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Werden Weihnachtsbäume teurer?

Die Preise steigen, sagt der zuständige Bundesverband. Doch nicht überall ist das der Fall, wie man in Görlitz sehen kann.

Diese Woche beginnt Andreas Heyde in Deutsch Paulsdorf mit dem Schlagen der Weihnachtsbäume.
Diese Woche beginnt Andreas Heyde in Deutsch Paulsdorf mit dem Schlagen der Weihnachtsbäume. © nikolaischmidt.de

Es geht los. Nach dem Totensonntag beginnt der Weihnachtsbaumverkauf. Nur diesmal leider nicht als Kauferlebnis mit Glühwein und Punsch, so wie es eigentlich immer ganze Familien anzieht. Schneiders Weihnachtsschmiede in Deutsch Paulsdorf beispielsweise bleibt dieses Jahr wegen Corona geschlossen.

Das Christbäumchen gibt es trotzdem. Weihnachtsbaumverkäufer Andreas Heyde, der in Deutsch Paulsdorf vor einigen Jahren das Weihnachtsbaumgeschäft von Manfred Schneider übernommen hatte, sagt, dass alles wie immer sei – außer Corona. Er beginnt diese Woche mit dem Schlagen der eigenen Bäume, ab 28. November kann man sie täglich zwischen 10 und 17 Uhr kaufen. Die Qualität sei gut. „Es war kein besonderes Jahr vom Wetter her und die Trockenheit der vergangenen beiden Jahre trifft eher die Waldbäume, nicht unsere Weihnachtsbäume.“ Zu den eigenen kommen noch welche aus Dänemark und aus dem Raum Leipzig dazu. Die Auswahl für Kunden ist also groß, die Preise bleiben genau die gleichen wie seit vielen Jahren.

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Wird es vielleicht einen früheren Ansturm geben dieses Jahr? Immerhin sind die Menschen wegen Corona mehr zu Hause. „Ich rechne nie mit irgendwas“, sagt Heyde. So viele Trends und Prognosen höre er, meist stimme es ohnehin nicht. Nur den Lieblingsbaum der Deutschen, den kann Heyde bestätigen: die Nordmanntanne.

Bei Hornbach gibt's ab Montag Bäume

Laut Statistischem Bundesamt kauften die Deutschen in den vergangenen beiden Jahren jeweils rund 29,8 Millionen Weihnachtsbäume. 80 Prozent davon waren Nordmanntannen. In etwa jeder dritten deutschen Wohnung steht mittlerweile ein künstlicher Baum. Das heißt aber auch: Zwei von drei Haushalten besorgen sich für die Festtage und die erste Zeit danach ein Stück Natur.

Das gibt es ab Montag auch im Görlitzer Hornbach-Baumarkt. Ein wenig räumlich entzerrt, damit die Abstände gewahrt werden können. „Wir werden auch darauf achten, dass nicht zu viele Menschen zeitgleich den Baum aussuchen“, sagt Marktleiterin Corinna Seffner. Sie könnte sich schon vorstellen, dass viele Leute dieses Jahr zeitig kommen. „Weil niemand weiß, was wird. Gibt es vielleicht doch noch schärfere Maßnahmen? Unsere Hornbach-Märkte in Österreich mussten ja auch schließen.“ Hornbach-Pressesprecher Florian Preuß fände es aber praktisch, wenn die Leute schon am Anfang zahlreich kommen. Dann würde es sich über die gesamte Zeit besser verteilen. „Wenn alle in der letzten Woche kommen, könnten wir Wartezeiten nicht ausschließen“, sagt er mit Blick auf den großen Ansturm im Frühjahr. Damals mussten Kunden vor dem Markt warten, weil zu viele bereits drin waren.

Hygienekonzepte auch beim Baumverkauf

Um die Preise muss man sich bei Hornbach-Weihnachtsbäumen jedenfalls keine Sorgen machen. Im Gegenteil: Hier wirds günstiger. „Weil wir die Mehrwertsteuersenkung direkt weitergeben“, sagt Preuß. Auch wenn das „krumme Preise“ mache. So kostet etwa eine Blaufichte zwischen 1,30 und zwei Metern 12,75 Euro. Eine Nordmanntanne in der gleichen Größe 19,62 Euro. Wer die größere Variante bevorzugt, zahlt 28,42 Euro. Online und vor Ort im Markt seien die Preise gleich. Laut Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger gehört Hornbach damit eher zu den Ausnahmen.

Der Lieblingsbaum der Deutschen: Nordmanntannen stehen auf einer Weihnachtsbaumplantage bei Thiendorf.
Der Lieblingsbaum der Deutschen: Nordmanntannen stehen auf einer Weihnachtsbaumplantage bei Thiendorf. © dpa-Zentralbild

Denn der Verband sagt Preissteigerungen beim Christbaum voraus. 2020 müssten die Händler Hygienekonzepte erstellen, mehr Platz vorhalten und möglicherweise mehr Personal einsetzen, was sich auf den Preis auswirke. Geschäftsführer Martin Rometsch geht davon aus, dass für eine durchschnittlich große Nordmanntanne in bester Qualität in diesem Jahr zwischen 20 und 27 Euro fällig werden. Im vergangenen Jahr hatte die Preisspanne bei 18 bis 23 Euro gelegen.

Christbaum nach Hause liefern lassen

Doch noch immer wollen die meisten Käufer einen abgesägten Baum, zum Beispiel aus dem Sachsenforst. Etwa 20.000 Weihnachtsbäume verkauft der Staatsbetrieb jährlich, berichtet Pressesprecher Renke Cordes. „Aufgrund zusätzlicher Kosten durch Infektionsschutzbestimmungen ist ein Anstieg des Marktpreises für Weihnachtsbäume in diesem Jahr nicht ausgeschlossen. Gegenwärtig gehen wir aber noch von einem Preisniveau wie im Vorjahr aus.“ Sachsenforst bietet Weihnachtsbäume überwiegend zum Selbstschlagen an, auch im Forstbezirk Oberlausitz. Noch steht nicht fest, wo und wann.

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Wie bei Hornbach gibt es auch bei Kaufland Weihnachtsbäume online, informiert Unternehmenssprecherin Andrea Kübler. Die Bäume würden nach Hause geliefert. Vor den Märkten beginnt der Verkauf am 3. Dezember. Die günstigste Nordmanntanne soll hier 12,75 Euro kosten, die teuerste – online – 42,19 Euro. (mit SZ/tb)

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