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950 Bäume für Görlitz: Große Pflanzflächen gesucht

Die Baum-Aktion zum Stadtjubiläum soll noch mal Fahrt aufnehmen - denn jetzt beginnt die beste Pflanzzeit. Ein Drittel des Ziels ist erreicht.

Die ersten Bäume pflanzten im Frühjahr Sascha Röhricht (r.) und Lukas Deege ein.
Die ersten Bäume pflanzten im Frühjahr Sascha Röhricht (r.) und Lukas Deege ein. © Martin Schneider

Nächste Woche wird im Kinderhaus Nikolaivorstadt ein Apfelbäumchen gepflanzt. Eins von 950. Es zählt mit hinein bei der Aktion „950 Bäume für Görlitz“, des Görlitzer Künstlers Sascha Röhricht und der Görlitzer Ortsgruppe des BUND. Anliegen ist es, zum 950-jährigen Jubiläum von Görlitz 950 neue Bäume in der Stadt zu pflanzen. Keine kleinen Setzlinge, sondern größere Bäume.

Etwa ein Drittel ist geschafft. Um die 300 Bäume sind in diesem Jahr schon gepflanzt worden. „Viele Leute sind da mit aktiv“, sagt Röhricht. Sei es aus Kindertagesstätten, Kirchen oder von den Großvermietern wie Kommwohnen oder der Wohnungsgenossenschaft Görlitz (WGG). Gerade letztere hätten großes Interesse an der Aktion gezeigt und gern mitgemacht. Dabei ging es nicht nur um Bäume, sondern auch um mehr Blühwiesen, was durch die Baum-Aktion mit angestoßen werden konnte.

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Unzählige Gespräche mit Görlitzern habe es in den vergangenen Monaten gegeben, viel Kritik an der Stadtverwaltung wurde geäußert. „Die Menschen verstehen nicht, warum die Stadt immer wieder Bäume fällt“, so Röhricht, der den Görlitzer Baumbestand grundsätzlich als gut betrachtet, was die Zahl angeht, der aber aufgrund der Wetterbedingungen immer schwieriger zu halten sei. „Kranke oder gefährdende Bäume müssen eben weg, da hat Sicherheit den Vorrang.“

Er sieht die Stadt durchaus als sehr aktiv, wenn es um den Baumbestand geht. So seien an der Weinlache viele Setzlinge in den Boden gekommen. Diese zählen bei der 950-Bäume-Aktion aber nicht mit. Hier geht es um private Pflanzungen. Und gerade dafür suchen Röhricht und der BUND noch dringend größere Flächen - die nicht kommunal sind. Die Stadt hält solche Flächen selbst vor - für Ausgleichspflanzungen.

Kirsche ist der Lieblingsbaum

„Wir suchen größere Privatgrundstücke oder Wiesen, die uns die Besitzer für Baumpflanzungen zur Verfügung stellen - vielleicht für 15 bis 20 Bäume“, so Röhricht. „Gern auch am Rand der Stadt.“ Welche Bäume es sein sollen, ist den Besitzern überlassen beziehungsweise hängt auch vom Boden ab. Als Lieblinge haben sich im Lauf des Jahres vor allem Kirsch- und andere Obstbäume herauskristallisiert. Hier gibt es eine Kooperation mit der Baumschule Rißmann im Schöpstal, die regionale Arten im Angebot hat - und im Rahmen der Aktion auch günstiger abgibt.

Sascha Röhricht vom Görlitzer Wildwuchs Verein ist Drahtzieher der Baumaktion. Er führt sie zusammen mit dem BUND durch.
Sascha Röhricht vom Görlitzer Wildwuchs Verein ist Drahtzieher der Baumaktion. Er führt sie zusammen mit dem BUND durch. © Nikolai Schmidt

Dass ein Jahr kaum ausreicht, um 950 Bäume zu pflanzen, hat Sascha Röhricht schnell gemerkt. Die Hoffnung auf den Herbst ist zwar groß, weil er immerhin die beste Pflanzzeit ist, die Bäume ihre Energie nicht mehr in die Blätter stecken müssen, sondern sich ganz auf die Wurzelausbreitung konzentrieren können und der Boden gemeinhin nasser ist als im Frühjahr.

Doch ob tatsächlich noch um die 600 Bäume zusammenkommen, ist vage. „Bei kleinen Setzlingen hätten wir unser Ziel vielleicht in einer Woche erreicht, aber nicht bei schon größeren Bäumen“, sagt Röhricht. Deshalb soll die Aktion am Jahresende auch nicht vorbei sein. „Wir werden immer auf das Thema aufmerksam machen, neue Aktionen starten, für Streuobstwiesen und Einzelpflanzungen werben. Denn auch die seien wichtig. Sogenannte Solitärpflanzungen sind das - für Arten wie Flatterulme oder Buche. Wo welcher Baum stehen kann, hänge ganz stark vom Untergrund ab. Letztlich geht es darum, nicht nur mehr Grün für die Menschen der Stadt zu schaffen, sondern auch mehr Lebensraum für die Tierwelt, Vögel, Insekten.

Wer Interesse hat oder ein Grundstück für Baumpflanzungen anbieten möchte, kann sich melden:

per Mail an: [email protected]

oder per Telefon unter: 0176 550 975 04

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