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Freispruch für wegen Vergewaltigung angeklagten Mann

Der eine Fall bezüglich einer 35-jährigen Frau erwies sich als gestellte Falle, der zweite Vorwurf bezüglich zweier Mädchen in Görlitz wird neu verhandelt.

Symbolfoto
Symbolfoto © Peter Steffen/dpa (Symbolfoto)

In dem Görlitzer Vergewaltigungsprozess, der Anfang März wegen des Fehlens des einen syrischen Angeklagten geplatzt war, endete das abgetrennte Verfahren gegen den zweiten Mann aus Syrien in einem weiteren Fall jetzt mit einem Freispruch. In diesem Fall hatten am Ende der Beweisaufnahme sowohl Staatsanwaltschaft als auch der Verteidiger den Freispruch beantragt. Das Landgericht unter Vorsitz von Theo Dahm entsprechend geurteilt. Das Urteil ist rechtskräftig.

Vermeintliches Opfer suchte erotisches Abenteuer

Im Ergebnis der Beweisaufnahme lernte im Jahr 2019 eine damals 35-jährige, in der Eifel wohnende Irakerin, eine seit ihrem 15. Lebensjahr verheiratete Mutter von fünf Kindern, den seinerzeit in Görlitz wohnhaften, aus Syrien stammenden Angeklagten bei dem Internetspiel-Ballerspiel Pubg kennen. Es entwickelte sich ein erotisches Abenteuer, das von der Frau offenbar gesucht worden war, ihr aber schließlich über den Kopf wuchs. Der Angeklagte wollte in ihre Nähe umziehen und drohte – soweit bestätigten sich die der Anklage zugrundeliegenden Vorwürfe - bei Beendigung der sexuellen Beziehung die erotischen Fotos, die die Frau von sich erstellt und ihm übermittelt hatte, zu veröffentlichen.

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Die Frau reiste daraufhin nach Görlitz und stellte dem Angeklagten eine Falle, indem sie ihn in eine Wohnung lockte. In einer sofort bei der Polizei erstatteten Anzeige behauptete sie, was ein Vertrauter als angeblicher Augenzeuge bestätigte, der Angeklagte habe sich auf sie geworfen und erste Kleidungsstücke vom Leib gerissen, offenbar, um sie zu vergewaltigen. Diese entsprechende Behauptung haben sie und ihr Vertrauter in der Hauptverhandlung jedoch nicht mehr aufrecht erhalten. Auch weitere festgestellte Umstände sprechen erheblich gegen den Versuch einer Vergewaltigung.

Der Angeklagte ist in dieser Sache für gut drei Monate in Untersuchungshaft verwahrt worden. Die ihm im Regelfall bei einem Freispruch zu gewährende Haftentschädigung hat das Gericht ihm aber versagt, weil er durch die heftigen Drohungen gegen die beiden Zeugen seine Verhaftung grob fahrlässig selbst verschuldet hatte. Es bestand damals der Haftgrund der Verdunkelungsgefahr.

Fehlender Angeklagter hat sich gemeldet

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Einer der beiden Angeklagten ist nicht erschienen. Das Gericht erteilt einen neuen Haftbefehl - und verhandelt gegen den zweiten Angeklagten in einem zweiten Fall.

Trotz allem wird der Syrer noch einmal vor dem Görlitzer Landgericht erscheinen müssen. Das ursprünglich größere Verfahren wird alsbald terminiert werden. Ihm und dem Anfang März nicht erschienenen Angeklagten wird vorgeworfen, sich in einer Novembernacht 2018 in einem Görlitzer Dönerimbiss an zwei damals 13 Jahre alten Mädchen vergangen zu haben. Jener zweite Angeklagte hat sich inzwischen gemeldet und erklärt, er habe sich in Griechenland aufgehalten und daher von der Ladung keine Kenntnis gehabt. Ob dieser Vortrag zur Aufhebung des Haftbefehls führt, wird derzeit geprüft.

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