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So plant Görlitz die neue Saison am Berzi

Das Rathaus rechnet dieses Jahr mit mehr Besuchern als in den Vorjahren. Damit alles glatt läuft, nimmt es viel Geld in die Hand.

Raphael und Laura baden am Nordoststrand des Berzdorfer Sees. Bis zur neuen Saison dauert es gar nicht mehr lange.
Raphael und Laura baden am Nordoststrand des Berzdorfer Sees. Bis zur neuen Saison dauert es gar nicht mehr lange. © nikolaischmidt.de

Sogar auf die Badesaison am Berzdorfer See nimmt die Corona-Pandemie Einfluss. Damit jedenfalls rechnet die Stadt Görlitz. Durch die Corona bedingten Reisebeschränkungen werde sich das Besucheraufkommen am See dieses Jahr wohl weiter erhöhen, schreibt sie in einer Vorlage, über die die Stadträte jetzt zu entscheiden hatten.

Darin ging es in erster Linie ums Geld: Weil viele Leute erwartet werden, muss die Stadt die Badesaison vernünftig vorbereiten und durchführen. Sie dauert offiziell vom 1. Mai bis zum 3. Oktober, also gut fünf Monate. Aus der Erfahrung der Vorjahre sind dafür reichlich 200.000 Euro nötig, sagt die Stadtverwaltung. Die Räte fanden die Zahl in Ordnung und stimmten geschlossen dafür, dieses Geld einzusetzen.

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Vieles bleibt wie im Vorjahr

Es fließt in drei Strandabschnitte an der Görlitzer Seeseite: Den Nordstrand, den Nordoststrand und den Hundestrand Deutsch Ossig. An diesen Dreien soll letztlich alles mehr oder minder genauso ablaufen wie im Vorjahr. Vor allem soll wieder ein Unternehmen damit beauftragt werden, an der Zufahrt zum See Parkgebühren zu kassieren und dafür zu sorgen, dass nicht zu viele Autos gleichzeitig an den See fahren, sodass Rettungsdienste und Busse jederzeit gut durchkommen. Bisher hatte die Firma K9 diese Aufgabe übernommen. Sie war stets sehr engagiert und die Stadt zufrieden. Jetzt müssen die Leistungen wieder ausgeschrieben werden, die Firma K9 kann sich wie immer bewerben.

Konkret geht es um neun Aufgaben, die erbracht werden müssen: Schilfbeseitigung, Miete und Aufbau von WC-Containern und "Toi-Toi's", Miete und Aufbau eines Rettungscontainers für die Badeaufsicht am Nordoststrand, Reinigung des Strandes, der Parkplätze und der Toiletten, Bewachung, Parkraumbewirtschaftung, Badeaufsicht, Rasenmahd und schließlich auch noch Aufgaben rund um den Schiffsanleger „Fernblick“, der in diesem Jahr mit neuen Stegen ausgestattet wird.

Straße bleibt weiter ungewidmet

Für die Stadträte ist das alles nachvollziehbar, doch sie wissen auch: Eine langfristige Lösung ist das alles nicht. Eigentlich sollte die Zufahrtsstraße zum Nordoststrand schließlich schon voriges Jahr öffentlich gewidmet werden. Dann wäre eine Absperrung der Zufahrt zum Erheben der Parkgebühren nicht mehr möglich gewesen, stattdessen könnte jeder Tag und Nacht ein- und ausfahren, die Parkgebühren könnten am Automaten entrichtet werden. Am Ende entschlossen sich die Räte voriges Jahr aber, die Straße vorerst nicht zu widmen – auch aus Sorge, dass es zum Parkchaos kommen könnte, wenn niemand mehr die Zufahrt kontrolliert.

„Wir wollten nach einem Jahr noch einmal über Parkautomaten und Bewirtschaftung reden?“, erkundigte sich Andreas Kolley (Motor Görlitz) jetzt im Stadtrat. Ja, entgegnete Bürgermeister Michael Wieler: „Aber 2020 war wegen der Corona-Pandemie kein repräsentatives Jahr.“ Auch für dieses Jahr rechnet er nicht damit: „Hoffentlich erleben wir 2022 ein Normaljahr.“ Danach könnte man die Sache neu prüfen. Bei der Haushaltsdiskussion will er mit den Stadträten noch einmal über die Anschaffung der Parkscheinautomaten reden.

Ohne Widmung keine Baugenehmigungen

Ein anderes Problem: Ohne Widmung könnten nach Aussage von Astrid Hahn von der Stadtverwaltung auch keine Baugenehmigungen für die Sanierung der in Deutsch Ossig verbliebenen Häuser erteilt werden: „Wir haben aber ein Interesse daran, die desolate Bausubstanz dort zu retten.“ Mehrere Eigentümer in Deutsch Ossig stehen in den Startlöchern, würden gern loslegen. Darauf wies auch Danilo Kuscher (Motor Görlitz) jetzt noch einmal hin: „Wir sollten das nicht mehr ewig liegenlassen.“ Wieler entgegnete, eine Widmung sei jederzeit möglich: „Voriges Jahr war sie aber im Stadtrat politisch nicht gewollt.“

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