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Vom Theater ins Buchgeschäft

Claudia Döring hat bis letzten Sommer das Marketing in Görlitz und Zittau geleitet. Jetzt macht sie sich selbstständig, zum Beispiel mit besonderen Terminplanern.

Claudia Döring stellt individuelle Bücher und Tagesplaner in Handarbeit her.
Claudia Döring stellt individuelle Bücher und Tagesplaner in Handarbeit her. © Paul Glaser

Ordnung ist das halbe Leben. Heißt es nicht so? Für Claudia Döring stimmt es jedenfalls, sie hat aus dem Motto eine Geschäftsidee gemacht.

Die Medieninformatikerin war zuletzt zweieinhalb Jahre Marketingchefin im Gerhart-Hauptmann-Theater, bis zum Sommer 2020, da hieß sie noch Claudia Scharf. "Dort die Abteilung über zwei Häuser hinweg zu leiten, war eine wichtige Erfahrung für mich", sagt die 31-Jährige , "doch in dieser Position konnte ich mich kreativ nicht so verwirklichen, wie ich es möchte." Und freiberuflich zu arbeiten war schon länger ihr Wunsch.

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Also macht sie sich gerade selbstständig – als "fraeulein artista" mit Ideen, die sie schon lange begleiten. "Als Kind habe ich oft versucht, Bücher selber herzustellen", sagt Claudia Döring, die in der Görlitzer Innenstadt geboren und aufgewachsen ist. "Habe Papier in kleine Zettel zerschnitten und versucht, sie zusammenzufügen, aber es klappte nie."

Einstieg in die Terminplaner-Szene

Inzwischen weiß sie, wie Bücher gebunden werden, und bietet das auch für ihre Kunden an. Auf ihrer Homepage kann man sich aus verschiedenen Materialen Notiz- oder Skizzenbücher nach seinen eigenen Vorstellungen zusammenstellen, die sie dann in Handarbeit herstellt. Bald vielleicht unter Zuhilfenahme eines Lasercutters, zu dessen Erwerb sie demnächst eine Crowdfounding-Kampagne startet.

Tagesplaner wie diesen bietet Claudia Döring in verschiedenen selbst erdachten Designs in ihrem Onlineshop an. Gestaltung und Bestandteile kann man sich aussuchen.
Tagesplaner wie diesen bietet Claudia Döring in verschiedenen selbst erdachten Designs in ihrem Onlineshop an. Gestaltung und Bestandteile kann man sich aussuchen. © Paul Glaser

Ihr Hauptprodukt aber sind individuell gestaltete, gedruckte Terminkalender, die genauso funktional sind wie digitale Termin- und Aufgabenverwaltungen, aber im Alltag weniger vom Wesentlichen ablenken. "Ich habe immer wieder gemerkt, dass mir digitale Kalender nicht flexibel genug sind", sagt Claudia Döring, "und bin deshalb zum analogen Tagesplaner zurückgekehrt."

Dafür gibt es in Deutschland eine regelrechte Szene, die sich damit beschäftigt, mit welchen Hilfsmitteln man am besten seinen Alltag strukturiert und sich die Zeit einteilt, ob dienstlich oder privat, ob man vielbeschäftigt ist oder im Lockdown über Langeweile klagt.

Viele Termine schon in der Jugend

Auch dieses Thema – Selbstorganisation – begleitet Claudia Döring seit ihrer Jugend. Als sie noch aufs Gymnasium Augustum ging, spielte sie Klarinette in zwei Orchestern, hatte fünf Proben pro Woche. Dazu kamen Klavierstunden, die Vorbereitungszeiten für Wettbewerbe und noch etwas Orchestermanagement an der Musikschule. Die Zeit für Lernen und Hausaufgaben musste sie drumherum planen.

Und auch ihr beruflicher Weg verlief nach Plan: Nach einer Grafikausbildung und ihrem Studium in Dresden arbeitete sie in der Öffentlichkeitsarbeit der DPFA-Schulen, in der Druckerei der Görlitzer Werkstätten und schließlich am Theater.

Nebenbei unterrichtet sie schon länger Studenten an der Berufsakademie Dresden, wo sie selbst studiert hat, in Web- und Printdesign. Das soll auch so bleiben, während sie ihr eigenes Buch- und Grafikunternehmen aufbaut. Dieses soll irgendwann deutschlandweit bekannt sein und sich selber tragen. "Zumindest", sagt Claudia Scharf, "sieht das mein Businessplan so vor."

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