren Betrieb hochfahren können." So soll es nun auch in diesem Jahr werden.

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Langfristige Perspektive gefordert

Um das vorzubereiten, haben sich nun erstmals Vertreter des Handels, des Tourismus, der Wirtschaft und der Kultur beim Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu getroffen. Nicht lange haben sich alle am Donnerstagabend mit der Lage aufgehalten. Frank Reimann vom Aktionsring Görlitz, der innerstädtische Händler vertritt, spricht von großem Frust in den Reihen seiner Mitglieder, die ihren Beruf derzeit nicht ausüben können, aber auf die versprochenen Hilfen des Bundes oftmals immer noch warten. Ursu will Ungeduld bei den Händlern gespürt haben, aber auch Einsicht in die Lage. Vor allem aber wollen alle wissen, wann geht es unter welchen Bedingungen wieder los.

Eine Antwort auf diese Frage wollen die Ministerpräsidenten der Länder und die Bundeskanzlerin bei ihrer nächsten Beratung finden. Dann, so hieß es nach dem letzten Treffen, soll klar feststehen, bei welcher Inzidenz welcher Schritt gegangen wird. Bereits jetzt zeichnet sich ab: Erst Kitas und Schulen, dann Friseure, dann der Handel, die Gastronomie und die Hotellerie. Auch schon im Mai vergangenen Jahres gab es einen solchen Stufenplan.

Einkaufssonntage, Erlebnissonnabende, Aktionen

Ohne ihn sind die schönsten lokalen Pläne aber nichts als Makulatur. Deswegen will sich die Runde das nächste Mal voraussichtlich Ende Februar treffen. Dann soll ein Konzept stehen, das dem Neuanfang in Görlitz Schwung verleihen kann.

Der Handel hofft auf konzertierte Aktionen. Mal da ein Einkaufssonntag, mal da ein längerer Sonnabend sei nicht genug. Stattdessen denken die Händler über vierwöchige Aktionen nach von Einkaufssonntagen, Kulturereignissen sowie zusätzlichen Angeboten. "Wir müssen über einen längeren Zeitraum den Menschen in der gesamten Region das Signal geben, dass sie in Görlitz zum Einkaufen und Verweilen wieder willkommen sind und auch alle weiterbestehenden Auflagen wie Abstand dabei beachtet werden."

Soweit will Ursu in seiner Erklärung nach dem Treffen nicht gehen, sieht aber Möglichkeiten für lange Einkaufssonnabende, "an dem weite Teile der Innenstadt mit Erlebnis- und Kulturangeboten in ein Kauferlebnis einbezogen werden sollen". Die Händler wiederum können sich auch vorstellen, Einkaufssonntage aus dem vergangenen Jahr nachzuholen. Bislang sind für dieses Jahr vier Sonntage beschlossen, der erste schon am 21. März. Im vergangenen Jahr fielen aber alle aus. Gerade für den Neißepark, aber auch Porta und Roller sind diese Sonntage besonders wichtig, weil umsatzstark. Davon hängen direkt Arbeitsplätze in den Unternehmen ab.

Hoffnungen setzen die Händler wie die Touristiker auch auf die 950-Jahr-Feier von Görlitz. Bislang hat die Stadt wenig Konkretes bekannt gegeben, das sorgt gerade unter den Hoteliers für Ärger. Dort ist die Meinung weit verbreitet, dass mit dem Stadtjubiläum durchaus Touristen nach Görlitz zu locken sind. Nur müssten eben über ein oder zwei Wochen konzentriert Aktionen stattfinden. Früher nannte man so etwas eine Festwoche, aber genau das will die Stadt bislang überhaupt nicht in den Blick nehmen.

Doch auch kurzfristig hoffen Händler auf Bewegung. Dass ihre Kunden nicht bei ihnen bestellen und an den Geschäften die Ware offiziell abholen dürfen, verstehen nur noch wenige. Sachsen ist eines der wenigen Länder, wo "click & collect", wie das System heißt, nicht möglich ist. Gleichwohl bietet mancher eine ähnliche Lösung bereits an, wie den Aushängen an den Geschäften zu entnehmen ist. Damit das nun auch offiziell legitimiert wird, dafür will sich Oberbürgermeister Octavian Ursu in Dresden einsetzen.

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