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Berzi-Nordoststrand wird zur Großbaustelle

Kurz vor Deutsch Ossig haben die Wellen den Sand weggespült. Dafür ist der Sandstrand nun anderswo breiter.

Ein Bagger bricht am Berzdorfer See die hohe Kante, die sich am Nordoststrand gebildet hatte. Badegäste gelangen hier künftig wieder gefahrlos ins Wasser.
Ein Bagger bricht am Berzdorfer See die hohe Kante, die sich am Nordoststrand gebildet hatte. Badegäste gelangen hier künftig wieder gefahrlos ins Wasser. © Martin Schneider

Die Schilder am Nordoststrand des Berzdorfer Sees sind eindeutig. „Vorsicht Absturzgefahr“ ist darauf zu lesen. Und tatsächlich: Ganz entspannt vom Strand ins Wasser laufen, war in den vergangenen Wochen nicht mehr möglich. Stattdessen hatte sich zwischen beidem ein Absatz gebildet, teilweise einen halben Meter hoch. Quasi eine Mini-Steilküste.

Betroffen ist aber nicht der komplette Nordoststrand vom Seeauslauf bis nach Deutsch Ossig, sondern vor allem der Abschnitt, an dem die Stadt vor Jahren ein Toilettenhaus gebaut hatte – also relativ nahe an Deutsch Ossig. Ein Stück weiter in Richtung Weinhübel ist alles in bester Ordnung, dort existiert keine Steilküste. Ganz im Gegenteil: Dort ist der flache Sandstrand sogar deutlich breiter als zuvor.

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Der Bagger sorgt dafür, die Absturzgefahr zu beheben. Seit dieser Woche laufen die Arbeiten.
Der Bagger sorgt dafür, die Absturzgefahr zu beheben. Seit dieser Woche laufen die Arbeiten. © Martin Schneider

„Über den Winter wurde der Sand an dem einen Abschnitt von den Wellen abgetragen und ein Stück weiter nördlich wieder angeschwemmt“, sagt Uwe Steinhuber, Pressesprecher des Bergbausanierers LMBV. Die Firma wird den Sand jetzt nicht zurücktransportieren. Stattdessen soll der breite Strand erst einmal breit bleiben. Karsten Handro von der LMBV erklärt aber, dass der Sand perspektivisch irgendwann mal zurückgebracht werden soll.

Und die Steilküste? Dort haben in dieser Woche die Bauarbeiten begonnen. „Wir brechen die Kante mit einem Bagger“, erklärt Handro. Der Strand wird einnivelliert, sodass er gefahrlos betreten werden kann und die Unfallgefahr beseitigt ist. Seinem Unternehmen war es wichtig, das noch vor der Badesaison zu erledigen. Eventuell wird es noch diese Woche fertiggestellt, ansonsten nächste Woche.

Da, wo der Sand weggespült wurde, bleiben nur Steine übrig.
Da, wo der Sand weggespült wurde, bleiben nur Steine übrig. © Martin Schneider

Zusammen mit der Stadt habe die LMBV auch schon mal eine Steinschüttung erwogen, sagt Steinhuber. Das sei aber finanziell schwierig. Für die LMBV ist bei alledem vor allem wichtig, dass der Seeauslauf nicht versandet, sodass überschüssiges Wasser weiter ungehindert in Richtung Weinhübel und Neiße abfließen kann. Bisher sei der Auslauf aber in Ordnung: Der Sand wurde daneben angeschwemmt.

An anderen Bergbaufolgeseen habe sich der Einbau von Wasserbausteinen oder von Stein- oder Holz-Buhnen bewährt, sagt Steinhuber. Sofern möglich, konnte an solchen Uferabschnitten auch wieder neuer Sand aufgetragen werden. „Ob das hier möglich ist, kann ich derzeit nicht abschließend einschätzen“, erklärt er.

Probleme gibt es schon lange

Das Problem ist allerdings keineswegs neu. Schon im April 2017 hieß es von der LMBV, dass am Nordoststrand immer wieder der Sand weggeschwemmt wird. Deshalb hatte das Unternehmen schon damals auf beiden Seiten des Seeauslaufes Steinwälle errichtet, die vom Ufer 40 Meter in den Berzdorfer See hineinragten. Der Sand sollte sich an den Seiten der Wälle sammeln, aber nicht mehr in den Auslauf gelangen. Das hat damals nicht funktioniert, 2017 war es besonders schlimm. Eine Firma aus Wittichenau rückte damals im April an, um rund 4.600 Tonnen Baustoffgemische und Sand einzubauen.

Diesen Winter nun hat es besser geklappt, der Sand ist nicht in den Auslauf gelangt. Allerdings ragt der Steinwall auf der einen Seite inzwischen nicht mehr 40 Meter in den See hinein, sondern an der Seite hat sich so viel Sand angesammelt, dass er fast die kompletten 40 Meter ausfüllt.

Es braucht eine dauerhafte Lösung

Die damalige Seemanagerin Katharina Poplawski hatte sich 2017 für eine dauerhafte Lösung ausgesprochen: „Wenn jedes Jahr etwas gemacht wird, ist es sehr kostspielig.“ Stattdessen brauche es eine vernünftige Lösung, zum Beispiel Wellenbrecher. Auch von einer Ablagerung des Sandes am Seegrund war damals die Rede – und von der Gefahr, dass dadurch sogar eine Insel vor dem Strand entstehen könnte. Das ist zum Glück bis heute nicht passiert – aber gelöst ist das Problem keineswegs, wie die aktuelle Entwicklung zeigt.

Das Thema Wellenbrecher ist nach wie vor aktuell, sagt Handro jetzt: „Dazu wird derzeit eine Studie erstellt.“ Hauptsächlich soll untersucht werden, wie der Wellenbrecher touristisch ansprechend aussehen könnte. Wenn das feststeht, muss die Finanzierung geklärt werden. Für die nächsten zwei Jahre rechnet Handro hier mit keiner Umsetzung. Bis es soweit ist, wird jedes Jahr im Frühling die Kante gebrochen. Neuen Sand füllt die LMBV aber erst einmal nicht mehr auf. „Bis 2019 haben wir das regelmäßig gemacht, aber er wurde immer wieder weggespült“, sagt Handro.

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