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Görliwood-Bus fährt ins Abseits

Das Gefährt darf nicht an der Görlitzer Dreifaltigkeitskirche stehen. Doch der Fahrer hält sich nicht dran. Nun drohen Konsequenzen.

Der Görliwood-Bus
hielt am Mittwochvormittag vor der Dreifaltigkeitskirche in Görlitz. Doch dort hat er nichts zu suchen.
Der Görliwood-Bus hielt am Mittwochvormittag vor der Dreifaltigkeitskirche in Görlitz. Doch dort hat er nichts zu suchen. © Foto: privat

SZ-Leserin Dana Franzke* staunte am Mittwochvormittag nicht schlecht: Der für touristische Stadtrundfahrten genutzte rote Görliwood-Bus hält auf dem Görlitzer Obermarkt vor der Dreifaltigkeitskirche. Ja, hatte sie nicht in der SZ gelesen, dass er das gar nicht darf, weil er zu lang und zu schwer ist? Sollte er nicht vor der Staatsanwaltschaft stehen?

Ja, Dana Franzke hat richtig gelesen, erklärt die Görlitzer Rathaussprecherin Juliane Zachmann. Die Abfahrtsstelle an der Dreifaltigkeitskirche sei der Firma Schmidt UG aus Weißwasser mit einer Sondernutzungserlaubnis zugeteilt worden, sagt sie: „Nach den Auflagen der Erlaubnis darf die Abfahrtsstelle nur mit zwei Fahrzeugen mit weniger als 7,5 Tonnen Gesamtgewicht und einer maximalen Länge von zehn Metern als Einzelfahrzeuge oder als Fahrzeug mit Anhänger genutzt werden.“

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Der Görliwood-Bus überschreite als Einzelfahrzeug sowohl die vorgegebene Tonnage, als auch die maximale Länge und dürfe deshalb diese Abfahrtsstelle nicht nutzen. „Unabhängig davon, wer der Halter oder Betreiber dieses Fahrzeuges ist, trägt grundsätzlich der Erlaubnisinhaber, also die Schmidt UG, die volle Verantwortung für die Einhaltung der Auflagen und den ordnungsgemäßen Betrieb der Abfahrtsstelle“, sagt Juliane Zachmann.

Die Stadt werde die Firma deshalb auffordern, unverzüglich dafür zu sorgen, dass die Fläche nur von Fahrzeugen genutzt wird, die die Auflagen erfüllen. Im Wiederholungsfall will die Stadt Ordnungswidrigkeitsanzeigen fertigen. „Sollte auch das nicht zum Erfolg führen, kann die erteilte Sondernutzungserlaubnis letztendlich auch zurückgenommen werden“, stellt die Sprecherin klar. Darüber hinaus könne der städtische Vollzugsdienst auch mit verkehrs- und ordnungsrechtlichen Maßnahmen gegen den Fahrer des Busses vorgehen. „Entsprechende Kontrollen wurden und werden bereits im Rahmen des täglichen Dienstes durchgeführt“, so Juliane Zachmann.

* ... Name auf Wunsch geändert

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