merken
PLUS Görlitz

Görlitz ist Vorreiter für neues Arbeitsmarkt-Modell

Der Bund fördert mit vier Millionen Euro die Integration von Erkrankten in den Arbeitsmarkt. Viele Partner wollen dem Jobcenter helfen.

Symbolbild
Symbolbild ©  dpa / Symbolbild

Von Josefin Kauk

Das Jobcenter vom Landkreis Görlitz hilft künftig gesundheitlich Beeinträchtigten bei ihrem Berufseintritt durch ein gefördertes Projekt. Dafür werden rund vier Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Das Projekt „Aktiv und gesund im Landkreis Görlitz“ ist Teil des Bundesprogrammes „Innovative Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben - rehapro“. Der Beginn ist voraussichtlich im November 2021. Von da an wird das Projekt für fünf Jahre laufen. Das teilt Bundestagsabgeordneter Thomas Jurk (SPD) mit, das Görlitzer Landratsamt bestätigte seine Angaben gegenüber der SZ.

ECHT.SCHÖN.HIER
Sachsen entdecken und erleben
Sachsen entdecken und erleben

Lernen Sie unbekannte Orte der Region kennen - wir geben Ihnen Insidertipps um die Heimat neu zu erkunden und lieben zu lernen.

Das Jobcenter richtet an vier verschiedenen Standorten, die über den Kreis verteilt sein werden, sogenannte Gesundheitspoints ein. Näheres steht noch nicht fest.

Insgesamt 60 Betroffene können sich dort als Teilnehmer anmelden. Eine Unterstützung kann, je nach Schwere der Beeinträchtigung, sechs bis vierundzwanzig Monate dauern. Das Projekt wird für Menschen mit psychischen Erkrankungen ebenso wie für schwer körperlich Erkrankte ausgerichtet. Zu Letzteren zählen beispielsweise Menschen mit Mehrfach-Erkrankungen, heißt es von Kreissprecherin Franziska Glaubitz. Ziel des Projektes ist es, dass die Teilnehmer wieder einer geregelten Arbeit nachgehen können.

Sie sollen so aktiver am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Ansprechpartner in den Gesundheitspoints stehen dafür in engem Kontakt mit dem Jobcenter. Auch an moderne Medien werden Betroffene in diesem Projekt herangeführt. Das soll mittels einer einfach aufgebauten Webseite geschehen. Diese gibt Hinweise auf aktuelle Gesundheitsangebote in der Region. Zusätzlich wird eine Plattform zur Onlineberatung eingerichtet, die als Ergänzung zu telefonischen oder persönlichen Gesprächen dient. Die Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten während des Projektes werden an die gesundheitliche Problemlage jedes Einzelnen angepasst. Es gibt Angebote für Einzelfallbetreuungen genauso wie für Gruppenveranstaltungen.

Viele Partnerunternehmen wie der Kreissportbund oder die Rentenversicherung sind in das Projekt eingebunden. Solchen Partnern ist es möglich, die Akten Erkrankter vorab zu prüfen, um nützliche Angebote machen zu können. Welche Informationen in den Akten freigegeben werden, entscheiden die Betroffenen jedoch selbst. Auch die Mitmenschen der Teilnehmer können in das Projekt mit einbezogen werden. Es wird zudem überprüft, ob Ursachen für die Erkrankung im sozialen Umfeld der Erkrankten liegen. Mit diesem neuen Arbeitsmarkt-Modell verbindet der Bund auch die Erwartung, dass dadurch weniger Menschen Erwerbsminderungsrente oder Sozialhilfe beziehen müssen.

Mehr zum Thema Görlitz