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Schüler bekommen Laptops

Bildschirm statt Tafel, WLAN im Klassenzimmer, Laptops für jeden – so soll die Digitalisierung an den Görlitzer Schulen aussehen.

Digitale Tafeln sind in Görlitz und Niesky auf dem Vormarsch: Beispielsweise wird in der Oberschule in Niesky schon damit gearbeitet.
Digitale Tafeln sind in Görlitz und Niesky auf dem Vormarsch: Beispielsweise wird in der Oberschule in Niesky schon damit gearbeitet. © André Schulze

Was schreibt man auf den Wunschzettel, wenn man schon alles hat? „Wir wünschen uns, unsere älteren Computer gegen neue auszutauschen“, sagt Frank Dörfer. Er ist Schulleiter an der Görlitzer Scultetus-Oberschule und die Rede ist vom Wunschzettel an die Stadtverwaltung.

Die nennt es nicht Wunschzettel, sondern Medienbildungskonzept. Ein solches haben alle Görlitzer Schulen ans Rathaus senden dürfen – vor dem Hintergrund des DigitalPakts. So heißt das Programm der Bundesregierung, mit dem sie die Digitalisierung in den allgemeinbildenden Schulen mit 5 Milliarden Euro fördern möchte. Vor einer reichlichen Woche nun kamen Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und sein Bildungsminister Christian Piwarz nach Görlitz und hatten 8,6 Millionen Euro dabei.

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Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (re.) übergab vor einigen Tagen in Görlitz Fördermittelbescheide zur digitalen Ausstattung der Schulen an den Görlitzer OB Octavian Ursu (li.).
Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (re.) übergab vor einigen Tagen in Görlitz Fördermittelbescheide zur digitalen Ausstattung der Schulen an den Görlitzer OB Octavian Ursu (li.). © nikolaischmidt.de

Nicht in bar natürlich, aber als Fördermittelzusage für die digitale Schulausstattung. Demnach bekommen die 16 städtischen Schulen in Görlitz rund drei Millionen Euro. An die Schulen, die in der Trägerschaft des Landkreises sind, gehen 4,8 Millionen Euro. Dazu gehören auch die Nieskyer Gutenbergschule, das Nieskyer Gymnasium, das Görlitzer Berufsschulzentrum und die Krankenhausakademie in Görlitz.

Doch wie wird das Geld nun verteilt und was bekommen die Schulen? „Das wird jetzt in einem Medienkonzept erarbeitet, dass wir als Stadt für alle Schulen erarbeiten“, sagt Schulamtsleiterin Petra Zimmermann. 2021 soll es stehen und bis 2025 umgesetzt werden. Konkret geht es zunächst um die Grundlagen, die Digitalisierung überhaupt in die Schulen einziehen zu lassen: nämlich schnelle Leitungen. Ziel sei es, die Schulen bis 2024 mit einer modernen zukunftsfähigen IT-Infrastruktur, einschließlich WLAN-Anbindung der Unterrichtsräume und Ausstattung mit interaktiven Medien zu versehen. Allein für die Stadt Görlitz soll das über drei Millionen Euro kosten. Im Frühjahr 2021 sollen die entsprechenden Ausschreibungen vorbereitet werden – sowohl für die Infrastruktur als auch für den Kauf von Geräten, wie interaktiven Displays.

Musterbeispiel Scultetusschule Görlitz: Hier ist die Digitalisierung schon weit fortgeschritten. Neben den digitalen Tafeln, mit denen auch Nadine Simon arbeitet, gehören hier 48 Tablets zur Ausstattung. Mit ihnen wird im Unterricht wie selbstverständlich
Musterbeispiel Scultetusschule Görlitz: Hier ist die Digitalisierung schon weit fortgeschritten. Neben den digitalen Tafeln, mit denen auch Nadine Simon arbeitet, gehören hier 48 Tablets zur Ausstattung. Mit ihnen wird im Unterricht wie selbstverständlich © Pawel Sosnowski/pawelsosnowski.c

Ein bisschen Erfahrung hat man in Görlitz schon damit. Die Scultetus-Oberschule in Königshufen gilt als Modellschule der Digitalisierung. Digitale Tafeln sind hier inzwischen eine Selbstverständlichkeit – auch für alle Lehrer. Außerdem gibts in der Schule 48 Tablets. Der Umgang mit ihnen sei für die Schüler längst Normalität, sagt Schulleiter Frank Dörfer. „Aufgrund der Corona-Erfahrungen haben wir außerdem sieben Leihgeräte angeschafft.“ Denn während des Lockdowns hat eine Klasse der Scultetusschule Videounterricht getestet. Mit einer speziellen Software war es möglich, bis zu zwölf Schüler daran teilnehmen zu lassen. „Ihre Erfahrungen gibt die Lehrerin jetzt an ihre Kollegen weiter, schult sie gewissermaßen. Wir wissen nie, was kommt. Also stellen wir uns vorsichtshalber auf eine nochmalige Schulschließung wegen Corona ein“, so Dörfer. Auch die weiteren Schüler werden im Moment in das Programm eingeführt, das übernehmen die Schüler, die es schon kennen. „Wir haben das Schülerscouts übertragen, wir allein würden das gar nicht schaffen.“

Die meisten, aber eben doch nicht alle Schüler haben zu Hause Zugang zu einem PC. Für diejenigen, die keinen haben, sind die Leih-Laptops gedacht. Auch die Stadt bekommt dafür Geld aus dem Digitalpakt. Für 300.000 Euro können Leihgeräte angeschafft werden, die vor allem an Schüler mit sozial schwachem Hintergrund verliehen werden sollen. Hier muss es schnell gehen, denn dieses Geld muss bereits bis Ende November abgerechnet werden.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (vorn, Mitte) bei der Übergabe der Fördermittel aus dem DigitalPakt. Mehrere Schulleiter waren zu dem Termin im Hof der Görlitzer Fischmarktschule gekommen.
Ministerpräsident Michael Kretschmer (vorn, Mitte) bei der Übergabe der Fördermittel aus dem DigitalPakt. Mehrere Schulleiter waren zu dem Termin im Hof der Görlitzer Fischmarktschule gekommen. © nikolaischmidt.de

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Ansonsten werden alle Görlitzer Schulen im Wesentlichen auf den Stand der Scultetusschule gebracht. Ein bisschen Digitalisierung ist aber bereits überall eingezogen. Es gibt laut Petra Zimmermann jedenfalls keine Schule, die so richtig hinterherhinkt. „Nur in manchen Grundschulen ist die Ausstattung noch nicht sehr weit“, sagt sie. Denn hier geht es schon los mit der Technik. Es sei sowohl das Recht als auch die Pflicht auch der Grundschulen, auf Digitalisierung umzusteigen. Und wie geht es nun an der Musterschule in Königshufen weiter? Schulleiter Dörfer sieht als nächsten Schritt, dass seine Schüler ihre eigenen Geräte mit in die Schule bringen können - und sie per Schul-WLAN zeitlich freizuschalten. Denn für jeden Schüler einen PC in der Schule zu haben, werde nicht möglich sein. „Das ist technisch aber ein sehr hoher Aufwand.“ Deshalb steht es mit auf dem Wunschzettel. 

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