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Läufer rennen Marathon durch einen Zug

Um Geld für einen alten Görlitz-Triebwagen zu sammeln, gibt es am Wochenende in Dresden einen 36-stündigen Lauf.

Die Läufer Knut Schulz (li.) und Hartmut Kohn (re.) mit Mario Lieb, der sich um die Instandsetzung des Görlitz-Zuges kümmert.
Die Läufer Knut Schulz (li.) und Hartmut Kohn (re.) mit Mario Lieb, der sich um die Instandsetzung des Görlitz-Zuges kümmert. © privat

Einmal Berlin-Dresden-Prag bitte. Aber zu Fuß. 15 Läufer wollen diese Strecke - etwa 300 Kilometer, an diesem Wochenende in Dresden zurücklegen. Und zwar auf einem Bahnhof. Im Fokus steht dabei ein alter Zug aus Görlitz. Der VT 18.16.07/10 war auf seiner letzten Fahrt am 12. April 2003 die Strecke Berlin-Dresden-Prag gefahren.

Er ist der letzte Schnellverbrennungstriebwagen - SVT „Bauart Görlitz“, der technisch vollständig und weitestgehend im Originalzustand erhalten ist und nach seiner Wiederinstandsetzung auf die Schiene zurück soll. Das jedenfalls wünschen sich Ingo Kamossa und Mario Lieb - zwei Leipziger, die den Zug instand setzen wollen, der eigentlich dem Museum der Deutschen Bahn gehört, den beiden Enthusiasten aber langfristig überlassen wurde. Er steht in einer angemieteten Halle in Dresden. Das Projekt heißt „Ein Zug für Mitteldeutschland“. Drei Triebköpfe, fünf Mittelwagen sollen so aufgearbeitet werden, dass sie wieder betriebsfähig sind. Und vor allem langfristig wirtschaftlich betrieben werden können. Acht der exklusiven Züge hatte die Reichsbahn zu DDR-Zeiten im Einsatz. Der VEB Waggonbau Görlitz stellte die dieselbetriebenen „Schnellverkehrstriebwagen“ her. 1963 wurde der erste auf der Leipziger Frühjahrsmesse vorgestellt.

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Rennen, damit der Zug wieder fährt

Um Spenden für die weitere Instandsetzung dieses Zuges zu sammeln, laufen die 15 Sportler an diesem Sonnabend und Sonntag. Und zwar genau dort, wo der Zug steht. In der Halle. Sogar durch den Zug hindurch geht die Strecke, 75 Meter lang. Plus 125 Meter auf dem Bahnsteig ergibt eine Laufrunde von 200 Metern. 36 Stunden lang wollen die Sportler, zu denen der aus Görlitz stammende Ultraläufer Hartmut Kohn gehört, als Staffel durchlaufen. Kohn war es auch, der die Idee zu diesem Spendenlauf hatte - getreu dem Motto „Wir rennen, damit er wieder fährt“. 

Die Suche nach Sponsoren und Unterstützern, die pro Runde Geld geben, war nicht leicht, sagt Hartmut Kohn. Trotzdem wurden welche gefunden, unter anderem die Görlitzer Landskron Brauerei. „Durch die Zulassung in verschiedenen Ländern Europas, wie Dänemark, Schweiz, Italien, Österreich und Tschechien ist es möglich, Regionen und Menschen miteinander zu verbinden und dabei die Kultur anderer Länder, bequem im Stil der 1960er-Jahre zu erfahren“, so Kohn. Ziel sei es, auf das Projekt in der Öffentlichkeit hinzuweisen, es noch bekannter zu machen. Mit eingegangenen Spenden sollen die defekten Batterien sowie die Heizungsanlage instand gesetzt und so ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Hauptuntersuchung erreicht werden.

Zuschauer wegen Corona nicht erlaubt

Ob die Laufveranstaltung bei den rapide steigenden Corona-Zahlen stattfinden kann, ist noch nicht gänzlich klar. Nur, dass keine Zuschauer dabei sein dürfen. Den Lauf kann man aber per Internet-Livestream verfolgen. Die Görlitzer können den Zug voraussichtlich 2021, zum 950. Stadtjubiläum, wiedersehen. Dann soll er in seine Heimat fahren und ausgestellt werden.

Spendenkonto: SVT Görlitz gGmbH, Kontonummer.: DE02 1009 0000 2780 8310 17, Verwendungszweck: Spendenmarathon SVT 2020.

Zum Facebook-Stream geht es hier.

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