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Frau löst Görlitzer Familienbeauftragten ab

In geheimer Wahl entschieden die Stadträte am Donnerstag. Es war knapp - wie erwartet.

Ines Mory bedankte sich im Stadtrat für ihre Wahl.
Ines Mory bedankte sich im Stadtrat für ihre Wahl. © Screenshot/SZ

Ines Mory ist die neue Familienbeauftragte der Stadt Görlitz.

Diskussionen gab es zur Abstimmung keine mehr. Aber im Vorfeld der Neuwahl. Neun Jahre lang war Eugen Böhler der Familienbeauftragte der Stadt. Eine formale Änderung sorgte dafür, dass das Ehrenamt nicht mehr auf unbegrenzte Zeit vergeben wird, sondern gekoppelt ist an die Amtsperiode des Stadtrates. Deshalb die Neuwahl. Allerdings gab es im Vorfeld, obwohl das kaum jemand einräumen wollte, auch Diskussionen um das Familienbild in Görlitz: Wie konservativ darf ein Familienbeauftragter sein? Eugen Böhler ist Pastor einer Freikirche in Görlitz, der Freien Evangelischen Gemeinde.

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Oberbürgermeister Octavian Ursu dankte Böhler zum Abschied. Er habe immer wieder für gesellschaftliche Diskussionen gesorgt, "das erwarten wir auch von unseren Beauftragten", sagte Ursu. Er hoffe, Böhler bleibe der Familienpolitik in Görlitz dennoch erhalten.

Ines Mory ist promovierte Theologin. Mit ihrer Familie lebt sie seit Kurzem in Görlitz. In der Oberlausitz wohnt die gebürtige Pasewalkerin aber seit 27 Jahren - ihr Mann, der heute Gefängnispfarrer in Bautzen ist, stammt aus der Region. Zeitweise war Ines Mory Pfarrerin in Oppach und arbeitet jetzt als Lehrerin an den Zinzendorfschulen Herrnhut. Auch wenn sie noch nicht so lange wieder zurück in Görlitz sei, freue sie sich sehr, dass die Wahl auf sie fiel, sagte sie im Stadtrat.

Böhler mit Abschiedsworten

Dass es eine knappe Wahl werden würde, war absehbar. Die AfD und Teile der CDU-Fraktion hatten sich im Vorfeld für Eugen Böhler ausgesprochen, die Bürger für Görlitz, andere Teile der CDU, Motor Görlitz/Bündisgrüne und Linke eher für Ines Mory. Das Ergebnis lautete 16 zu 19 Stimmen.

Eugen Böhlers Abschied war zwiegespalten. Sein Dank richtete sich an Personen, mit denen sich in den vergangenen Jahren einiges habe bewegen lassen in der Familienpolitik. Explizit richtete sich Böhler damit an Personen, die seit Beginn der Amtsperiode von Oberbürgermeister Octavian Ursu, 2019, die Stadtverwaltung verlassen haben, darunter die Gleichstellungsbeauftragte Romy Wiesner, Sebastian Kubasch, der sich mit um Jugendarbeit gekümmert hatte, Silke Bähnisch, Koordinatorin der Bürgerbeteiligung. Böhler sieht damit offenbar die bisherigen Strukturen für Familienpolitik in der Stadt schwinden.

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