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See-Anrainer verhandeln über Open-Air-Partys am Berzi

Laute Musik bis in die frühen Morgenstunden: Was den einen freut, ärgert den anderen. Jetzt soll es am Berzdorfer See klare Regeln geben.

Open-Air-Veranstaltungen sorgen - wenn sie bis in die Frühe andauern - neben Begeisterung auch für Ärger am Berzdorfer See.
Open-Air-Veranstaltungen sorgen - wenn sie bis in die Frühe andauern - neben Begeisterung auch für Ärger am Berzdorfer See. © Pawel Sosnowski

Open-Air-Veranstaltungen am Berzdorfer See sind in der Sommersaison sehr beliebt, sorgen aber auch immer wieder wegen der lauten Musik bis in den Morgen hinein für Ärger.

Nun wollen die drei Anrainerkommunen Görlitz, Schönau-Berzdorf und Markersdorf einerseits sowie die Veranstalter andererseits sich zusammensetzen, um einen Rahmen für solche Veranstaltungen zu definieren. Darüber informierte der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu auf der Sitzung des Planungsverbandes Berzdorfer See am Montag in Görlitz. Er erhielt Unterstützung vom Bürgermeister von Schönau-Berzdorf, Christian Hänel.

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Klare Regeln für Veranstaltungen

Dem Görlitzer OB zufolge sollen die Regeln einheitlich am gesamten See künftig gelten, zugleich wollen sich die Ordnungsämter Görlitz und Bernstadt über die Bedingungen für eine Genehmigung solcher Veranstaltungen einigen. Dabei geht es darum, bis wann die Open-Air-Veranstaltungen mit welcher Lautstärke stattfinden können.

Christian Hänel kündigte an, es geht um etwa zehn Open-Air-Veranstaltungen pro Saison. Alle Seiten erhoffen sich von einer solchen Verständigung am See, dass anschließend alle wissen, was erlaubt wurde und sich darauf einstellen können.

Das erachtet auch die sich entwickelnde Hotelbranche am See als wichtig. Vor allem das Hotel "Insel der Sinne" ist von den nächtlichen Partys betroffen. Der See bildet einen Schalltrichter, sodass gerade ein Hotel wie die Insel, das direkt am See liegt, besonders stark von den Geräuschen betroffen ist. Zudem wirbt die "Insel der Sinne" mit der Ruhe am See. So heißt es gegenwärtig auf der Internetseite des Hotels: "Keine Autos, kein Lärm – dafür zu allen Jahreszeiten sanfte Vogelgesänge, leichtes Wellenrauschen, weißer Sandstrand, glasklares Wasser und ein Blick in die Weite, wie man ihn in Europa fast nirgends schöner finden könnte!" Sowohl die Veranstaltungen in der Blauen Lagune als auch am Nordstrand haben Auswirkungen auf das Hotel.

Hotelgäste beschweren sich über Lärm mitten in der Nacht

Hotelchefin Ina Lachmann berichtete am Montag davon, dass sie bei solchen Anlässen nachts einen Ansturm ihrer Hotelgäste erlebe, die sich über die Lärmbelästigung beschwerten. Ändern könne sie, aber auch die alarmierte Polizei nichts, weil die Veranstaltungen meist bis um 3 Uhr in der Frühe mit einer erheblichen Lautstärke genehmigt seien. Sie kritisierte in diesem Zusammenhang die Ordnungsämter, die die Veranstaltungen freigiebig und ohne wirkliche Restriktionen billigen würden.


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Trotz des damit verbundenen Ärgers im eigenen Hotel sprach sich Ina Lachmann nicht generell gegen solche Veranstaltungen aus. Sie gehörten genauso zum See. Allerdings mahnte die Hotelbesitzerin einen geeigneten Rahmen an. Dabei müsse geklärt werden, wie viele Veranstaltungen pro Saison zulässig seien, bis wann wie laut Musik dabei abgespielt werden dürfe. Aus ihrer Sicht habe das Thema im Winter eine besondere Dringlichkeit, um geklärt zu werden. Das wollen nun die Kommunen in Angriff nehmen.

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