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Warum man am Schwarzen Schöps Grundstücke sucht

Der Fluss soll sich naturnah entwickeln, künstliche Begradigungen verschwinden. Dazu braucht der Freistaat Flächen.

So winzig und überschaubar sieht der Beginn des Flusses aus.
So winzig und überschaubar sieht der Beginn des Flusses aus. © Constanze Junghanß

Die Schöpsquelle plätschert leise vor sich hin. Ein Stein steht da mit dem Namen des Wassers. Daneben eine Bank. Das Quellgebiet des Schwarzen Schöps befindet sich in Sohland – kurz vor Dorfende und in einer kleinen Nebenstraße. Die heißt passenderweise „Schöpsquelle“. Von da aus schlängelt sich der Fluss durch den Rotsteinort, fließt durch Reichenbacher und Vierkirchener Ortsteile nach Nieder Seifersdorf und Jänkendorf und mündet in die Talsperre Quitzdorf. Rund 34 Kilometer ist der Fluss lang.

Was so sanft plätschernd beginnt, hat in der Vergangenheit schon mehrfach für Überschwemmungen gesorgt. „Die Erfahrungen der letzten Hochwasserereignisse sind, dass die flussnahen Siedlungsflächen durch ortsnahen technischen Hochwasserschutz nicht geschützt werden können“, sagt Sophia Rast von der sächsischen Landestalsperrenverwaltung (LTV).

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Der Schwarze Schöps entspringt in Sohland. An der Quelle lädt eine Bank zum Verweilen ein.
Der Schwarze Schöps entspringt in Sohland. An der Quelle lädt eine Bank zum Verweilen ein. © Constanze Junghanß

Die LTV sucht nun Flächen am Schwarzen Schöps – auf freiwilliger Basis. Würden sich Grundstückseigentümer melden, die ihre Flächen zur Verfügung stellen, so sollen die für die Verbesserung der Gewässerstruktur oder für die Pflanzung von Gehölzen genutzt werden. Ein Gewässerentwicklungskonzept wird erstellt. Das soll zeigen, wie der Fluss in naher Zukunft unter Wahrung von Hochwasserschutzbelangen die gesetzlichen Umweltziele erreichen kann und gleichzeitig Grundlage für eine nachhaltige Gewässerunterhaltung sein. Dabei geht es auch um die Wasserqualität und die europäischen Wasserrichtlinie. Diese fordert bis 2027 „die Herstellung des guten ökologischen Zustandes für alle Wasserkörper in Europa.“

Fluss unterhalb der Autobahn großteils begradigt

Schon jetzt sei nach LTV-Information abzusehen, dass für eine naturnahe Entwicklung des Schwarzen Schöps zwischen der Bundesstraße B6 in Reichenbach bis zur Talsperre Quitzdorf mehr Flächen direkt am Gewässer für eine Umnutzung benötigt werden.

Der Schwarze Schöps verläuft vor allem unterhalb der Autobahn größtenteils begradigt und nicht kurvenreich. Von der unnatürlichen Begradigung will der LPV wieder wegkommen. Auch fehlt oft ein breiter Gehölzsaum zur Beschattung des Flusses und zur Pufferung von Stoffeinträgen. Stickstoff und Phosphor beispielsweise fördern das Algenwachstum in der Talsperre. Die Werte sind nach LTV-Angaben überschritten, was wiederum für Algenwachstum in Quitzdorf sorgt.

„Schöpsquelle“ heißt die kleine Anliegerstraße am Ende des Dorfes.
„Schöpsquelle“ heißt die kleine Anliegerstraße am Ende des Dorfes. © Constanze Junghanß

Problem sei außerdem - wie im globalen Maßstab generell - „die zunehmende flussnahe Bebauung und die damit einhergehende deutlich voranschreitende Versiegelung der Landschaft der letzten Jahre“, so Sophia Rast. Doch Anwohner am Schwarzen Schöps müssen nicht befürchten, dass sie nun Wohnhäuser zurückbauen müssen. „Es geht um Freiflächen entlang des Schwarzen Schöps. Siedlungsgebiete sind ausgeschlossen“, erklärt LTV-Mitarbeiter Andreas Hall. Bisher habe es noch keine Rückmeldungen von Grundstückseigentümern gegeben, sagt Andreas Hall.

Wer sich für das Projekt interessiert, kann sich bei dem LPV-Mitarbeiter melden: 03591 6711 117 [email protected]

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