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Adler schließt Modemarkt in Görlitz

Aus für den Adler-Modemarkt im Neißepark Görlitz: Die Filiale gehört zu 40 Standorten, die schließen, obwohl die Kette gerettet ist. Bischofswerda hingegen hat Glück.

Die Modekette Adler ist gerettet. Doch 40 Filialen sollen schließen. Auch in Görlitz (Symbolbild).
Die Modekette Adler ist gerettet. Doch 40 Filialen sollen schließen. Auch in Görlitz (Symbolbild). © dpa

Görlitz. Am Freitag schlug die Nachricht ein: Trotz Rettung des Modemarktes Adler sollen 40 der 142 Filialen in Deutschland schließen.

Der Görlitzer Standort im Neißepark gehört zu denen, die vor dem Aus stehen, teilt ein Sprecher des Unternehmens auf SZ-Nachfrage mit. In der Görlitzer Adler-Filiale sind 20 Mitarbeiter betroffen.

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Wie viele entlassen werden müssen, sei noch Spekulation. Es gelte jetzt mit den Arbeitnehmervertretern zu sprechen, inwiefern eine Weiterbeschäftigung in anderer Form, womöglich anderen Filialen möglich sei. Die Görlitzer Filialleiterin wollte sich noch nicht äußern, verwies an die Unternehmensleitung.

Manche Mitarbeiter seit 27 Jahren bei Adler

Der Görlitzer Adlermarkt gehörte zu den ersten Geschäften, die sich im heutigen Neißepark in Königshufen angesiedelt hatten. Adler gab es bereits, als es den Neißepark in der jetzigen Form noch gar nicht gab - seit 1994. Die meisten Angestellten sind langjährige Mitarbeiter, mitunter seit 27 Jahren dabei.

2018 eröffnete der Neißepark nach einer Erweiterung und Umgestaltung in seiner heutigen Form.
2018 eröffnete der Neißepark nach einer Erweiterung und Umgestaltung in seiner heutigen Form. © Rolf Ullmann

Zu Jahresbeginn hatte das Unternehmen Insolvenz angemeldet. Als Grund hatte es erhebliche Umsatzeinbußen durch den zweiten Lockdown ab Dezember angegeben, durch den die Filialen fast dauerhaft schließen mussten. Das habe zu einem weiteren Umsatzeinbruch und einer Liquiditätslücke geführt. Laut Manager-Magazin hatte Adler den ersten Lockdown im Frühjahr 2020 noch mit Kurzarbeit und einem mit einer Staatsbürgschaft gesicherten Kredit überstanden. Allerdings soll Adler Medienberichten nach bereits 2019 Verluste geschrieben haben.

Neuer Investor kommt aus Berlin

Das Unternehmen hatte Anfang 2021 eine Insolvenz in Eigenverantwortung angekündigt und suchte nach einem Investor. Vom Wirtschaftsstabilisierungsfonds der Bundesregierung erhielt das Unternehmen zuletzt ein Darlehen über zehn Millionen Euro. In der Coronakrise einen Investor zu finden, der 100 der Filialen in Deutschland erhalten will, sei eine Herausforderung gewesen und eine starke Leistung, sagt ein Unternehmenssprecher gegenüber SZ.

Einen Investorenvertrag unterschrieben hat der Konzern Zeitfracht, ein Logistikunternehmen mit Sitz in Berlin. Die Sanierung bedeutet aber nach jetzigem Stand auch den Abbau von rund 500 von 3.100 Arbeitsplätzen. Von der Schließung betroffen ist auch die Filiale in Dresden Nickern, die im Elbepark und in Bischofswerda bleiben. 29 Adler-Filialen gibt es in Österreich, der Schweiz und Luxemburg. Sie sollen von den Kürzungen nicht betroffen sein.

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