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Hiobsbotschaft für Görlitzer Skater

Der Neubau in der Innenstadt kommt nicht. Es scheitert am Geld. Jetzt bleibt nur der Platz in Weinhübel. Der aber ist alt.

Die Skate- und BMX-Anlage hinter Kaufland in Weinhübel ist verschlissen. Aber sie soll trotzdem so lange wie möglich in Betrieb bleiben.
Die Skate- und BMX-Anlage hinter Kaufland in Weinhübel ist verschlissen. Aber sie soll trotzdem so lange wie möglich in Betrieb bleiben. © Pawel Sosnowski/80studio.net

Viel zu lachen haben die Görlitzer BMX-Fahrer und Skater derzeit nicht: Wegen der Corona-Bestimmungen ist die 15° Skatehalle im Kühlhaus genauso geschlossen wie die Anlage hinter dem Kaufland in Weinhübel. „Wir haben derzeit keine Gelegenheit, irgendwo zu fahren“, sagt Tobias Gorlt vom Görlitzer Adrenalin-Verein, in dem ein guter Teil der Szene organisiert ist.

Der Adrenalin-Verein hat im Kühlhaus Weinhübel die 15° Skatehalle errichtet. Wegen der Corona-Bestimmungen darf sie momentan nicht genutzt werden.
Der Adrenalin-Verein hat im Kühlhaus Weinhübel die 15° Skatehalle errichtet. Wegen der Corona-Bestimmungen darf sie momentan nicht genutzt werden. © Foto: privat

Jetzt erreicht die Skater und BMXer die nächste Hiobsbotschaft: Der von der Stadtverwaltung seit Längerem angedachte Ersatz für die verschlissene Anlage hinter dem Weinhübler Kaufland kommt nicht. „Es gibt leider derzeit keine absehbare Chance für einen neuen Standort in einem Fördergebiet“, sagt Bauamtsleiter Torsten Tschage. Nach Aussage von Baubürgermeister Michael Wieler scheitert es in erster Linie am Geld.

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Stadt prüft Verbesserungen in Weinhübel

Vorgesehen war der Neubau im Brautwiesenbogen, also in der westlichen Innenstadt, wo die Chancen auf Fördermittel am höchsten sind. Jetzt prüft die Stadt, zumindest bauliche Verbesserungen an der alten Anlage in Weinhübel vorzunehmen. Das aber hängt wesentlich vom städtischen Haushalt 2021/2022 ab – also von der Frage, ob Geld für Investitionen da ist oder nicht. Bisher gibt es aber noch keinen Haushaltsentwurf. Die Anlage in Weinhübel ist seit Langem ein Sorgenkind der Stadtverwaltung. „Der ständige Verschleiß macht uns zu schaffen“, hatte Christian Freudrich vom Sachgebiet Stadtgrün im Rathaus schon voriges Jahr erklärt. Mit Vandalismus habe das nichts zu tun. Die Strecke sei schlichtweg alt und auf dem Stand von vor 15 bis 20 Jahren errichtet worden.

Tobias Gorlt bestätigt das. „Aber es ist bis heute die einzige anspruchsvolle Skate-Anlage unter freiem Himmel in Görlitz“, sagt er. Bis zur Corona-Sperrung wurde sie rege genutzt: Von Skatern, BMXern und neuerdings auch von Scooter-Fahrern, also Roller-Fahrern. Das ist eine neue Disziplin, die besonders bei unter 16-Jährigen sehr beliebt ist. „Es ist eine Einstiegssportart, eine Zwischendisziplin zwischen BMX und Skateboard“, erklärt Tobias Gorlt. Viele Jugendliche würden dann später auf BMX umsteigen.

Es braucht eine Zukunftslösung

Für alle drei Sportarten brauche es eine Zukunftslösung, wenn die alte Anlage irgendwann so verschlissen ist, dass sie abgerissen werden muss. Sein Verein ist aber auch an keiner Alternative dran. Er hat sich in den vergangenen Jahren auf die neue 15° Skatehalle im Kühlhaus konzentriert, die sich großer Beliebtheit erfreut – mittlerweile auch bei Scooter-Fahrern.

Zudem hat der Verein auch die Fläche neben der alten Weinhübler Skateanlage im Blick. Dort gibt es schon lange eine Dirtstrecke für BMX-Fahrer. Der Name Dirt bedeutet Schmutz – gemeint ist also die Bahn, die aus Erdhügeln besteht und deshalb auch mal pampig werden kann. Sie war lange verwaist, nachdem die Startrampe im Jahr 2017 Opfer einer Brandstiftung geworden war. Eine Reparatur war nicht mehr möglich, ein schneller Ersatz aber auch nicht, denn für den Schaden kam keine Versicherung auf. Ohne Startrampe aber funktionierte die Strecke nicht.

Die Firma Holzgestalten von David Weise aus Ostritz hat voriges Jahr am Skatepark in Weinhübel eine Rampe für die BMX-Fahrer auf der Dirtstrecke gebaut. Die alte Rampe war abgebrannt.
Die Firma Holzgestalten von David Weise aus Ostritz hat voriges Jahr am Skatepark in Weinhübel eine Rampe für die BMX-Fahrer auf der Dirtstrecke gebaut. Die alte Rampe war abgebrannt. © Nikolai Schmidt

Die Firma „holzgestalten“ von David Weise aus Ostritz hat im vorigen Frühling eine neue Startrampe errichtet. „Wir haben dann angefangen, eine neue Anfängerbahn zu bauen“, sagt Tobias Gorlt. Die sei schon von ersten Fahrern genutzt worden. Fertig geworden ist der Verein aber im vorigen Jahr nicht. „Wir wollen es dieses Jahr in Angriff nehmen“, sagt Tobias Gorlt. Jedenfalls, wenn es das Wetter und die Corona-Lage irgendwann zulassen. Momentan funktioniert es aus beiden Gründen nicht.

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