merken
PLUS Familienkompass 2020 Görlitz Familienkompass

Familien fühlen sich in der Görlitzer Innenstadt wohl

Und doch gibt es auch in der Innen- und Südstadt noch Nachholbedarf. Die aktuellen Zahlen aus dem Familienkompass.

Görlitz.
Im Bild: Elvira Kühn ist die Leiterin im städtischen Kinderhaus Kinderinsel Kunterbunt in der Mittelstraße.
Stichworte: Kind Kinder Kindergarten Kindertagesstätte Kita. Corona Maßnahmen Coronamaßnahmen Abstand halten.
Datum: 15.05.2020.
Görlitz. Im Bild: Elvira Kühn ist die Leiterin im städtischen Kinderhaus Kinderinsel Kunterbunt in der Mittelstraße. Stichworte: Kind Kinder Kindergarten Kindertagesstätte Kita. Corona Maßnahmen Coronamaßnahmen Abstand halten. Datum: 15.05.2020. © André Schulze

Auf den ersten Blick unterscheiden sich die Görlitzer Stadtteile Innenstadt und Südstadt sehr. Während die Südstadt es mit einer Fläche von 2,6 Quadratkilometern auf etwa 9.000 Einwohner bringt, ist die Innenstadt viel größer. Auf einer Fläche von 4,3 Quadratkilometern leben hier rund 15.000 Menschen. 

In der Südstadt sind diese im Durchschnitt 46 Jahre alt. Die Innenstadt ist jünger, hier beträgt der Durchschnitt 40 Jahre. Beide Stadtteile kommen in etwa auf die gleiche Einwohnerdichte. Um die 3.400 Menschen leben jeweils auf einem Quadratkilometer.

Familienkompass 2020
Familienkompass 2020
Familienkompass 2020

Welche Ergebnisse bringt der Familienkompass 2020 für die sächsischen Gemeinden und unsere Region hervor? Auf sächsische.de bekommen Sie alle Infos!

Kurze Arbeitswege, zu schmale Lohntüte

Einig sind sich die Südstädter und die Innenstädter mit ihrer Bewertung, was das Thema Arbeit betrifft. Sie loben kurze Arbeitswege, auch wenn es nicht leicht sei, einen Arbeitsplatz zu finden. Allerdings könnte die Arbeit angemessener bezahlt werden. Das finden 44 Prozent der Innenstädter und sogar 52 Prozent der Südstädter. Uneinig sind sich die Stadtteilbewohner, was die Zukunftschancen ihrer Kinder angeht. Die Südstädter sind hier viel optimistischer.

Ähnlich unterschiedlich bewerten die Menschen dieser Stadtteile das Betreuungsangebot in Kitas. Mehr als 60 Prozent der Innenstädter schätzen das Angebot als am Bedarf vorbei ein, in der Südstadt sind das aber nur 42 Prozent, die so denken. Jeweils die Hälfte der Menschen, die an der Befragung teilnahmen, ist unzufrieden mit den Öffnungszeiten in den Kitas. Schichtarbeiter müssten vor allem in der Südstadt sehr auf die Unterstützung der Großeltern bauen.

Die Gesamtnote für die Südstadt. Der graue Balken zeigt die Abweichung vom Sachsen-Schnitt. Grün heißt: Frage wurde deutlich besser bewertet als im Sachsen-Schnitt. Rot heißt: deutlich schlechter bewertet. Gelb heißt: liegt im Schnitt.
Die Gesamtnote für die Südstadt. Der graue Balken zeigt die Abweichung vom Sachsen-Schnitt. Grün heißt: Frage wurde deutlich besser bewertet als im Sachsen-Schnitt. Rot heißt: deutlich schlechter bewertet. Gelb heißt: liegt im Schnitt. © SZ Grafik
Zum Thema Familienpolitik.
Zum Thema Familienpolitik. © SZ Grafik
Familienkompass zum Thema Arbeit.
Familienkompass zum Thema Arbeit. © SZ Grafik
Zur Kinderbetreuung.
Zur Kinderbetreuung. © SZ Grafik
Zum Thema Wohnen.
Zum Thema Wohnen. © SZ Grafik
Zum Thema Schule.
Zum Thema Schule. © SZ Grafik
Zum Thema Ärzte.
Zum Thema Ärzte. © SZ Grafik

Gute Noten für Familienpolitik

Ein gutes Zeugnis stellen die Bewohner beider Stadtteile der Görlitzer Familienpolitik aus. Fast die Hälfte der Befragten ist der Meinung, die Stadt tue viel für Familien. Nur etwa jeder Fünfte meint das nicht. Geschätzt werden die Angebote für die Freizeit und von Vereinen. Auch die Schulvielfalt kommt bei weit mehr als der Hälfte der Innen- und Südstädter fast gleichermaßen gut an. 

Ausnahmslos alle Teilnehmer am Familienkompass aus der Südstadt sind mit dem Angebot des öffentlichen Nahverkehrs zufrieden. Aus der Innenstadt sind es "nur" 88 Prozent. Hier treffen die städtischen Bemühungen für den öffentlichen Personennahverkehr offenbar genau den Nerv der Stadtteilbewohner.

Die Gesamtnote für die Innenstadt. Der graue Balken zeigt die Abweichung vom Sachsen-Schnitt. Grün heißt: Frage wurde deutlich besser bewertet als im Sachsen-Schnitt. Rot heißt: deutlich schlechter bewertet. Gelb heißt: liegt im Schnitt.
Die Gesamtnote für die Innenstadt. Der graue Balken zeigt die Abweichung vom Sachsen-Schnitt. Grün heißt: Frage wurde deutlich besser bewertet als im Sachsen-Schnitt. Rot heißt: deutlich schlechter bewertet. Gelb heißt: liegt im Schnitt. © SZ Grafik
Das sagt der Familienkompass zum Thema Arbeit.
Das sagt der Familienkompass zum Thema Arbeit. © SZ Grafik
....und zum Thema Familienpolitik.
....und zum Thema Familienpolitik. © SZ Grafik
So sehen Innenstädter das Thema Ärzte.
So sehen Innenstädter das Thema Ärzte. © SZ Grafik
Unzufrieden mit Kita-Öffnungszeiten.
Unzufrieden mit Kita-Öffnungszeiten. © SZ Grafik
Hier ist Handlungsbedarf.
Hier ist Handlungsbedarf. © SZ Grafik
Nachbarn könnten freundlicher sein und Schulwege mit Rad sicherer.
Nachbarn könnten freundlicher sein und Schulwege mit Rad sicherer. © SZ Grafik

Nur die wenigsten wollen weg aus dem Stadtteil

Süd- und Innenstädter - mehr als 90 Prozent der Umfrageteilnehmer - fühlen sich wohl in ihren Stadtteilen. Das hängt unter anderem mit den Kitas zusammen. Hier sehen sowohl Süd- als auch Innenstädter ihre Sprösslinge gut aufgehoben. Auch wenn heftig über Personalmangel in den Kitas geklagt wird, erhalten die vorhandenen Erzieher viel Lob für ihre engagierte Arbeit.  Die Einrichtungen seien gut organisiert, die in der Südstadt sogar etwas besser ausgestattet als die in der Innenstadt. 

In der Innenstadt scheinen mehr Gourmets zu leben als in der Südstadt. Während hier etwa die Hälfte der Befragten die Qualität des Schulessens bemängelt, sind es in der Innenstadt sogar 67 Prozent. 

Erst im September protestierten Kinder der Tageseinrichtungen. Sie fordern eine dauerhafte Ampelanlage am Südausgang des Görlitzer Bahnhofs.
Erst im September protestierten Kinder der Tageseinrichtungen. Sie fordern eine dauerhafte Ampelanlage am Südausgang des Görlitzer Bahnhofs. © Bürgerrat Görlitz Südstadt

Ärztemangel und kein Ende

Unterschiede zeichnen sich in der Bewertung der Menschen zum Gesundheitswesen ab. Hier weichen die Ergebnisse sehr weit vom sächsischen Durchschnitt ab, der nach Schulnoten bei 3,08 liegt. Zwar überwiegt  die Unzufriedenheit bei mehr als der Hälfte der Menschen in beiden Stadtteilen, was die Verfügbarkeit von Hausärzten, Kinderärzten und Fachärzten betrifft, aber in der Innenstadt ist das Problem ausgeprägter als in der Südstadt. 

Und noch einen Unterschied gibt es: Während weit mehr als die Hälfte der Innenstädter die Verkehrsbelastung des Stadtteils als zu hoch einschätzt, sind es in der Südstadt nur 40 Prozent. Aber die bewerten den Verkehrslärm als störender - offenbar wirkt sich hier der Lkw-Verkehr stärker aus.

Süd- und Innenstädter leben gern in ihren Stadtteilen, auch wenn es noch einige Probleme zu lösen gibt. Das zeigt der Familienkompass. Für die Bürgerräte beider Stadtteile dürfte er somit eine Unterstützung für die weitere Arbeit sein.

Mehr Nachrichten aus Görlitz lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Niesky lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Familienkompass 2020 Görlitz