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Görlitzer Miss Marple liest im "Gleis 1"

Eveline Schulze erzählt in ihren Büchern authentische Kriminalfälle aus der DDR. Das neueste Buch stellt sie jetzt vor. Tickets gibt es im DDV-Lokal.

Von Gabriela Lachnit
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Eveline Schulze liest aus authentischen Kriminalfällen aus der DDR-Zeit.
Eveline Schulze liest aus authentischen Kriminalfällen aus der DDR-Zeit. © Archiv SZ

Um rasende Eifersucht geht es im neuen Buch der Görlitzerin Eveline Schulze. Und um einen Kinderwagenverkäufer, in dem sich alle täuschten, sowie um einen Mord auf dem Eibauer Friedhof. Darüber erzählt sie in einer Lesung.

Aus Neugier mit dem Schreiben begonnen

Mit der "Mordakte Angelika M." erschien 2007 das erste Buch mit authentischen Kriminalfällen aus der DDR von Eveline Schulze. Das neueste Werk trägt den Titel "Rasende Eifersucht". Wiederum drei Fälle erzählt die Autorin. Ihr selbst sind einige der Fälle in ihren Büchern aus ihrer Berufszeit in Erinnerung. Sie arbeitete als Sekretärin bei der Volkspolizei. Aber erst nach der Wende begann die studierte Journalistin, über Jahrzehnte zurückliegende Kriminalfälle aus der DDR zu berichten.

Das Interesse für ihre Bücher ist groß, denn Verbrechen gelangten zu DDR-Zeiten nur selten ausführlich und mit Hintergründen in die lokale Tagespresse.

Eveline Schulzes Interesse am Aufschreiben der Fälle und an der Recherche wurde durch Zufall geweckt, hatte sie vor einigen Jahren der SZ verraten. Ihr wurden Geschichten aus den 1960er und 1970er Jahren zugetragen. Sie wurde neugierig und startete ihre Recherchen in den unterschiedlichsten Archiven, teilweise auch in der SZ.

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Stadtführungen zu Tatorten aus den Büchern

Mittlerweile stellte die Autorin fest, dass sich die Motive für Morde und schwere Straftaten heute und damals nur wenig unterscheiden. "Prunksucht gab es zu DDR-Zeiten und auch heute noch, Armut und asoziale Milieus ebenfalls und auch Sexualdelikte sowie Kindesmissbrauch", sagte sie einmal und betonte, dass die Verbrechen damals ähnlich denen waren, über die heute berichtet wird.

Durch ihre Bücher, die bei verschiedenen Verlagen erschienen, machte sich die 72-Jährige einen Namen in Görlitz. So manche kennen die Frau auch aus ihrer Zeit beim Deutschen Roten Kreuz (DRK), wo sie unter anderem in der Kleiderkammer ehrenamtlich tätig war. Durch ihre Bücher und viele Lesungen - nicht nur in Görlitz, sondern auch im Umland - kennen viele Freunde von Krimis die authentischen Geschichten. Manche nennen sie auch "Miss Marple von Görlitz". Inzwischen gibt es bereits Stadtführungen zu den von Eveline Schulze beschriebenen Tatorten in Görlitz.

Am 8. Juli liest die Autorin ab 18 Uhr im "Gleis 1" des Görlitzer Bahnhofs aus ihrem neuesten Buch "Rasende Eifersucht". Der Eintritt kostet 12 Euro, für SZ-Card-Inhaber 10 Euro. Tickets gibt es im Vorverkauf im DDV-Lokal am Obermarkt 29 in Görlitz.