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Görlitz ist Vorreiter beim Glyphosat-Ausstieg

Die Stadt reduziert seit 2017 den Einsatz des Unkrautvernichtungsmittels. Ende des Jahres ist ganz Schluss. Zwei Jahre vor dem bundesweiten Verbot.

Das Unkrautvernichtungsmittel Roundup enthält Glyphosat und spielte in den Prozessen in den USA wegen Krebsrisiken eine große Rolle.
Das Unkrautvernichtungsmittel Roundup enthält Glyphosat und spielte in den Prozessen in den USA wegen Krebsrisiken eine große Rolle. © AP

Der Görlitzer Stadtrat hatte schon vor Jahren dem städtischen Betriebshof auferlegt, das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat künftig nicht mehr zu verwenden. Das Mittel steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Die Stadt war der Zeit voraus und beschloss das Aus für das Mittel im Stadtgebiet Görlitz bis zum Jahresende 2021.

Anfang Februar beschloss nun auch die Bundesregierung das Verbot von Glyphosat in Deutschland. Die Anwendung soll zunächst stark eingeschränkt und zum Jahresende 2023 ganz verboten werden.

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Diese Kleinkehrmaschine schaffte sich der Betriebshof im vergangenen Jahr an. Auch sie verringert den Einsatz von Glyphosat.
Diese Kleinkehrmaschine schaffte sich der Betriebshof im vergangenen Jahr an. Auch sie verringert den Einsatz von Glyphosat. © Nikolai Schmidt

Stetig sinkender Verbrauch des Herbizids

In Görlitz darf Glyphosat nur bis zu diesem Jahresende durch den Betriebshof eingesetzt werden. Dann ist endgültig Schluss. Schon in den Vorjahren reduzierten die Mitarbeiter den Einsatz des Mittels. Von 2017 mit 46,6 Litern sank der Einsatz 2020 auf 11, 2 Liter. Das sind 2,3 Liter weniger als 2019 und 12,5 Liter weniger als 2018.

Doch es gibt in Görlitz viele Stellen, die von Unkraut überwuchert sind, auch Bausubstanz. Dieser Anblick stört nicht nur Touristen. Gegen das Unkraut setzen Mitarbeiter des städtischen Betriebshofes Unkrautvernichtungsmittel ein. Eines der Mittel ist jetzt noch das hochwirksame Glyphosat.

Weniger Glyphosat, mehr Ersatzmittel

"Unkrautvernichter werden in Görlitz auf aufwendig zu bearbeitenden Großflächen beziehungswiese auf Randbereichen in Grün- und Parkanlagen verwendet", informiert Stadtsprecherin Juliane Zachmann. Auch an Wegen und Plätzen mit unterschiedlichen Wegedecken wie Schotter, die nicht maschinell zu bearbeiten sind, werden sie gespritzt.

Doch zu welchen Mitteln greift der Görlitzer Betriebshof, wenn künftig Glyphosat nicht mehr eingesetzt wird? Als Ersatzmittel setzen die Gärtner Finalsan ein. So wie die verspritzte Menge Glyphosat sich in Görlitz verringert, steigt der Verbrauch von Finalsan seit 2017 von vier Litern auf 16 Liter 2020.

Zu wenig Personal fürs Unkraut zupfen

Während Glyphosat höchstens zweimal im Jahr gespritzt werden darf, sind für das gleiche Ergebnis mit Finalsan bis zu acht Spritzungen nötig. Abgestorbene Pflanzen müssen manuell beseitigt werden, wenn Maschinen dafür nicht möglich sind. Eine spezielle Kehrmaschine wurde im letzten Jahr für den Betriebshof angeschafft.

Am besten wäre es, wenn das Unkraut so schnell wie möglich manuell beseitigt wird, bevor es Samen bildet und sich so vermehren kann. Doch für die manuelle Unkrautbekämpfung fehlt dem Betriebshof das Personal. Zwei Stellen im Betriebshof sind nicht besetzt. Die Geldmittel dafür wurden für Stellen in der Feuerwehr verwendet, da es dort auch akute Personalnot gab.

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