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Freunde bergen umstrittenes Kunstwerk in Görlitz

Die Künstlerin Lisa Maria Baier beaufsichtigte die Demontage ihrer "Kulisse" vor der Stadthalle persönlich. Das umstrittene Exponat kommt nun nach Dresden.

Kein schöner Moment für Lisa Maria Baier: Die Künstlerin überwachte am Dienstag den Abbau ihres Kunstwerks vor der Stadthalle in Görlitz, den zwei ihrer Freunde vornahmen.
Kein schöner Moment für Lisa Maria Baier: Die Künstlerin überwachte am Dienstag den Abbau ihres Kunstwerks vor der Stadthalle in Görlitz, den zwei ihrer Freunde vornahmen. © Martin Schneider

Der letzte Akt im "Kulissen"-Drama: Am Dienstagvormittag endete mit dem Abbau des umstrittenen Kunstwerks ein weniger schöner Teil der zweiten Kunstausstellung "Görlitz Art". Nachdem die Stadt vergangene Woche beim Oberverwaltungsgericht Bautzen Recht bekam, hätte sie das Kunstwerk abbauen dürfen.

Das Kunsthaus Dresden nahm der Stadtverwaltung das ab. Schon während der Debatte um die "Kulisse" hatte sich das Haus im Juli in einem offenen Brief hinter die Künstlerin Lisa Maria Baier gestellt. Sie war mit der Stadt Görlitz aneinander geraten, weil sie ihr Kunstwerk, das Bezug auf die Filmstadt Görlitz nehmen sollte, inhaltlich abgewandelt und stattdessen den Fokus auf die Abtreibungsdebatte in Polen gelegt hatte.

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Auf Facebook veröffentlichte das Kunsthaus am Montag eine Stellungnahme seiner Leiterin, Christiane Mennicke-Schwarz. Demnach wolle ihr Haus durch die Unterstützung der Künstlerin Lisa Maria Baier in dieser schwierigen Situation ein deutliches Zeichen setzen. "Es hätte meiner Meinung nach andere Wege gegeben, als den, eine junge Künstlerin, die sich mit wichtigen Fragen unserer Gegenwart auseinandersetzt, vor ein solches Ultimatum zu stellen", heißt es.

Da war zwischen Künstlerin Lisa Maria Baier aus Nieder Seifersdorf und der Stadt Görlitz noch alles in bester Ordnung: bei der Präsentation ihrer Idee zur "Kulisse" vor einem Jahr.
Da war zwischen Künstlerin Lisa Maria Baier aus Nieder Seifersdorf und der Stadt Görlitz noch alles in bester Ordnung: bei der Präsentation ihrer Idee zur "Kulisse" vor einem Jahr. © Archivfoto: Nikolai Schmidt

"Eine solidarische Auseinandersetzung mit einem solchen Thema, das für betroffene Frauen ausgesprochen sensibel und schmerzhaft ist, über Grenzen hinweg, ist ein wichtiger künstlerischer und kultureller Wert. Eine formalrechtliche Klärung hilft in einem solchen Fall daher nur bedingt weiter." Die Entscheidung der Stadt Görlitz halte sie für das falsche Signal.

Das Kunsthaus sichert die "Kulisse" nun und lagert sie im Einvernehmen mit der Künstlerin ein. Lisa Maria Baier soll dadurch Zeit für ein Nachdenken über den weiteren Umgang mit dem Kunstwerk bekommen.

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