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AfD: Wippel schießt scharf gegen Görlitzer Kunstausstellung

Der Görlitzer AfD-Stadtrat Sebastian Wippel kritisiert das Kunstprojekt "Görlitzer Art" mit markigen Worten und fordert künftig eine stärkere Beteiligung des Stadtrates.

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AfD-Stadtrat bei einer Wahlkampfveranstaltung auf dem Marienplatz in Görlitz
AfD-Stadtrat bei einer Wahlkampfveranstaltung auf dem Marienplatz in Görlitz © SZ-Archiv / Nikolai Schmidt

Die Görlitzer AfD-Stadtrat Sebastian Wippel hat die Finanzierung des Kunstprojekts "Görlitzer Art" scharf kritisiert. Im Namen seiner Fraktion spricht er in einer Pressemeldung in diesem Zusammenhang von "Geldverschwendung auf Kosten der Allgemeinheit". Das Projekt sei "in diesem Jahr offensichtlich ein teurer Schlag ins Wasser" gewesen, erklärt Wippel. Kaum jemand habe sich positiv zu den Lautsprecherdurchsagen auf dem Wilhelmsplatz geäußert. In der Tat gab es hier Klagen von Anwohnern, die sich dadurch gestört fühlten.

Die anderen Kunstwerke wirken laut AfD-Fraktion "eher lustlos zur Mitnahme der Gelder hingeworfen als anspruchsvoll gestaltet." Lisa Maria Baier, um deren Kunstwerk "Kulisse" an der Stadthalle es einen wochenlangen Streit gab, wirft Wippel vor, sie sei "wohl eher eine politische „Aktivistin", die sich "vertragswidrig an der Stadt bereichern" wollte.

Umstritten: Das Kunstwerk "Lautsprecher" auf dem Wilhelmsplatz wird kontrovers diskutiert.
Umstritten: Das Kunstwerk "Lautsprecher" auf dem Wilhelmsplatz wird kontrovers diskutiert. © Ines Eifler

Projekt kostet die Allgemeinheit 187.670 Euro

Weiterhin kritisiert Wippel, dass "Görlitzer Art" in kleinstem Kreis beschlossen worden sei, wobei der Stadtrat in die Entscheidung nicht eingebunden war. Über Preisverleihungen wie zum Beispiel den Meridian des Ehrenamtes werde im Stadtrat oft fraktionsübergreifende Einigkeit hergestellt. "In diesem Falle entschieden jedoch drei Künstler - die nichts mit Görlitz zu tun haben - und nur zwei Vertreter der Stadtverwaltung allein, was man dem Bürger präsentiert und wer in den Genuss der Förderung mit öffentlichem Geld kommt", sagt Wippel, der dazu eine Anfrage im Stadtrat gestellt hat.

Der Politiker klagt: „Das ganze Projekt soll die Allgemeinheit 187.670 Euro kosten! 67.670 Euro kommen aus der leeren Stadtkasse. Wir erinnern uns an gestiegene Parkgebühren, Kitabeiträge, Grundsteuer etc. Die Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien gibt 35.000 Euro dazu. Das entspricht fast den Gebühren einer Viertelmillion Onlineüberweisungen. 15.000 Euro gibt der Freistaat aus seiner Werbekampagne „so geht sächsisch" dazu - ebenfalls Steuergeld."

Die bunten Kugeln auf dem Marienplatz gehören zur zweiten Auflage der "Görlitzer Art".
Die bunten Kugeln auf dem Marienplatz gehören zur zweiten Auflage der "Görlitzer Art". © Ines Eifler

Der „Kulturraum Oberlausitz- Niederschlesien" gibt laut dem AfD-Politiker 25.000 Euro Steuergeld aus seinem Budget dazu, die seiner Meinung nach bei der Theatersanierung besser aufgehoben gewesen wären. Weitere 10.000 Euro kämen von den Stadtwerken Görlitz. "Sicher ein kleiner Betrag, der in Zeiten steigender Energiepreise beim Endkunden wohl besser aufgehoben wäre", meint Wippel. Auch den Zuschuss von 15.000 Euro der KommWohnen Görlitz kritisiert er, da die Mieter "doch die Rechnung für den städtischen Großvermieter begleichen und allfällige Mieterhöhungen tragen" müssen.

Allein die Kulturstiftung des Freistaates mit ihrem 25.000 Euro betragenden Anteil sei nachvollziehbar. In Zukunft müsse ganz genau geschaut werden, wofür öffentliches Geld ausgegeben werde. "Wenn die Mehrheit des Stadtrates ein vergleichbares Projekt für wünschenswert hält, so muss der Stadtrat das entscheidende Mitspracherecht bei der Auswahl der Projekte haben, damit sich die Bürger auch bei der Auswahl wiederfinden", fordert der Stadtrat. (SZ)