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„Geigerzähler“ im Reichenbacher Rathaus

Das monotone Klackern in der Telefonleitung war kürzlich Thema. Außerdem hat die Stadt beschlossen, sich bei Facebook einbringen zu wollen.

Im Rathaus Reichenbach war die Telefonanlage defekt.
Im Rathaus Reichenbach war die Telefonanlage defekt. © Constanze Knappe

Die Technik im Reichenbacher Rathaus wurde immer störanfälliger. Zuletzt war während der Telefongespräche ein – so steht es in den Sitzungsunterlagen des Stadtrates - „wiederholtes, gleichmäßiges Knacken in der Leitung“ zu hören. Mitarbeiter sprachen augenzwinkernd von einem „Geigerzähler“ im Rathaus. Angenehm jedenfalls war das monotone Geräusch weder für die Verwaltung noch für die Anrufer.

Das Knackgeräusch war nicht das einzige Problem. Fast täglich sei es nach Rathaus-Angaben vorgekommen, dass keine Anrufe nach draußen mehr möglich waren oder ankommende Anrufe nicht durchgestellt wurden. Teils fiel die Telefonanlage komplett aus. In Corona-Zeiten besonders fatal. Deshalb musste eine neue Telefonanlage her. Für rund 9.800 Euro hat das Rathaus nun eine neue Anlage bekommen. Das Knacken ist Geschichte. Im Rathaus kann wieder angerufen werden, ohne dass es im Hintergrund klackert.

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Werden Firmenlinks kostenpflichtig?

Auf der Internetseite der Stadt können sich die Firmen und Unternehmen seit Langem schon mit Name, Anschrift und Telefonnummer eintragen – ähnlich, wie ein Telefonbucheintrag. Dafür gibt es die Rubrik „Branchenverzeichnis“. 23 Unternehmen nutzen das aktuell. Das kostet die Unternehmer bisher nichts. Nun sollte der Stadtrat darüber entscheiden, dass die Firmen Geld dafür zahlen, wenn ein Link zur eigenen Internetseite gesetzt wird. Die Stadt begründete das so, dass damit Bürger und Unternehmen die Möglichkeit hätten, auf der Internetseite und der Infosäule auf dem Marktplatz Werbung zu platzieren, zum anderen könne Reichenbach Einnahmen generieren. Mit wie viel Geld die Kommune rechnet, wie viel die Verlinkung kosten soll, darüber wurde nicht informiert. Anfreunden konnte sich der Stadtrat mit dieser Idee jedoch nicht. Dass die Unternehmen künftig zahlen müssen, wenn sie auf ihre eigene Internetseite verweisen, fand keine Zustimmung. Der Firmeneintrag bleibt also kostenlos.

Auf der Infosäule am Markt allerdings sollen Bürger und Unternehmen künftig kostenpflichtig Anzeigen schalten. Ob es dafür einen Bedarf gibt, kam nicht zur Sprache.

Stadt will eigene Facebookseite

Die Stadt selbst möchte nun in puncto Onlinepräsenz offenbar mit der Zeit gehen. Nachdem es seit 2012 zwei von Peter Schilling – dem ehemaligen parteilosen Bürgermeisterkandidaten – betriebene Facebookseiten mit dem Namen „Reichenbach Oberlausitz“ gibt, die aktuell 1.790 Abonnenten haben, hat sich die Verwaltung nun entschieden, auch eine eigene Facebookseite zu erstellen. Das ist dann die dritte und damit eine offizielle Facebookseite. Die heißt „Stadt Reichenbach O./L.“. Probeweise läuft diese Seite seit September 2019 und hat 155 Abonnenten. Eineinhalb Jahre nach dem Start der Seite sollte der Stadtrat jetzt entscheiden, ob die Bürgermeisterin mit der Erstellung einer Facebookseite für die Stadt beauftragt wird.

Dem stimmten die Ratsmitglieder zu. Aktuelle Nachrichten, Veranstaltungshinweise, Straßensperrungen, Polizeimeldungen und mehr könnten auf die Seite drauf. Das sind auch Dinge, die bereits auf den privaten Reichenbach-Seiten geteilt werden und zu lesen sind. Bei manchen die Kommune betreffenden Informationen habe die Stadt bei ihm in der Vergangenheit angefragt, ob er sie mit verbreiten könne, sagt Peter Schilling. Beispielsweise Aufrufe für Wahlhelfer oder Plakate für Konzerte im Schloss Krobnitz seien das gewesen. „Das habe ich auch gemacht“, sagt er. Die dann städtische Facebookseite zu Reichenbach soll von der Stadtinformation oder ersatzweise von der Sekretärin betrieben werden. Die beiden anderen privaten Facebookseiten wird es weiter geben.

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