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Jugendstiftung zeichnet Görlitzer aus

Bewohner des Görlitzer Kinderheims forschten nach dem Namensgeber für ihre Einrichtung und nach jüdischem Leben in der Stadt. Dafür gab es einen Preis.

Jessica Schneider und Florian Walther nahmen Urkunden und einen Pokal als Geschichtspreis entgegen. Eine finanzielle Zuwendung war mit der Auszeichnung nicht verbunden.
Jessica Schneider und Florian Walther nahmen Urkunden und einen Pokal als Geschichtspreis entgegen. Eine finanzielle Zuwendung war mit der Auszeichnung nicht verbunden. © Martin Schneider

Wer war eigentlich Janusz Korczak? Diese Frage können nun Jessica Schneider (14) und Florian Walther (16) aus Görlitz beantworten. Sie und weitere sechs Bewohner des Görlitzer Kinderheimes "Janusz Korczak" forschten nach Leben und Wirken dieses jüdischen Menschen - und wurden für die Forschungsergebnisse ausgezeichnet.

Die Jugendlichen leben im Janusz-Korczak-Haus, einer Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe. Dieses Kinderheim in der Leschwitzer Straße im Görlitzer Stadtteil Weinhübel wird von der Diakonie-Stiftung Libera betrieben.

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Ergebnisse der Spurensuche jetzt auf Schautafeln

Die sächsische Jugendstiftung hatte junge Menschen dazu aufgerufen, auf Spurensuche zu gehen und dabei herauszufinden, wer eigentlich jene Menschen waren, zu denen sie jetzt einen Bezug haben. Das Görlitzer Kinderheim trägt den Namen von Janusz Korczak. Er wurde 1878 in Warschau geboren und kam 1942 im Vernichtungslager Treblinka um. Der polnische Militär- und Kinderarzt sowie Kinderbuchautor war auch Pädagoge. Vor allem für Kinder, darunter in einem Waisenhaus, setzt er sich ein.

Das und einiges über das jüdische Leben in Görlitz trugen die Mädchen und Jungen auf drei Schautafeln zusammen, die künftig im Kinderheim stehen. Die acht Mädchen und Jungen erkundeten bei ihren Forschungen unter anderem die Stolpersteine für Görlitzer Juden, die im Nationalsozialismus verfolgt, eingesperrt und in der Mehrzahl umgebracht wurden. Die kleinen Gedenkplatten - Stolpersteine - in den Gehsteigen vor den Häusern, in denen die Menschen lebten, erinnern an ihr trauriges Schicksal. Auch den Jüdischen Friedhof in der Biesnitzer Straße sowie die kurz vor ihrer Wiedereröffnung stehende Synagoge in der Otto-Müller-Straße besuchten die Jugendlichen.

Für ihre erfolgreiche Spurensuche bekamen die Jugendlichen einen der drei Jugendgeschichtspreise - Urkunden und einen Pokal in Form einer Lupe. Eine finanzielle Zuwendung war mit dem Geschichtspreis nicht verbunden.

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