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Warum der Königshainer Trödelmarkt erneut ausfällt

Mehrere tausend Besucher kamen am Sonntag auf den Flohmarkt nach Löbau. Nur Königshain macht in diesem Jahr wieder nicht mit.

Auf diesen Anblick wird man auch in diesem Jahr verzichten müssen: der Trödelmarkt auf dem Gelände des Barockschlosses in Königshain.
Auf diesen Anblick wird man auch in diesem Jahr verzichten müssen: der Trödelmarkt auf dem Gelände des Barockschlosses in Königshain. © Archivfoto: Nikolai Schmidt

Die Nachricht enttäuscht wohl viele Schnäppchenjäger, Sammler und Händler.

Der beliebte Trödelmarkt rund um das Königshainer Barockschloss und geplant für Ende August fällt erneut aus. Das bestätigt Joachim Mühle, Vorsitzender des Heimatvereins, auf SZ-Nachfrage.

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Dabei war die Hoffnung anfangs groß, dass in diesem Sommer – so die Erwartung – bei sinkenden Coronainfektionen endlich wieder getrödelt werden kann. In Königshain ist das jedoch nicht möglich, obwohl sich zahlreiche Händler dafür bereits im Frühjahr einen der begehrten Standplätze gesichert haben. Sie müssen nun zu Hause bleiben oder auf anderen Märkten ihr Glück versuchen.

Prinzipiell sind Trödelmärkte möglich

Zwar gibt es seit Tagen keine Neuinfektionen mit Corona im Kreis, und Trödelmärkte können seit einem Monat auch durchgeführt werden. Bereits am 9. Juni schloss sich der Landkreis Görlitz der Aussage von Staatsministerin Petra Köpping an, dass Antik-, Trödel- und Flohmärkte in Sachsen wieder stattfinden dürfen, nachdem wenige Tage zuvor der Kreis das anders ausgelegt hatte. Grund dafür war, dass es zu diesem Zeitpunkt keine verbindlichen Regelungen seitens des Sächsischen Sozialministeriums (SMS) zu Trödelmärkten gab. Flohmärkte wurden in der Corona-Schutzverordnung nicht aufgeführt. Daraufhin hatten Veranstalter aus Sachsen einen offenen Brief an das Sozialministerium verfasst und den fehlenden Part kritisiert.

Unterschrieben hat diesen Brief unter anderem Yvonne Schwarz, Veranstalterin der „Schwarzmaerkte“, die am kommenden Wochenende zum Rittergut Dürrhennersdorf einlädt. Das Hin und Her der Vergangenheit sei schon nicht so einfach gewesen, sagt sie. Jetzt freut sich Yvonne Schwarz, in Dürrhennersdorf an den Start gehen zu können. Auch wenn die Vorbereitungen aufwendiger als vor Corona seien.

Auch in anderen Städten des Landkreises finden Trödelmärkte statt. In Löbau beispielsweise war am letzten Sonntag jede Menge los beim Trödelmarkt auf dem ehemaligen Landesgartenschaugelände.

So ein Gewimmel herrschte am Wochenende in Löbau beim Trödelmarkt.
So ein Gewimmel herrschte am Wochenende in Löbau beim Trödelmarkt. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Gäste- und Händlerzahlen dieser Märkte sind in etwa mit Königshain vergleichbar. Über hundert Stände und verteilt auf den ganzen Tag einige tausend Besucher. Doch in Löbau und Dürrhennersdorf sind Unternehmer die Organisatoren. Und das ist der Unterschied zu Königshain.

Für ehrenamtliche Organisatoren ist das Risiko zu hoch

Beim Barockschloss kümmern sich Ehrenamtliche vor allem vom Heimatverein um die Vorbereitung und Durchführung der familiär geprägten Veranstaltung. „Wir können die Umsetzung erforderlicher Maßnahmen nicht sicherstellen“, bedauert Joachim Mühle. Tests möglicherweise, Kontrolle von Impfungen, Hygienekonzept zählten dazu, zählt er auf. Und da niemand vorhersagen könne, ob die Inzidenzwerte so niedrig bleiben, sei auch die Unsicherheit hoch.

Dabei braucht es derzeit keine Testnachweise – weder für Händler noch für Besucher von Trödelmärkten. Und auch Daten der Besucher werden nicht eingefordert. „Im Moment besteht nur die Pflicht auf ein Hygienekonzept“, sagt Kreissprecherin Franziska Glaubitz. Laut der Corona-Schutzverordnung muss seit dem 22. Juni ab einem Inzidenzwert unter 35 bei Großveranstaltungen unter freiem Himmel auch keine Maske mehr aufgesetzt werden, sodass „oben ohne“ getrödelt werden kann.

Hoffnung jetzt auf 2022

Wie sich die Infektionszahlen entwickeln, kann jedoch niemand genau vorhersagen. Für Ehrenamtliche, die solche Veranstaltungen langfristig organisieren, ist es deshalb schwer, ins Blaue hineinzuplanen und Mühe und Arbeit in Vorbereitungen zu stecken, wo niemand weiß, ob die Aufstellungen eines Hygienekonzeptes dann noch ausreichen. Das langfristige Aus für die Königshainer Trödelmärkte ist die diesjährige Absage aber nicht. „Wir freuen uns auf das nächste Jahr“, sagt Joachim Mühle. 2022 soll das Schlossgelände wieder zu einem Trödelmekka werden.

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