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Görlitzer Impfarzt dankbar für Verlängerung

Hans-Christian Gottschalk hatte sich dafür eingesetzt, dass das Impfzentrum in Löbau länger offen bleibt. Mit Erfolg.

Hans-Christian Gottschalk sieht eine baldige Schließung der Impfzentren sehr kritisch, hatte sich damit auch an Michael Kretschmer gewandt.
Hans-Christian Gottschalk sieht eine baldige Schließung der Impfzentren sehr kritisch, hatte sich damit auch an Michael Kretschmer gewandt. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Ein Teilerfolg, sagt Hans-Christian Gottschalk. Eigentlich sollte das Löbauer Impfzentrum Ende Juni schließen. Auch die anderen Impfzentren in Sachsen. Nun sollen sie bis mindestens 31. Juli bleiben. Eine frühere Schließung hätte Gottschalk besonders im Kreis Görlitz als nicht gerechtfertigt angesehen.

Hans-Christian Gottschalk ist Kinder- und Jugenmediziner, arbeitete viele Jahre lang als Chefarzt der Kinderklinik am Görlitzer Klinikum, ist Mitglied der Sächsischen Impfkommission und aktuell einer der Impfärzte im Löbauer Impfzentrum. Er habe es so verstanden, dass auch der 31. Juli nicht als festes Schlussdatum steht, "sondern dass man die Zentren offen lassen will, je nachdem, wie der weitere Verlauf ist", erklärt er.

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Denn das hänge von vielen Faktoren ab: Kommen die Impfdosen wie erwartet, steigen die Betriebsärzte, wie geplant, ins Impfen ein? Wie entwickeln sich die Kapazitäten bei den Hausärzten? 134 niedergelassene Ärzte, darunter 114 Hausärzte, beteiligen sich an der Corona-Impfung, es gibt aber deutlich mehr Ärzte im Keis Görlitz. Ein weiterer Punkt sei der Impfstart für Kinder und Jugendliche.

Biontech/Pfizer hatte vor einer knappen Woche die Zulassung eines Corona-Vakzins für Zwölf- bis 15-Jährige beantragt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn stellte einen möglichst baldigen Impfstart in Aussicht. Die Zulassung könnte bereits im Juni erfolgen. Kommt es so, dann seien die Impfzentren noch mal besonders wichtig für die Erwachsenen, erklärt Gottschalk, "denn die Kinderärzte, sollten dann in erster Linie auch für die Kinder und Jugendlichen da sein."

Ob dieser Unwägbarkeiten hofft er, dass der Freistaat bei den Impfzentren alle Optionen offen hält, um dann nicht wieder zurückrudern zu müssen. Die zunächst geplante Schließung der Impfzentren Ende Juni hielt er für voreilig, "ganz besonders bei uns mit den hohen Inzidenzwerten, die wir hatten." Gerade in der zweiten Welle war der Kreis Görlitz hart getroffen. Aktuell liegt der Kreis Görlitz laut dem RKI bei einem Inzidenzwert von 175, er ist damit wieder etwas gestiegen. Nach den Berechnungen des Kreis-Gesundheitsamtes pendelt der Inzidenzwert seit über einer Woche um die 200. Der Kreis Görlitz gehört damit nicht mehr zu den am stärksten betroffenen Landkreisen, rangiert aber weiterhin im oberen Viertel bundesweit.

Dass die Zahlen bundesweit sinken, auch in der Region, dürfte zumindest teils auch am Impffortschritt liegen. Rund 25 Prozent der Bevölkerung im Kreis hat die Erstimpfung erhalten, sieben Prozent die Zweitimpfung. Hans-Christian Gottschalk warnt aber davor, sich zu früh in Sicherheit zu wiegen. "Die Zweitimpfung ist die wichtige", erst dann ist der volle Schutz gegeben, nicht schwer zu erkranken, erklärt er. "Und wenn wir uns da die Zahlen anschauen, sind wir eben doch noch ein ganzes Stück von unserem Ziel entfernt." So sind auch bei den über 80-Jährigen, der Priorisierungsgruppe 1, nach Angaben der Sozial-Beigeordneten des Kreises, Martina Weber, erst etwas mehr als zwei Drittel geimpft.

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